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Freudenstadt Mit Freudenstadt für immer verbunden

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Christoph Fischer und seine Familie haben sich in Freudenstadt stets wohlgefühlt. Foto: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

Freudenstadt. Christoph Fischer, Pastor der Volksmission in Freudenstadt, verlässt die Gemeinde. Am Sonntag werden er und seine Familie in einem Gottesdienst um 10 Uhr in der Wallstraße verabschiedet. Wir fragen ihn nach seinen Erfahrungen in Freudenstadt und seinen Zukunftsplänen.

Mit welchen Gefühlen verlassen Sie Freudenstadt?

Zunächst einmal verlasse ich Freudenstadt noch gar nicht, sondern beende nur meinen Dienst in der Volksmission Freudenstadt. Ich bin bis zum Sommer freigestellt und habe so Zeit, mich neu zu orientieren. Das ist auch gut so, weil es unseren Kindern erlaubt, das Schuljahr hier zu beenden. Dann allerdings steht mit Sicherheit ein Umzug an. Diesem sehen wir mit gemischten Gefühlen entgegnen: Wir haben uns in den zwölf Jahren in Freudenstadt unheimlich wohl gefühlt. Wir werden den Ort, aber vor allem die Menschen hier vermissen. Gleichzeitig bin ich ein Mensch, der sich über neue Chancen und Veränderungen freuen kann, weil jeder Neuanfang auch Chancen mit sich bringt.

Was bleibt Ihnen als schönstes Erlebnis in Erinnerung?

Viele Höhepunkte sind mit meiner Arbeit als Pastor der Volksmission verknüpft: In jüngerer Zeit fallen mir da zum Beispiel das Christusfest im vergangenen Jahr, der Ostergarten bei der Volksmission mit etwa 1400 Besuchern oder das jährliche "Weihnachten im Stall" in Hinterrötenberg ein. Auch privat haben wir sehr viel Schönes hier erlebt. Dazu haben auch Freudenstädter Institutionen beigetragen. Absolute Höhepunkte der Zeit hier waren aber die Geburt unserer zweiten Tochter Emma im Jahr 2007 und die Adoption unserer dritten Tochter Pia. Als Familie sind wir dadurch auch für immer mit Freudenstadt verbunden.

Was war das bedrückendste Erlebnis?

Mir fallen da manche schlimmen Situationen ein, die ich als Seelsorger begleitet habe. Der Todesfall beim Stadtfest ganz in der Nähe meiner Gemeinde, die Nachricht von der Verhaftung eines sporadischen Gottesdienstbesuchers, der verdächtigt wird, den Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus verübt zu haben, oder auch der anonyme Drohbrief im Herbst – das war alles nicht einfach. Aber ich habe gelernt, mich von solchen Dingen nicht bedrücken zu lassen, sondern sie an Gott abzugeben, der immer bei mir ist. Mir ist es wichtig, erhobenen Hauptes und im Frieden zu gehen, und niemandem etwas nachzutragen.

Wohin treibt es Sie und zu welchen neuen Aufgaben?

Noch steht nicht fest, was meine neue Aufgabe sein wird. Ich bin mit verschiedenen Kirchen und Gemeinden im Gespräch und bin froh, dass ich im Moment auch die Zeit habe, einen Wechsel sorgfältig vorzubereiten. Sicher ist, dass ich mich auch in Zukunft weiterhin im pastoralen Dienst sehe. Wo das genau sein wird, hoffe ich nun bald herauszufinden. In der Zwischenzeit bleiben mir ein paar spannende Aufgaben im Bereich der Ökumene, die mir ganz besonders am Herzen liegen: Ich arbeite weiter mit sehr viel Freude in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Baden-Württemberg mit. Außerdem freue ich mich sehr auf ein weltweites ökumenisches Treffen, das "Global Christian Forum", zu dem ich Ende April nach Bogotá (Kolumbien) reisen werde.

Was wünschen Sie Freudenstadt zum Abschied?

Am 31. Dezember habe ich meine letzte Predigt bei der Volksmission gehalten. Mir war es wichtig, mit einem Segen zu gehen: "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen" (2. Korinther 13,13). Das ist auch mein Segenswunsch für die ganze Stadt. Ich bin überzeugt, dass dort, wo Christen diesen Segen tatsächlich leben, die ganze Gesellschaft gesegnet wird.

Gibt es etwas, von dem Sie bedauern, es nicht realisiert haben zu können?

Ich stecke immer voller Ideen und habe meistens viel mehr Dinge im Kopf, als sich dann in der Praxis umsetzen lassen. Da bin ich dann wieder Realist genug, um nicht ständig das zu bedauern, was noch getan hätte werden können. In Bezug auf den oben genannten Segen hätte ich mir an mancher Stelle noch mehr Gnade, noch mehr Liebe und noch mehr Gemeinschaft gewünscht. Aber ich weiß auch, dass das ein ständiger Entwicklungsprozess ist.

Der Pastor der Volksmission, der im März seinen 40. Geburtstag feiert, stammt aus Herrenberg-Kuppingen und ist in der Volksmission aufgewachsen. Er hat in St. Pieters-Leeuw und Löwen (beides Belgien) Theologie studiert. Seinen Dienst in Freudenstadt begann Fischer am 1. März 2006. In die Zeit in Freudenstadt fallen auch vier Jahre als Generalsekretär der Volksmission, einer evangelischen Freikirche. Sie hat etwa 55 Gemeinden, vorwiegend in Süddeutschland. Von 2010 bis 2017 war Christoph Fischer Vorsitzender der evangelischen Allianz in Freudenstadt. Seit März 2016 war er zudem im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Baden-Württemberg. Seine Frau Rebecca Dernelle-Fischer, eine Psychologin, hat über die Tochter Pia mit Down-Syndrom ein Buch mit dem Titel "Und dann kam Pia...: Du hast uns gerade noch gefehlt!" geschrieben und 2017 veröffentlicht.

 
 

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