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Freiburg "Einzelgänger, der Pferde sehr gern hat"

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Foto: Modfos/ Shutterstock

Freiburg - Seit zwei Monaten hält ein Pferdeschänder die Polizei im Raum Freiburg in Atem. Der Psychiater und Sexualmediziner Michael Berner versucht zu erklären, was solch einen Triebtäter antreibt.

Herr Berner, die Tierschutzorganisation Peta hat gewarnt, dass bestimmte Menschen, die sexuell motivierte Gewalttaten an Tieren begehen, irgendwann auch ihre Mitmenschen als Opfer aussuchen. Ist da Ihrerer Meinung nach was dran?

Das kann man so zugespitzt nicht sagen: Wenn wir es in den vorliegenden Fällen mit einem sadistisch veranlagten Täter zu tun haben, dann kann er irgendwann auch Menschen aus purer Lust an der Quälerei angreifen. Das gilt aber für jeden Sadisten, der Menschen quält, auch umgekehrt. Es sieht aber eher so aus, als sei hier ein "paraphiler" Täter am Werk, also ein Mensch, der Sexualbeziehungen eher mit Tieren hat, weil es für ihn schwierig ist, sie mit einem menschlichen Gegenüber zu entwickeln.

Was bringt einen Menschen dazu, Tiere mit sexueller Motivation anzugehen, zu quälen und zu verletzen?

Die Gründe können vielfältig sein. Sie können in verletzenden oder kränkenden sexuellen Erfahrungen in der Kindheit liegen, die den Betroffenen gehindert haben, eine reife Sexualität zu entwickeln. Irgendwann hat der Betroffene dann die Erfahrung gemacht, dass es für ihn einfacher ist, mit Tieren Sexualität zu erleben. Immer wieder werden auch mögliche Hirnveränderungen und bestimmte Erkrankungen in diesem Zusammenhang diskutiert.

Die Polizei tut sich ja bisher sehr schwer, den Täter zu erwischen. Können Sie zu einem möglichen Täterprofil etwas sagen?

Das ist natürlich viel Spekulation. Aber grundsätzlich sind Paraphile, also Menschen die ungewöhnliche Sexualobjekte haben, eher gehemmt in ihren Beziehungen, unauffällig und zurückhaltend. Also ein eher gehemmter Einzelgänger, der vielleicht lieber in "Beziehungen" zu den Pferden investiert. In seinem Bekanntenkreis gilt er vielleicht auch in positivem Sinn als "Pferdenarr". Er ist bei seinen Taten einerseits sehr vorsichtig, andererseits von seiner sexuellen Motivation sehr stark angetrieben, ignoriert aber eher diesen Aspekt. Er ist dann sicherlich der ehrlichen Überzeugung, Pferde sehr gern zu haben. Im Gegensatz dazu wäre ein sadistisch motivierter Täter, also einer dem es weniger um die Sexualität und mehr um das Quälen geht, eher ein extrovertierter Typ, der auch Beziehungen pflegen kann, dem es aber um Macht und Dominanz geht. Vom Muster der Taten her betrachtet würde ich das weniger glauben, zumal immer nur Stuten verletzt wurden, was für eine sexuelle Motivation spricht.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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