Gabriel Cristilli bejubelt seinen Treffer zum 2:0. Foto: Eibner-Pressefoto/Silas Schuelle

Der FC 08 Villingen hat sich mit einem 2:1-Sieg in Bietigheim-Bissingen in die Winterpause verabschiedet. Ein Wermutstropfen ist der Platzverweis für Kapitän Tevfik Ceylan.

Als eine von nur sechs Mannschaften war der FC 08 Villingen am Samstagnachmittag im Einsatz. Sowohl die Partie am Freitagabend zwischen Nöttingen und Offenburg als auch die Spiele in Holzhausen, Denzlingen, Gmünd und Pforzheim fielen dem Wetter zum Opfer. In Bietigheim-Bissingen hingegen konnte gespielt werden. Und: Mit den winterlichen Verhältnissen auf dem Kunstrasen schienen die Nullachter besser zurechtzukommen. So gelang es Villingen, sich mit einer Serie von fünf ungeschlagenen Spielen in die Winterpause zu verabschieden.

 

Rutschiger Kunstrasen

In der ersten Halbzeit schaffte es keines der beiden Teams, sich nennenswerte Vorteile zu erarbeiten. Im Schneegestöber und auf einem enorm rutschigen Platz gelang es den Akteuren nur selten, sich kontrolliert in Richtung des gegnerischen Strafraums zu kombinieren. „Es war phasenweise mehr Schlittschuhfahren als Fußball“, sagte Villingens Sportvorstand Denis Stogiannidis nach der Partie.

0:0 zur Pause

Dominik Emminger und Marcel Sökler, die erneut als Doppelspitze gemeinsam in der Startelf standen, hatten im ersten Durchgang jeweils eine vielversprechende Situation, bei der sie mit etwas Platz auf FSV-Keeper Moritz Welz zuliefen. Beide konnten die Kugel aber nicht in den Maschen unterbringen. So blieb es zur Pause beim torlosen Remis. „Wir wussten aber, dass wir noch Luft haben und in der zweiten Halbzeit aufdrehen können“, meinte Stogiannidis.

Emminger zur Führung

Und so kam es auch: Fast unmittelbar nach dem Seitenwechsel sorgte Emminger nach einer schönen Kombination durchs Mittelfeld und einer Hereingabe von Sökler für die Villinger Führung. Nach dem Treffer behielten die Gäste weitestgehend die Oberhand – und erzielten sogar zwei weitere Treffer, die jedoch vom Schiedsrichter-Gespann aberkannt wurden. Auch aus dem ein oder anderen weiteren Angriffen hätte gut und gerne das 2:0 fallen können. „Wir haben es in der zweiten Halbzeit wirklich gut gemacht“, lobte Stogiannidis seine Mannschaft.

Cristilli macht den Deckel drauf

Es sollte jedoch bis in die Nachspielzeit hinein dauern, bis den Nullachtern die Vorentscheidung gelang. Der eingewechselte Gabriel Cristilli gewann tief in der eigenen Hälfte einen Zweikampf, fasst sich ein Herz und marschierte bis in den gegnerischen Strafraum hinein über das gesamte Feld. Auch im Abschluss behielt er die Nerven und erzielte das von den Nullachtern frenetisch gefeierte 2:0.

Anschlusstreffer und kurioser Platzverweis

Doch die Partie war noch nicht vorbei. Nahezu postwendend gelang Daniele Cardinale nach einer Flanke von der rechten Seite per Kopf in der fünften Minute der Nachspielzeit doch noch der Anschlusstreffer. Allerdings war allen Beteiligten klar, dass dieser Treffer die letzte Aktion war. Auf Nachfrage von Tevfik Ceylan soll Schiedsrichter Christian Eiletz sogar bestätigt haben, die Partie gleich abpfeifen zu wollen. Der Villinger Kapitän führte den Anstoß aus, indem er die Kugel – wohl bereits aus Freude über den feststehenden Sieg – in die gegnerische Hälfte schlug. Eiletz pfiff – allerdings nicht die Partie ab. Der bereits verwarnte Ceylan sah die Gelb-Rote Karte, was im Villinger Lager für große Verwirrung und Ärger sorgte. „Der Platzverweis so kurz vor Schluss ist natürlich unglaublich bitter“, ärgerte sich auch Stogiannidis nach dem Abpfiff über diese Entscheidung des Unparteiischen.

Mit gutem Gefühl in die Winterpause

Trotz dieses Wermuttropfens fiel das Villinger Fazit nach dem dritten Sieg in Serie und dem fünften Spiel ohne Niederlage positiv aus: „Die Mannschaft hat es verdient, so in die Winterpause zu gehen. Ich finde, es spiegelt das wieder, was wir die ganze Vorrunde über geleistet haben.“

Mit dem Sieg springen die Nullachter außerdem auf den zweiten Tabellenplatz – zumindest über Nacht. Am Sonntag (14 Uhr) hat der 1. Göppinger SV in Mannheim die Chance, wieder am FC 08 vorbeizuziehen.

Personal und Statistik

FSV 08 Bietigheim-Bissingen – FC 08 Villingen 1:2 (0:0).

Bietigheim-Bissingen: Welz, Ikpide, Dominkovic, Schmidt, Cardinale, Mamic, Häußermann, J. Keklik (76. Mouhssine), S. Keklik, Sirianni, Podolsky (38. Zinram).

Villingen: Klose, Rinaldi (90.+4 Ivancic), Busam, Ceylan, Sökler, Zölle, Yilmaz (90.+3 Bruno), Pintidis, Alihoxha (61. Cristilli), Emminger (82. Rodewald), Boulachab (90.+4 Mboob).

Tore: 0:1 Emminger (47.), 0:2 Cristilli (90.+4), 1:2 Cardinale (90.+5)

Besondere Vorkomnisse: Gelb-Rote Karte für Ceylan (90.+5).

Schiedsrichter: Christian Eiletz, Tim Walter, Julian Gumz.

Zuschauer: 200.