Daniel Caligiuri wird beim FC 08 Villingen mit der Rückennummer 40 auflaufen. Foto: Marc Eich

Mit der Verpflichtung von Daniel Caligiuri gelang dem Oberligisten FC 08 Villingen nicht nur ein spektakulärer Transfercoup, sondern zugleich verpflichteten die Nullachter mit dem 36-Jährigen einen ungewöhnlichen Ex-Bundesligaspieler, der an mehreren „Sternstunden“ der Bundesliga beteiligt war.

Daniel Caligiuri absolvierte in 14. Spielzeiten 372 Bundesligaspiele (51 Tore), 36 DFB-Pokalpartien (9), 14 Champions-League- (1) sowie 16 Europa-League-Spiele (2) für vier Vereine (SC Freiburg, VfL Wolfsburg, FC Schalke 04 und FC Augsburg).

 

Der Beginn

Begonnen hat seine Fußballkarriere 1995 beim BSV 07 Schwenningen. In seiner Jugendzeit wechselte er 2001 zum SV Zimmern, bevor er sich 2005 dem SC Freiburg anschloss, bei dem er über die zweite Mannschaft den Sprung ins Profi-Team schaffte.

Sein erstes Bundesliga-Spiel absolvierte Caligiuri am 7. November 2009 in der Startelf – samt gelber Karte – beim VfL Bochum (2:1). Auf sein erstes Bundesligator musste allerdings noch eine Weile warten: Am 21. Spieltag der Runde 2011/12 traf er in seinem 51. Bundesliga-Spiel am 10. Februar 2012 für den SC beim 2:3 in Wolfsburg.

Die Spezialität

Eine Spezialität waren seine Strafstoßtore – 19 in der Bundesliga bei 22 Versuchen. In allen Pflichtspielen waren es 32 Treffer. Damit belegt er Platz 21 der ewigen Bundesliga-Rangliste – gleichauf mit Krassimir Balakov und noch vor WM-Final-Schütze Andreas Brehme (18).

Die Sternstunden

Leverkusen – Wolfsburg 4:5 (14. Februar 2015): Bei diesem Neun-Tore-Spektakel traf Caligiuri zwar nicht ins Tor (Bas Dost erzielte vier Treffer), doch war es es nach 17 Spielen ohne Sieg (vier Remis) in Leverkusen der erste Wolfsburger Dreier bei der Werkself. 14 Tage später beim 5:3-Sieg in Bremen am 1. März gelang ihm übrigens ein Doppelpack.

Bayern – Wolfsburg 5:1 (22. September 2015): Es war der Moment für alle Rekordbücher an jenem Dienstagabend. In der ersten Hälfte traf Daniel Caligiuri nach 26 Minuten zur 1:0-Pausenführung.

Was dann nach der Pause passierte, sorgte nicht nur bei Bayern-Coach Pep Guardiola für Erstaunen und ging um die ganze Welt: Er wechselte Robert Lewandowski ein – und dieser zauberte zwischen der 51. und 60. Minute binnen neun Minuten fünf Treffer aus dem Hut.

Dortmund – Schalke 4:4 (25. November 2017): Es war eines der spektakulärsten Spiele der Bundesliga-Geschichte. Caligiuri lag mit S04 im Revierderby nach 25 Minuten mit 0:4 im Rückstand. Ein Debakel drohte. Dann startete er mit den Schalkern eine unfassbare Aufholjagd. In der 86. Minute gelang ihm mit einem Schuss in den Winkel das herrliche 3:4. Naldo köpfte in der 94. Zum 4:4-Ausgleich ein.

Dortmund – Schalke 2:4 (27. April 2019): Vor 80 000 Zuschauern entzauberte Caligiuri den BVB mit zwei Toren und einer Vorlage – alle nach Standards. Das 1:1 (Elfmeter/18.) und 1:3 (25-Meter-Freistoß/62.) erzielte er selbst, das 1:2 von Salif Sané bereitete er mit einem Eckball vor (28.).

Köln - Augsburg (16. Oktober 2022): Am 10. Spieltag schoss er sein 51. und letztes Bundesliga-Tor zum zwischenzeitlichen 2:2 der Augsburger bei der 2:3-Niederlage am Rhein.

Bayern – Augsburg 5:2 (22. Mai 2021): Für ihn persönlich war es ein gebrauchter Tag. Beim Halbzeitstand von 0:4 wurde er ausgewechselt.

Er verschoss gegen Manuel Neuer einen Strafstoß (25.). In der 90. Minute wurde es historisch, als Robert Lewandowski mit seinen 41. Tor zum wohl ewigen Bundesliga-Rekord traf.

Augsburg – Bayern 2:1 (19. November 2021): Als einem von wenigen Profis gelangen ihm Siege gegen den FC Bayern. An jenem 12. Spieltag stand er 58 Minuten auf dem Feld. Insgesamt gelangen ihm mit dem FCA (1:0) und Wolfsburg (4:1) zwei weitere Siege gegen den Rekordmeister.

DFB-Pokal

Am 30. Mai 2015 feierte Daniel Caligiuri seinen größten Triumph. Der Doppelstädter holte mit den „Wölfen“ in Berlin beim 3:1 gegen Borussia Dortmund den „Pott“. 85 Minuten lang stand er auf dem Feld. Kurios: An gleicher Stelle feierte sein Onkel Karl-Heinz Wöhrlin, der in Donaueschingen lebt, als Profi 1985 ganze 30 Jahre zuvor mit Bayer 05 Uerdingen einen 2:1-Sensations-Pokalcoup gegen den FC Bayern.

Mit dem SC Freiburg hatte er im Viertelfinale ein verrücktes Spiel erlebt. Freiburg lag beim FSV Mainz bis zur 86. Minute mit 0:2 zurück. Dann fiel der Anschluss. Daniel Caligiuri hatte seinen großen Auftritt: Erst sorgte er in der Nachspielzeit per Elfmeter für das 2:2 (90.+3), in der Verlängerung legte er den 3:2-Siegtreffer nach (108.).

Champions League und Co.

In 30 internationalen Partien – so bei Real Madrid, Manchester United, dem FC Porto, dem SSC Neapel, Ajax Amsterdam, dem FC Everton oder bei Inter Mailand – lief er in den ganz großen Stadien auf. Im Old Trafford erzielte er bei ManU sogar ein Tor.

Den wichtigsten Treffer markierte er für Wolfsburg im Achtelfinale der Europa League League am 19. März 2015 bei Inter, als er im San Siro zum 1:0 traf (24.). Sein drittes Tor war im Viertelfinale (20. April 2017) zugleich das bitterste: Nach einem 0:2 bei Ajax traf Caligiuri im Rückspiel in der Verlängerung zunächst zum 3:0 (101.). Trotz Überzahl endete die Partie 3:2 – S04 schied aus.