Zehn Familien waren beim Sommerferienprogramm der Stadt Alpirsbach mit von der Partie, um sich mit Karin Beilharz auf die Suche nach den Holländertannen zu machen. Foto: Jugendreferat

Auf den Spuren der Holländertannen waren Kinder und Erwachsene mit Karin Beilharz beim Sommerferienprogramm der Stadt Alpirsbach. Und: Sie wurden fündig.

Alpirsbach - Seit acht Generationen bewirtschaftet die Familie Beilharz den Bachbauernhof in Ehlenbogen. Seit jeher spielt die Holzvermarktung dabei eine große Rolle. Zum Hof gehören mehrere Hektar Wald.

Doch nur Mythen der Schwarzwaldromantik?

Für das Ferienprogramm der Stadt hatte Karin Beilharz in ihren Wald und auf ihr neues Seminar-Floß eingeladen, um sich mit Groß und Klein auf die Suche nach Spuren der Holländertannen zu machen. Gibt es sie denn noch, diese mächtigen, mindestens 35 Meter hohen und gerade gewachsenen Tannen, die sich entweder als Pfähle für den Städtebau oder als Mastholz für die stolzen Kriegs- und Handelsschiffe der holländischen Flotte nutzen ließen? Oder sind das Mythen der Schwarzwaldromantik?

Gemeinsam begrüßten Karin Beilharz und Stadtjugendreferent Mathias John zehn Familien, die sich für diesen Nachmittag angemeldet hatten. Vom Bachbauernhof aus ging es dann zum offiziellen Start erst einmal auf das große Seminar-Floß direkt an der Kinzig, auf dem gut und gerne 30 bis 40 Personen Platz finden, um etwas über die grundlegende Biologie des Waldes und seiner einzelnen Teile, der Bäume, zu erfahren.

Eine kleine, zweijährige Tanne in einem Blumentopf stand am Anfang der Reise und sollte den enormen Unterschied zur ausgewachsenen "Königin der Wälder" zeigen. Anschließend sollten sich Eltern und Kinder bei einem ausgiebigen Gang selbst einen Eindruck von der Beschaffenheit und Diversität des hofeigenen Walds machen können. Karin Beilharz hatte die Strecke durch steiles Terrain so geplant, dass den Besuchern tatsächlich die Unterschiede von Monokultur und moderner Plenterwaldbewirtschaftung vor Augen geführt werden konnten, heißt es weiter in einem Bericht des Jugendreferats.

Und dort, im generationenübergreifenden Wald, tauchten sie dann auch auf, die ersten Holländertannen. Große, starke Stämme, nicht selten weit über 30 Meter hoch, recken sich dort seit Jahrhunderten in den Himmel und prägen so das Gesicht des Walds maßgeblich.

Wie wurde der Wald früher bewirtschaftet? Welche Werkzeuge und Arbeitsmethoden hatte man im Vergleich zu heute? Karin Beilharz konnte auch diese Fragen beantworten und zeigte ihren Besuchern eine alte Riese, eine rutschbahnartige Erd­rinne zum Abtransport der großen Stämme. Oben eingelegt, rauschten sie donnernd ins Tal und konnten dort für das Flößen vorbereitet werden. Heute werden die Riesen nicht mehr genutzt, und so konnte sich die Gruppe in dieser alten Rutsche auf den Rückweg zum Hof machen. Dort angekommen, hatte Familie Beilharz mit Bauernbrot, Honig und frischem Quellwasser für eine kulinarische Stärkung gesorgt.

Zum Abschluss wird eineigenes Floß gebunden

Jede Familie hatte sich aus dem Wald etwas Astholz mitgebracht. Dieses konnte zum Abschluss zu einem eigenen Floß gebunden werden. Wer wollte, durfte dann gleich testen, ob die Kinzig auch heute noch flößbar ist. Bis nach Holland allerdings wird es keines mehr geschafft haben. Bewiesen aber ist – die Holländertannen gibt es auch heute noch. Man muss nur wissen, wo sie stehen.