Die Villinger bejubelten auf schneebedecktem Kunstrasen einen wichtigen 2:1-Sieg in Bietigheim. Foto: Eibner/Schüller

„Ich bin gegen 1 Uhr gegangen, der harte Kern hat aber deutlich länger durchgehalten“, sagt Denis Stogiannidis – und lacht. Die Stimmung war in einer Gaststätte in der Villinger Färberstraße natürlich nach dem verdienten 2:1-Sieg beim FSV Bietigheim-Bissingen sehr gut. Es gibt aber einen Wermutstropfen.

Klar, dass am Samstagabend die Ampelkarte von Tevfik Ceylan ein großes Thema war. „Schon die erste gelbe Karte war eigentlich ein Witz“, blickt der Sportvorstand des seit fünf Spielen ungeschlagenen Regionalliga-Anwärters zurück.

 

Nach dem Anschlusstreffer der Bietigheimer in der fünften Minute der Nachspielzeit durch Daniele Cardinale habe Schiedsrichter Christian Eiletz klar signalisiert, dass er das Spiel nicht mehr anpfeifen wird.

„Dann hat Tevfik den Ball wegschlagen. Er ging ja davon aus, dass die Partie vorbei ist“, verstand nicht nur der Kapitän der Villinger wenig später die Fußball-Welt nicht mehr. Der Referee hatte doch das Spiel wieder angepfiffen, dem bestürzten Spielführer wegen Unsportlichkeit die Ampelkarte gezeigt.

SG Sonnenhof

Ganz bitter: Ceylan wird im nächsten Oberliga-Spiel nun gesperrt sein – und dieses ist für den 2. März 2024 ausgerechnet gegen den großen Aufstiegskontrahenten aus Großaspach angesetzt. Die SG Sonnenhof schwächelte übrigens beim 1:1 gegen Essingen, hat nur noch einen Punkt Vorsprung auf den FC 08.

Die Defensive

Auf dem schneebedeckten und rutschigen Kunstrasen brauchten die Villinger Nullachter etwas, um ins Spiel zu finden. „Da ging es viel ums wegverteidigen. Das haben sie gut gemacht“, notierte der Sportvorstand kaum Chancen auf beiden Seiten in den ersten 45 Minuten. Die zum dritten Mal in Folge unveränderte Startelf wärmte sich nach einem 0:0 in der Halbzeit in der Kabine auf.

Die Offensive

Der Pausentee erfüllte seinen Zweck. Villingen steigerte sich, spielte sich nun immer wieder Möglichkeiten heraus. Am Ende sah Denis Stogiannidis „sechs, sieben“ gute Chancen seiner Mannschaft.

Eine der ersten davon nutzte Dominik Emminger (47.). „Das war ein starkes Tor“, gab es auch ein Lob für die Vorbereiter Angelo Rinaldi, Tevfik Ceylan und Marcel Sökler, der also wieder mit Emminger eine Doppelspitze bildete. „Das hat wieder sehr gut funktioniert.“

08-Spielführer Tevfik Ceylan verstand nach der Ampelkarte die Fußball-Welt nicht mehr. Foto: Eibner/Schüller

Danach verpassten es die Villinger, die Führung auszubauen. „Dies lag auch daran, dass zwei Tore nicht gegeben wurden“, ist sich der Sportvorstand nach der Videoanalyse sicher, dass der Schiedsrichter die Treffer hätte geben müssen.

Gabriel Cristilli

So dauerte es bis in die Nachspielzeit, bis der eingewechselte Gabriel Cristilli (90. + 4) mit dem 2:0 den 13. Saisonsieg eintütete. „Gabi hat sich nach einem Eckball der Bietigheimer den Ball geschnappt, ist dann durchgestartet. Das war ein Traumtor“, freute sich Denis Stogiannidis über den ersten Saisontreffer des Youngsters.

Am verdienten Dreier änderte auch der späte Gegentreffer durch Daniele Cardinale nichts. Mit der umstrittenen Ampelkarte für Tevfik Ceylan war dann ein turbulentes Fußball-Jahr 2023 des FC 08 Villingen beendet.

Die nächsten Wochen

Und wie geht es weiter? „Ich gehe davon aus, dass wir mit dem richtigen Trainer die Restsaison angehen“, denkt Denis Stogiannidis weiter vor allem an den erfolgreichen U21-Coach Daniel Miletic. Bevor sich die Spieler am 22. Januar wieder im Friedengrund treffen, werden sie übrigens individuelle Trainingspläne erhalten. Wieder ins Geschehen eingreifen werden im neuen Jahr Jonas Brändle und Nico Tadic (beide nach Kreuzbandriss). Auch Leon Albrecht und Fabio Liserra werden dann zurückerwartet.