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Folgen der Lockdowns Gibt es einen Corona-Baby-Boom?

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Gibt es in den kommenden Monaten einen Baby-Boom? Foto: Brichta

Abgesagte Veranstaltungen, Kontaktbeschränkungen, Homeoffice. Durch die Corona-Krise und den damit verbundenen Lockdown haben Paare in diesem Jahr deutlich mehr Zweisamkeit. Doch bedeutet das auch, dass es zu einem Baby-Boom kommen könnte? Was der baden-württembergische Landesvorsitzende des Berufsverbands der Frauenärzte dazu sagt, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Region - Vermutlich haben die Menschen in kaum einem anderen Jahr so viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbracht wie in 2020. Vor allem die Lockdowns haben die Freizeitgestaltung vieler Menschen verändert. Doch selbst, wenn dies das Sexleben vieler Paare angekurbelt haben sollte - bedeutet das dann auch, dass es in den kommenden Monaten zu einem Baby-Boom kommt? 

"Es ist eine sehr heterogene Situation"

So einfach lasse sich das nicht sagen: "Es ist eine sehr heterogene Situation", weiß Markus Haist. Er ist nicht nur niedergelassener Frauenarzt in Pforzheim, sondern hat auch den Landesvorsitz für Baden-Württemberg beim Berufsverband der Frauenärzte. "Einzelne Praxen haben schon eine Zunahme von Schwangerschaften festgestellt", berichtet der Gynäkologe. Er selbst bemerke den Trend in seiner Praxis jedoch nicht: "Bis jetzt hatten wir in diesem Jahr 150 Schwangerschaften, letztes Jahr waren es 160". Es komme auch immer auf die Region an: In manchen Gegenden gebe es grundsätzlich nie viele Geburten, in anderen mehr. "Pforzheim zum Beispiel ist die geburtenreichste Stadt in Baden-Württemberg, weil wir hier einen sehr hohen Migrationsanteil haben", erklärt Haist. Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen haben bislang jedoch noch nicht für ein großes Plus oder gar ein Minus bei den Geburten gesorgt.

Doch wie wirkt sich die Pandemie ansonsten auf Schwangerschaften aus? Haben werdende Eltern seit dem Beginn der Corona-Krise mehr Ängste und Sorgen als zuvor? "Sorgen vor allem dahingehend, wie die Geburt aussehen wird", antwortet der Gynäkologe. Viele Frauen fragen sich beispielsweise, ob sie bei der Entbindung eine Maske tragen müssen, ob der Partner im Kreissaal sein darf oder ob es Familienzimmer in den Kliniken gibt, zählt Haist auf. Das seien natürlich ganz neue Fragen, die sich die werdenden Eltern vor der Pandemie nicht stellen mussten - und auch auf diese Fragen gebe es keine einheitliche Antwort: "Die Krankenhäuser dürfen das alles selbst entscheiden", erklärt Haist. So, wie sich schon Vorgaben von Landkreis zu Landkreis unterscheiden können, sei das auch mit den Kliniken. Und auch dabei könne ein Krankenhaus wieder andere Regelungen haben, wenn es beispielsweise zu einem Klinikverbund gehöre, der mehrere Standorte habe. Auch das zeige, wie heterogen die aktuelle Situation sei.

Neugeborenes nicht knuddeln und knutschen

Momentan sei es trotz steigender Corona-Zahlen in den meisten Kliniken so, dass die Mutter bei der Entbindung keinen Mundschutz tragen muss, beruhigt der Gynäkologe. Außerdem dürfen die Partner momentan meistens mit in den Kreissaal, ergänzt er. Bei einem Untersuchungstermin in der Praxis dürften die Partner ebenfalls dabei sein - "die Dichte an Praxisbesuchern sollte aber grundsätzlich verringert werden", sagt Haist. Auf Begleitpersonen, die nicht unbedingt dabei sein müssen, solle verzichtet werden. Manche Praxen verfahren außerdem so, dass die Partner draußen warten müssen, während die werdende Mutter im Wartezimmer sitzt. Wird sie dann aufgerufen, wird auch der Partner kontaktiert und darf in das Behandlungszimmer hinzukommen, erklärt der Arzt.

Grundsätzlich habe Haist den Eindruck, dass die werdenden Eltern beim ersten Lockdown größere Ängste hatten als jetzt. "Inzwischen haben viele Routine im Umgang mit dem Virus und der Situation", vermutet der Arzt. Aussagekräftige Studien darüber, ob und welche Auswirkungen das Coronavirus auf die Babys haben könnte, gebe es noch nicht, so Haist.

Was rät der Arzt werdenden Müttern außerdem während der Pandemie? "Vermeidbare Kurse sollten auch vermieden werden", sagt Haist. Viele Rückbildungskurse fänden auch online statt und es gebe inzwischen auch viele andere Live-Programme oder Videos im Internet. Wenn das Baby erstmal auf der Welt sei, sollte es auch nicht von unzähligen Verwandten und Freunden geknuddelt und geküsst werden, empfiehlt der Arzt. "Viele Angehörige sind ja auch älter, wie zum Beispiel Oma und Opa. Die sollten auf Distanz bleiben", rät Haist. Doch auch andere Besucher sollten Abstand halten und einen Mundschutz tragen. 

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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