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Freudenstadt Mangel an Chirurgen wird spürbar

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Patienten müssen deshalb nun weite Wege auf sich nehmen oder über die Notaufnahme ins Freudenstädter Krankenhaus gehen. Foto: Rath

Freudenstadt - In Freudenstadt gibt es keine ambulante chirurgische Praxis mehr. Patienten müssen deshalb nun weite Wege auf sich nehmen oder über die Notaufnahme ins Freudenstädter Krankenhaus gehen.

Seit der Schließung der Praxis von Ernst Stöhr und Bernd Wittner gibt es keinen ambulanten Allgemein-Chirurgen mehr in Freudenstadt. Ein Nachfolger wurde trotz jahrelanger Suche nicht gefunden. Zuvor hatte schon Herbert Sieber seine Praxis im Frühjahr geschlossen.

Die nächstgelegene Praxis ist die von Peter Paul Olin­zcuk. Sie befindet sich in Horb. Das bedeutet für die Freudenstädter Patienten weite Wege und Wartezeiten.

"Auch für uns ist das ein gewichtiges Thema", sagt Matthias Meier, Kaufmännischer Direktor der Krankenhäuser im Landkreis Freudenstadt. "Die Vakanzen der geschlossenen Praxen machen sich deutlich bemerkbar." 17 Prozent mehr ambulante Fälle verbuchte Meier im Laufe des Jahres bislang, besonders stark sei dabei die Chirurgie betroffen.

Ambulanz nicht im Zuständigkeitsbereich

Die Notaufnahme sei aber nicht auf ambulante Behandlungen ausgelegt. Wenn ein Notfall komme, müssen ambulante Patienten warten. Denn Krankenhäuser sollten eigentlich nicht der ambulanten Versorgung dienen. Für das Krankenhaus seien die ambulanten Patienten auch nicht wirtschaftlich, sagt Meier.

"Das ist durch die Sektoren geregelt", sagt Meier. Denn das deutsche Gesundheitssystem ist in drei Zuständigkeitsbereiche aufgeteilt. Es gibt die ambulante Versorgung, den Krankenhaus-Sektor sowie ambulante und stationäre Rehabilitations-Einrichtungen. "Diese Sektorengrenzen hindern uns, sinnvolle Strukturen aufzubauen", sagt Meier.

Für die Organisation der ambulanten Versorgung der Bevölkerung ist die ­Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KV) zuständig. Diese sieht sich aber auch nicht direkt in der Verantwortung, denn der sogenannte Bedarfsplan regelt die Niederlassung von Fachärzten. Durch das Ende der beiden chirurgischen Praxen, sind in Freudenstadt Plätze frei geworden. Zwei sind derzeit über die KV ausgeschrieben. Ob sich ein Mediziner auf diese bewirbt, darauf habe die KV keinen Einfluss, sagt Swantje Middeldorff, stellvertretende Pressesprecherin der KV.

Versorgung auf dem Land wird sich ändern

Sie kennt das Problem. "Es werden zahlenmäßig immer weniger Mediziner", sagt sie. Dies betreffe alle Fachgruppen. Zudem sei die Bereitschaft bei Medizinern, den Ort zu wechseln und in die Selbstständigkeit zu gehen, geringer geworden. "Auf dem Land gibt es deshalb überall Probleme, Praxen zu besetzen", sagt Middeldorff.

"Auf dem Papier ist die Versorgung eigentlich gut", sagt die Pressesprecherin mit Blick auf die Zahlen. Im Kreis sei diese bei den Chirurgen weit weg von einer Unterversorgung. Denn: Allgemeine Chirurgen und Unfallchirurgen werden in der Berechnung zusammengefasst, auch wenn sie verschiedene medizinische Bereiche abdecken.

Aber: Die gefühlte Versorgung sei bei den Patienten oft eine andere, vor allem wenn diese weite Wege oder lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Eine Patentlösung habe die KV jedoch auch nicht. "Die Medizinische Versorgung wird sich verändern, aber dadurch nicht schlechter", ist sich Middeldorff sicher. Nicht mehr in allen Städten werden in Zukunft alle Fachärztegruppen vertreten sein, meint sie. Große Praxen an zentralen Standorten mit mehreren Ärzten seien ihrer Meinung nach die Zukunft, da sei es möglich, dass die Patienten auch künftig weitere Fahrtwege auf sich nehmen müssten.

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