Das alte Feuerwehrhaus in Sulz am Eck hat seinen Dienst getan. Der geplante Neubau soll so schnell wie möglich realisiert werden. Foto: Menzler

Ein Jahr hätte der Neubau des Sulzer Feuerwehrhauses in Wildberg wohl länger warten müssen. Doch um sich diese Zeit zu ersparen und das abgängige alte Feuerwehrhaus schnell verlassen zu können, wird das Projekt nun für einen Totalunternehmer ausgeschrieben. Doch das gefällt nicht jedem Wildberger Stadtrat.

Kostensicherheit, die Reduzierung der Schnittstellen mit der Stadtverwaltung sowie ein gewisses Zeitersparnis. Das soll für den Neubau des Feuerwehrhauses in Sulz am Eck mittels der Beauftragung eines Totalunternehmers geschaffen werden, erklärt Bürgermeister Ulrich Bünger. Auch mit Blick auf andere Projekte, die die Stadt momentan plant und umsetzt: Ein Totalunternehmer würde die Verwaltung entlasten.

 

Außerdem könne aufgrund der erwarteten Gesamtkosten von rund 3,175 Millionen Euro das Projekt national öffentlich – also nicht EU-weit – ausgeschrieben werden. Vonseiten der Stadt also ein durchaus ansprechender und sinnvoller Schritt. Für einige Wildberger Stadträte steht allerdings ein bestimmter Punkt diesem Schritt entgegen. Denn kleine und mittelständische Unternehmen können dann nicht direkt teilnehmen.

Es gebe zwar dennoch die Chance für Regionalunternehmen am Bau beteiligt zu sein. Doch lang nicht so einfach wie in der losweisen Vergabe. Denn: Entweder ein regionales Unternehmen bewirbt sich als Totalunternehmer – also als Generalunternehmer, der neben Bauausführung auch Planung übernimmt –, oder der spätere Totalunternehmer nimmt regionale Unternehmen unter Vertrag. Dies könne die Stadt aber nicht festlegen.

„Baubranche wird wieder ruhiger“

Für den ein oder anderen Stadtrat ein Unding. Wenn schon rund drei Millionen Euro ausgegeben wird, sollten wenigstens auch regionale Unternehmen davon profitieren betonte CDU-Rat Siegfried Herter in der jüngsten Gemeinderatssitzung. In der Baubranche werde es wieder ruhiger: „Nächstes Jahr brauchen auch unsere Unternehmer wieder Aufträge.“ Jürgen Niethammer (CDU) fürchte, dass ein Totalunternehmer auf die billigsten Handwerker zurückgreifen, wahrscheinlich nicht aus der Region. Dadurch seien Nachbesserungen programmiert. „Da wäre es besser auf regionale Unternehmen zu bauen.“

Das Ortsbild von Sulz am Eck wird sich aus Richtung Jettingen mit dem Neubau deutlich verändern. Foto: Menzler

Andere Stadträte hätten das Für und Wider abgewogen und befürworteten einen Totalunternehmer. „Dann haben wir die Kosten im Griff“, unterstrich FDP-Rätin Jutta Kemmer-Hönig. Auch Matthis Deuble (Freie Wähler) sprach für sich und seine Fraktion: „Wir haben den Wunsch, dass sich regionale Unternehmer beteiligen können. Aber die Preissicherheit und das Zeitersparnis sprechen für einen Totalunternehmer.“

Totalunternehmer wird beauftragt

Bürgermeister Bünger betonte in der kurzen Diskussion erneut: „Das alte Feuerwehrhaus ist eigentlich schon abgängig. Die Zeit ist das Thema hier.“ David Mogler (SPD) pflichtete ihm nur bei: „Jeder, der schon einmal in dem alten Haus war, weiß: Das ist schon lange abgängig.“ Es gebe auch regionale Unternehmer, die einen Auftrag als Totalunternehmer stemmen könnten, führte Mogler aus. Immerhin sei es ja auch ein interessantes Projekt, ergänzte Bünger.

Das alte Feuerwehrhaus in Sulz sei abgängig, meinen Wildbergs Bürgermeister und Gemeinderat. Foto: Menzler

Regina Schröder (Grüne) fasste es kurz vor der Abstimmung nochmals zusammen. Es gehe also um drei Argumente: die Kostensicherheit, das Zeitersparnis von einem Jahr sowie das Entlasten der Verwaltung bezüglich anderer Projekte. „Und die bringen doch sowieso noch eine neue Verzögerung mit sich.“ Der Gemeinderat beschloss letztendlich mit zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen einen Totalunternehmer für das Feuerwehrhaus zu beauftragen.