Mario Klotz betont: „Wir haben es weiter in der eigenen Hand." Foto: Marc Eich

Oberliga BW – was will das Fußball-Herz mehr! Noch 61 Tage lang dürfen sich Fans vor allem in Sachen Aufstieg wohl auf ein Wechselbad der Gefühle einstellen. Aus dem Drei- ist ein Vierkampf geworden. Für den FC 08 Villingen spricht im Titelrennen mit Großaspach, Göppingen und Pforzheim eine ganz besondere Konstellation.

Ganze zwei Zähler trennen die Spitzenteams SG Sonnenhof Großaspach (49 Punkte, 62:23 Tore, 24 Spiele), 1. Göppinger SV (49, 48:28, 25), FC 08 Villingen (48, 60:34, 24) und 1. CfR Pforzheim (47, 60:32, 25) nach dem 25. Spieltag. Es spricht also vieles dafür, dass erst am 1. Juni, dann steigt der 34. und letzte Spieltag, die Entscheidung in Sachen Meisterschaft (Direktaufstieg in die Regionalliga Südwest) und Platz zwei (Teilnahme an der Aufstiegsrelegation) fallen wird.

 

Zwei ambitionierte Anwärter auf den Sprung in die Viertklassigkeit werden also leer ausgehen.

„In der eigenen Hand“

Mario Klotz geht natürlich fest davon aus, dass seine Elf dann keine der beiden „Nieten“ gezogen hat. „Wir haben es weiter in der eigenen Hand“, verweist der Villinger Coach darauf, dass mit Großaspach (17. April), Göppingen (4. Mai) und Pforzheim (1. Juni) alle Direktkontrahenten noch in der MS Technologie-Arena ihre Visitenkarte abgeben müssen.

Der Faktor Friedengrund könnte somit den Ausschlag im Aufstiegsrennen geben. Mit den Fans („Diese haben uns auch gegen Ravensburg wieder stark unterstützt“) im Rücken soll also spätestens in 61 Tagen nach dem Heimspiel gegen Pforzheim einer der beiden ersten Plätze eingetütet sein, am besten dann die Meister- und Aufstiegsparty gefeiert werden.

Zwei große Gewinner

Klar ist aber auch, dass es am Oster-Wochenende zwei andere große Gewinner gab. Göppingen (4:1 gegen Gmünd) und Pforzheim (2:0 gegen Denzlingen) lösten ihre Aufgaben, während Großaspach (1:2 in Hollenbach) und auch der FC 08 beim 1:1 gegen den FV Ravensburg Punkte abgaben.

„Pforzheim hat zuletzt von den Spitzenteams die konstantesten Ergebnisse hingelegt“, hat auch Klotz die in diesem Jahr noch ungeschlagenen Goldstädter – 19 von 21 möglichen Punkten – längst wieder auf der Rechnung.

Stolze Trainer

„Nach einer englischen Woche mit neun Punkten und nur einem Gegentor können wir alle stolz auf die Jungs sein“, freut sich CfR-Trainer Thomas Herbst über den Lauf seiner Truppe. „Das war läuferisch und kämpferisch stark“, sah GSV-Coach Gianni Coveli beim 4:1 gegen Gmünd einen „auch in der Höhe verdienten Sieg“.

In Großaspach verstehen Coach Pascal Reinhardt und Co. immer noch nicht, weshalb Schiedsrichter und Assistenten den Last-Minute-Siegtreffer der Hollenbacher gegeben haben. „Dreiviertel der Zuschauer im Stadion haben das Handspiel deutlich gesehen“, ärgerte sich Reinhardt.

Videoanalyse

Auch Mario Klotz vermisste am Samstag gegen Ravensburg einen Pfiff. Nach einem Foul an Daniel Caligiuri hätte es einen einen Elfer für die Nullachter geben müssen. Unsere Videoanalyse bestätigt die Einschätzungen der beiden Oberliga-Trainer. Für die Villinger geht es nun am Samstag (14.30 Uhr) beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht Offenburg (10 Punkte) weiter.

Ob dann Frederick Bruno (Handverletzung bei der U21) und Angelo Rinaldi (Schlag auf das Sprunggelenk) dabei sind, wird sich eventuell erst nach dem Abschlusstraining am Freitagabend zeigen.

Der Abstiegskampf

Unterdessen wird die Lage für den FC Holzhausen (21 Punkte, 1:3 in Backnang), den FC Denzlingen (25, 0:2 in Pforzheim) und den FSV Bietigheim-Bissingen (25, 3:4 in Oberachern) immer kritischer. Selbst bei nur vier Absteigern ist der Rückstand auf den SSV Reutlingen (30, 3:2 gegen Mannheim) schon groß.

Karsten Maier, der Trainer des FC Holzhausen, haderte in Backnang nicht zum ersten Mal mit der Chancenverwertung seiner Elf. Gut möglich ist es, dass es aber fünf Absteiger geben wird, kämpfen doch die baden-württembergischen Regionalligisten TSG Balingen, VfR Aalen um den Ex-Nullachter Ibrahima Diakité und Astoria Walldorf um das sportliche Überleben.