„Die Ergebnisse haben uns nicht gerade in die Karten gespielt“, weiß Reiner Scheu, dass der FC 08 Villingen in Sachen Oberliga-Klassenerhalt noch nicht am sicheren Ufer ist. Dies könnte sich am Mittwoch ändern.
Die Konkurrenz aus Südbaden, Württemberg und Baden punktete also fleißig am 28. Spieltag, dagegen brachten die Nullachter beim 1:2 in Pforzheim nichts Zählbares mit in den Friedengrund. „Alle Teams, außer Schlusslicht Freiburg, wehren sich heftig gegen den Abstieg“, ist der 08-Coach besonders vom 1:1 der Offenburger bei Ligaprimus Stuttgart beeindruckt.
40 Punkte
Derzeit sieht es danach aus, dass drei oder sogar nur zwei Teams – sollte der BW-Tabellenzweite über die Aufstiegsrelegation den Sprung in die vierthöchste Klasse Deutschlands schaffen, in die Verbandsligen absteigen müssen. „Die Regionalliga Südwest spielt im Sinne unserer Oberliga“, will Scheu nun am Mittwoch (19 Uhr) mit einem Dreier im Heimspiel gegen Reutlingen den vielleicht entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Dann hätten die Nullachter (8./37 Punkte) die Marke von 40 Zählern erreicht. „Das könnte reichen“, vermutet der 68-Jährige.
Dünner Kader
Dafür müsse sein Team aber im Vergleich zum Pforzheim-Spiel aber über 90 Minuten vor allem in Sachen „Laufbereitschaft“ und „Schnelligkeit“ eine konstantere Leistung abrufen. „Man merkt schon, dass unser Kader sehr dünn geworden ist. Zudem macht sich das Fehlen von Jonas Brändle sehr bemerkbar“, betont Scheu. Der Außenbahnspieler soll am Dienstag in München am Kreuzband operiert werden. Danach soll nicht nur Brändle bald seinen Vertrag verlängern. „Ich gehe davon aus, dass alle Spieler bleiben wollen“, erwartet Reiner Scheu, dass nach Spielführer Tevfik Ceylan auch zeitnah weitere Spieler ihre im Sommer auslaufenden Kontrakte verlängern. Torjäger Ibrahima Diakité will sich aber erst nach der Runde entscheiden.
Offenburg-Coup
Unterdessen könnte es im Kampf gegen den Abstieg nicht spannender zugehen. Der Offenburger FV (14./31 Punkte) bestätigte die gute Form mit einem überraschenden 1:1 bei Spitzenreiter Stuttgarter Kickers. Nach der Punkteteilung vor 3660 Zuschauern im Gazi-Stadion war Kickers-Coach Mustafa Ünal enttäuscht: „Natürlich wollten wir mehr und sind mit dem Unentschieden nicht zufrieden, aber wir sind immer noch acht Punkte vorne. Mein Glaube an das Team ist riesengroß. Wir werden alles reinhauen.“ Kickers-Sportdirektor Marc Stein stellte klar: „Wir sind noch nicht in der Regionalliga.“ Dagegen freute sich OFV-Trainer Sascha Ruf, dass sein Matchplan unterhalb des Fernsehturms aufging: „Wir wollten zunächst die Null halten und dann die Nadelstiche setzen.“
Lust & Frust
Auch die TSG Backnang (17./29) schöpft nach dem 2:1 gegen den SV Oberachern (10./36), dem Gegner des FC 08 Villingen am 3. Juni im SBFV-Pokalfinale in Emmendingen, neue Hoffnung in Sachen Klassenerhalt. “Wir konnten einen absolut verdienten Heimsieg einfahren. Die zuletzt starken Oberacherner konnten uns nichts entgegensetzen“, freute sich TSG-Trainer Mario Klotz über den extrem wichtigen Dreier.
Da aber auch der FV Ravensburg (16./30; 3:3 in Bietigheim) und Neckarsulm (15./3; 2:1 in Freiburg) punkteten, bleibt Backnang auf dem vorletzten Rang. Rielasingen (13./32) verlor dagegen bei Kickers-Verfolger Großaspach knapp mit 1:2. Auch der SSV Reutlingen (11./35) – der Gegner der Nullachter am kommenden Mittwochabend (19 Uhr) in der Villinger MS Technologie-Arena – ließ beim 0:1 gegen Göppingen Federn.