Die Ostelsheimer Feuerwehr will in den nächsten Jahren ihre alten Fahrzeuge gegen neue Modelle austauschen. Foto: Felix Biermayer

Die Helfer stellten im Gemeinderat ihren Bedarfsplan bis 2028 vor. Sie brauchen Ersatz für alte Fahrzeuge – und neues Equipment wegen der Hermann-Hesse-Bahn.

“Mit dem, was hier drin steht, sind wir sehr glücklich“, meinte Kommandant Tobias Ehmert bei der Vorstellung des Bedarfsplans der Feuerwehr im Gemeinderat. Das soll heißen: Wenn sie alles bekommen, was sie brauchen. Laut diesem Plan muss die Kommune bis 2028 rund 844 000 Euro investieren.

 

Neue Ausrüstung für Tunnel der Hesse-Bahn

Im nächsten Jahr stehen diese Beschaffungen vor allem im Zeichen der Hermann-Hesse-Bahn. Weil der Testbetrieb Ende 2024 beginnen solle und die Feuerwehr dann auch für den Tunnel zuständig ist, braucht sie das geforderte Equipment, so Ehmert. Ausgebildet für solche Rettungsszenarien im neuen Bahntunnel sind die Feuerwehrleute schon. Für technisches Material – dazu zählen unter anderem Langzeitatemschutzgeräte, Wärmebildkameras oder Transportvorrichtungen, die auf Schienen rollen – werden rund 75 000 Euro fällig.

Umstellung auf digitalen Einsatzstellenfunk

Dazu kommt noch ein neues Fahrzeug. Denn, erklärt Ehmert, das Landratsamt setze auf eine „dezentrale Lösung“. Das heißt, dass dieses Equipment bei der Feuerwehr in Ostelsheim steht und vorn dort zum Einsatz im Tunnel transportiert wird – und nicht irgendwo zentral gelagert ist. Der Feuerwehr schwebe hier ein „Gerätewagen Logistik“ vor (GW-L1). Der koste bis zu 120 000 Euro und sein Laderaum könne auch für andere zukünftige Ausrüstung genutzt werden. Außerdem wolle die Feuerwehr 2024 auf einen digitalen Einsatzstellenfunk umrüsten. Die 14 Endgeräte kosteten 15 000 Euro.

Einsatzkleidung mehr als 20 Jahre alt

2025 stehen weniger Investitionen im Plan. Dann solle lediglich die teilweise mehr als 20 Jahre alte Einsatzkleidung ausgetauscht werden. Kostenpunkt: knapp 44 000 Euro. Der größte Brocken folgt 2026. Für 500 000 Euro benötigt die Feuerwehr für das dann 30 Jahre alte Löschfahrzeug (LF8/6) Ersatz, und zwar ein Löschgruppenfahrzeug 10 (LF 10). Das erfülle die aktuellen Anforderungen und könne als „eigene taktische Einheit“ genutzt werden, so Ehmert. Mit einem eigenen Stromaggregat sei das neue Fahrzeug unabhängig einsetzbar, zum Beispiel bei Starkregenereignissen. Das bisherige Modell besitze diese Fähigkeit nicht.

2027 sind 100 000 Euro für die Ersatzbeschaffung des Mannschaftstransportwagen (MTW) eingeplant. Der hat dann 21 Jahre auf dem Buckel. Der MTW habe viele Funktionen, erläuterte der Kommandant, und werde für alle möglichen Fahrten eingesetzt. Außerdem sei hier die Drohne, welche die Ostelsheimer Feuerwehr gemeinsam mit den Partnern im Gemeindeverwaltungsverband für den Landkreis bereitstellt, untergebracht. Für 2028 habe man keine Investitionen vorgesehen.

Aus dem Gemeinderat gab es große Zustimmung zum Bedarfsplan und er wurde einstimmig beschlossen. Klaus Richter (FWV) drängte aber darauf, dass sich der Landkreis an den Kosten des Equipments für die Tunnelrettung beteilige. Bürgermeister Ryyan Alshebl sagte zu, sich im Zweckverband Hermann-Hesse-Bahn dafür einzusetzen. Alshebl lobte auch den Einsatz der Ehrenamtlichen. „Zwei Prozent der Bevölkerung sind bei der Feuerwehr“, stellte er fest.

Gute Eintreffzeiten

Die Einsatzabteilung hat momentan 50 Mitglieder. 32 davon sind unter 35 Jahre alt. „Die Altersstruktur ist sehr gut“, so Ehmert. Im Schnitt seien 15 Feuerwehrleute tagsüber im Ort. Auch das sei ein guter Wert. 133 Einsätze habe man von 2018 bis 2022 gehabt. Gut ein Drittel seien Brandeinsätze. Ein Viertel aller Einsätze hätten im Rahmen der Überlandhilfe stattgefunden. Vor allem in Gechingen, erzählte der Kommandant. Die Drohne des Landkreises hätten die Ostelsheimer in dem Zeitraum dreimal zum Einsatz gebracht.

Auch die Eintreffzeiten der Feuerwehr könne sich sehen lassen. Tagsüber war das erste Fahrzeug in 95 Prozent der Einsätze innerhalb von zehn Minuten vor Ort gewesen. Das zweite Fahrzeug war immer innerhalb von 15 Minuten da. Das entspreche den Vorgaben, so Ehmert. Nachts sei das erste Fahrzeug sogar in allen Fällen innerhalb von zehn Minuten vor Ort gewesen.

Drehleitern oder Teleskopmastfahrzeuge, wie sie bei der Rettung in hohen oder großen Gebäuden eingesetzt werden, kämen innerhalb von fünf Minuten aus Weil der Stadt oder Althengstett. Solche Gebäude seien in Ostelsheim die Grundschule oder die Kita. Die Feuerwehr Ostelsheim hat aktuell drei eigene Fahrzeuge. Mit dem geplanten GW-L1 erhöht sich dieser Bestand auf vier.