Es war das größte Projekt in der Geschichte des Hotels Sackmann: die Sanierung und Erweiterung des Hotelkomplexes. Mit rund 100 Gästen feierte die Hoteliersfamilie Sackmann am Dienstag die offizielle Eröffnung und präsentierte das neue "Sackmann".
Baiersbronn-Schwarzenberg - "Nie war mehr Anfang als jetzt" – unter diesem Motto stand die Feier, zu der Gäste aus Politik, Wirtschaft und viele renommierte Vertreter der Gastroszene gekommen waren, unter ihnen auch die hochdekorierten Köche Harald Wohlfahrt und Claus Peter Lumpp sowie der Winzer und Fußballfunktionär Fritz Keller.
Sie alle erlebten bei Führungen und beim Feiern ein völlig neues Hotel. Und bei allen Neuerungen im Fokus: das Thema Regionalität, aber auch Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Das "Get-together" in der Hotelhalle vereinte schließlich die Gäste, auf die dabei ein Konzert der Familie Wagner aus Baden-Baden, etwas Comedy und ein Redereigen warteten – charmant moderiert von Evelin König. Jörg Sackmann, hochdekorierter Koch und erfolgreicher Hotelier, dankte allen Beteiligten, die dazu beigetragen hatten, dass aus einer Vision Wirklichkeit wird, insbesondere seiner Familie. Denn: "Alleine hätte ich das nicht geschafft."
Familie als Nummer eins
Und überhaupt, Familie: Dass die bei Jörg Sackmann die Nummer eins ist, bescheinigte ihm auch Evelin König. Seit vielen Jahren sei Sackmann regelmäßig als Fernsehkoch mit dabei im "ARD-Buffet", ein feiner Mensch, der "uneitel und professionell bei uns im Studio arbeitet".
Tradition zu wahren, heiße nicht, die Asche anzubeten, sondern die Glut weiterzugeben: Mit diesem Zitat stieg Bürgermeister Michael Ruf in seine Rede ein. Er sprach seine Hochachtung und seinen Respekt aus und dankte der Hoteliersfamilie, dass sie die Gemeinde frühzeitig in ihre Pläne eingebunden habe. Das habe auch dazu beigetragen, Herausforderungen zu meistern und Probleme zu umschiffen. Das Hotel sei umrahmt von Murg, Bundesstraße und S-Bahn. Einzeln betrachtet seien das Vorteile, zusammen gesehen seien es aber Herausforderungen.
Den Planern bescheinigte Ruf, hervorragende Arbeit geleistet zu haben. Es sei gelungen, die Glut weiterzutragen. Entstanden sei ein "unheimlich stimmiger" Neubau, der trotzdem harmonisch an die Tradition des Café Sackmann anschließe.
Von einem top-modernen Haus ohne Schickimicki-Allüren sprach Landrat Klaus Michael Rückert, der auch auf die große Bedeutung des Tourismus und die herausragenden Gastgeber im Landkreis einging. Er, so Rückert, sei froh, dass auch der Landkreis seinen Teil dazu beitragen konnte, die mutigen Pläne in die Tat umzusetzen. Auch den stationären Blitzer, der schon so manchen einige Euro gekosten haben mag, schnitt Rückert an. Wer ins Hotel Sackmann einkehre, der könne gar nicht geblitzt werden. "Weil er ja bremsen muss, um auf den Parkplatz zu kommen."
"Tolle Ausbildungsleistung"
Eva-Maria Rühle, stellvertretende Vorsitzende des Dehoga Baden-Württemberg, gratulierte "zu dem, was ihr hier in schweren Zeiten geleistet habt", und würdigte zudem die "tolle Ausbildungsleistung" des Betriebs. Wie sie sprach auch Nicolai Danne, Dehoga-Geschäftsführer in Baden-Baden, das Thema Pandemie an. Er freute sich, dass man jetzt wieder in der Lage sei, mit einer gewissen Normalität zu leben.
Annemarie Sackmann, die Frau von Sternekoch Jörg Sackmann, mit ihrer Bescheidenheit und Wärme rückte Verleger Ralf Frenzel vom Tre Torri Verlag, in dem auch das Buch "Jörg und Nico Sackmann – unser Kochbuch" erschienen ist, in den Fokus. Jörg Sackmann bescheinigte er, einer der kreativsten Köche, ein Perfektionist zu sein, etwas ganz Besonderes.
Michael Wirbitzky brachte als Dauernörgler Peter Gedöns aus Bonn einiges zum Lachen mit, machte das Murgtal zum Murxtal, sprach vom Hotel als Hammerpalast und kam schließlich zu dem Schluss, dass es ja eigentlich Hotel Sackmänner, aber auch Sackfrauen heißen müsse.
Im Gespräch mit Jörg Sackmann und dessen Söhnen Nico und Daniel beleuchtete Moderatorin Evelin König den Weg von der Idee zum Bau bis zur Verwirklichung des Projekts. Die Geschichte sei das, was das Haus ausmache, betonte Daniel Sackmann. Sein Bruder Nico erklärte: Es war wichtig, dass der Schwarzwald nicht verloren gehen darf.
Und dann ging es zu Tisch, wo ein exklusives Menü mit den korrespondierenden Weinen aufgetischt wurde – unter anderem mit Räucherstör und Kavier sowie Rehnüsschen mit Sanddornbeeren.