Tina Vollmer freut sich inmitten der gespendeten Ausstattung im gemütlichen "Wohnzimmer" darauf, dass mit den Kindern und Jugendlichen Leben in die vorbereiteten Jugendräume einziehen wird, sobald es die Corona-Regeln erlauben. Foto: Fahrland Foto: Schwarzwälder Bote

Soziales: Neu gestaltete Jugendräume in Freizeiteinrichtung

Helle, großzügige Jugendräume sind auf den rund 120 Quadratmetern der ersten Etage in der Balmerstraße 10 entstanden. Auch das Jugendbüro hat nach viermonatiger Vorbereitung dort seine neue Bleibe gefunden.

Dornhan. Der Name "Fred", den sich die zuständige Jugendreferentin Tina Vollmer ausgedacht hat, steht als Abkürzung für die neue "Freizeit-Einrichtung Dornhan". Damit wird sowohl Kindern im Grundschulalter als auch älteren Jugendlichen und jungen Heranwachsenden die Möglichkeit geboten, ihre Freizeit eigenverantwortlich zu gestalten oder an den Angeboten des Jugendbüros teilzunehmen.

Bürgermeister Markus Huber lobte das Engagement von Tina Vollmer. Die Stadtverwaltung habe ihr bei der Neugestaltung der Räume freie Hand gelassen. "Sie hat sich richtig ins Zeug gelegt und innerhalb des Budgets ohne großen finanziellen Aufwand, aber mit willkommener Unterstützung der Bürgerschaft, aus wenig viel gemacht." Laut Vollmer waren zunächst zwei Räume und ein Büro angedacht. Doch für den vorhandenen Billard-Tisch wurde unbedingt ein separater Raum benötigt. Außerdem ging der Bedarf über den ursprünglich angedachten, selbstverwalteten Jugendraum für Jugendliche hinaus. Auch anderen Altersgruppen sollte außerhalb der eigenen vier Wände etwas geboten werden.

Der Umgang mit der aktuellen Situation werde für die jungen Leute zunehmend zur Belastung und die Sehnsucht nach Gesellschaft immer größer. Tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Planungen erhielt Vollmer von den Bauhofmitarbeitern. Sie bauten die Küche ein und übernahmen den Transport schwerer Teile. Auch die Jugendlichen und Familienmitglieder halfen je nach aktuell gültiger Corona-Verordnung in Kleingruppen mit, die Sofa-Spenden in den ersten Stock zu tragen.

Rund um das Jugendbüro sind ein gemütliches "Wohnzimmer" mit Sofas, Kissen und einem Spieleregal, ein Billard-Raum und ein Zimmer mit Tischkicker entstanden. Ein weiterer Raum steht noch zur freien Verfügung. Die Teeküche konnte dank einer Privatspende mit Herd und Backofen sowie gut erhaltenen Küchenmöbeln aufgewertet werden und eignet sich für spätere Kochprojekte. Im breiten Flur findet der Essbereich mit Müsli-Bar Platz.

Die Ideenschublade für Jugendprojekte sei gut gefüllt, versicherte die Jugendreferentin. Ein offener Jugendtreff soll jeweils dienstags und donnerstags stattfinden. Alle Beteiligten warten auf die Lockerung der Kontaktbeschränkungen. Individuelle Angebote in der Jugendsozialarbeit und Beratung sind aber trotz Corona mit Terminvereinbarung möglich.

Voraussichtlich noch im Laufe des Monats Mai soll ein corona-konformes Freiluft-Angebot auf dem Mehrgenerationenplatz starten. Dort möchte das Jugendbüro Spielutensilien wie Sandspielzeug, Straßenmalkreide oder Badmintonschläger verleihen und eine formlose Gesprächsmöglichkeit anbieten. Näheres zu den Terminen und Betreuungszeiten wird noch bekanntgegeben.

Große Spendenbereitschaft

Ihr Herz für die Jugend bewiesen die Dornhaner mit großzügigen Spenden. Anstatt Weihnachtsgeschenke zu verteilen, spendete die Friseurmeisterin Regine Guhl-Rößler von der Friseur-Galerie Dornhan 350 Euro. Zusätzlich fütterte ihre Kundschaft eine Spendendose mit fast 200 Euro. Die Summe von rund 550 Euro fließt zweckgebunden in die Anschaffung eines Laptops. Damit kann das Jugendkino im Farren­stall fortgesetzt werden, sobald die Corona-Regeln dies erlauben.

Außer Möbeln und Ausstattungsgegenständen wurden Bilderrahmen gespendet. Rasch machte die Nachricht eines Kunstprojekts zum Schmücken der Wände unter den kreativen Kindern und Jugendlichen die Runde. Ein erstes Bild ist bereits eingetroffen. Auch die Gestaltung von Plakaten konnte Tina Vollmer getrost der Jugend überlassen, die sich mit Feuereifer ans Werk machte.

(sf). Für zwei Jahre bis Ende März 2020 nutzte die Stadtverwaltung das ehemalige Verwaltungsgebäude in der Balmerstraße 10 als Ausweichquartier während der Rathaus-Sanierung. Die Stadt hatte den Firmenkomplex aus der Insolvenzmasse der Mado-Holding erworben.

Bei der Klausurtagung des Gemeinderats im vergangenen Oktober wurde entschieden, die erwünschten Jugendräume an diesem Standort einzurichten. Laut Bürgermeister Markus Huber bleibt für den zweiten Stock weiterhin die Idee eines städtischen Gründerzentrums präsent, die wegen Corona noch keine Umsetzung fand. Die Räume seien für die Vermietung an ein Kleingewerbe oder junges Start-Up-Unternehmen geeignet.

Einige Meter weiter wird ein großes Areal durch Abbruch für eine neue Nutzung vorbereitet. Planungsrechtlich befindet sich die Balmerstraße in einem Mischgebiet, wo nicht störende gewerbliche Nutzungen möglich sind. Über die städtebauliche Erneuerung soll ein Quartier entstehen, das Wohnen und Arbeiten miteinander vereint.

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