Schwenningens Center Robin Jorch (rechts) zeigte zuletzt leistungsmäßig eine aufsteigende Tendenz. Auch gegen Ehingen will er am Mittwochabend kräftig scoren. Foto: Michael Kienzler

Basketball: Panthers nehmen mit viel Respekt Favoritenrolle daheim gegen Ehingen/Urspring an. 

In der ProA empfangen die wiha Panthers Schwenningen (10. Platz/ 12 Punkte) am Mittwoch (19 Uhr) das Schlusslicht Ehingen/Urspring. Die Gäste haben bislang nur einen Sieg verzeichnet. Die Schwenninger füllen die Favoritenrolle aus.

Aber dennoch möchte die Mannschaft von Coach Alen Velcic die Aufgabe nicht unterschätzen. Nach ihrem wichtigen Sieg bei den Artland Dragons gilt es für die Neckarstädter nun, in Richtung Play-off-Qualifikation dranzubleiben.

Klare Ansage

Panthers-Spieler Jonas Niedermanner bringt es vor dem Heimspiel gegen die Talentschmiede aus Ehingen auf den Punkt: "Wir wollen nicht überheblich sein, aber wenn wir in die Play-offs wollen, dann ist das ein Muss-Sieg für uns. Aber klar ist auch, dass wir diese Aufgabe nicht unterschätzen dürfen. Wir müssen uns in der Offense – im Vergleich zum Spiel in Quakenbrück – natürlich steigern und sollten diesem Spiel klar unseren Stempel aufdrücken."

Dies sieht Panthers-Coach Alen Velcic ebenso wie sein Forward. "Aber wir gehen nach dem Sieg gegen die Dragons mit einem sehr guten Gefühl in die Partie gegen Ehingen. Die Leistung meiner Mannschaft in Quakenbrück hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Doch natürlich wollen wir besonders in der Offense gegen Ehingen einiges besser machen."

Schwächste Defense

Die Ehinger waren bislang in dieser Saison ebenfalls schon von der Corona-Problematik betroffen und mussten deshalb zwischenzeitlich aussetzen. Sie stehen am Tabellenende mit der aktuell schwächsten Defense-Quote der ProA (97,45 Gegenpunkte im Schnitt). Über komplette 40 Minuten bisher in dieser Saison schaffte es der kommende Gegner der Schwenninger nur selten, sein Potential abzurufen, dass dieses so junge Team entfalten könnte. Selbst auf gute Trefferquoten aus der Distanz zu Beginn wie gegen Paderborn (79:105), folgen zu häufig Schwächephasen in der Verteidigung.

Auch Lichtblicke

Auch deshalb konnte bislang erst ein Saisonsieg geholt werden. Zu den vier US-Amerikanern, die als Rookies schon die hauptsächliche Scoring-Power auf sich nehmen, kommen positive Lichtblicke wie die bislang starke Saison von Maxi Langenfeld, der in jedem Spiel mindestens zehn Minuten auf dem Feld stand und gegen Paderborn auch erstmals zweistellig punktete.

In der Offense wird das Team von vier Amerikanern getragen. Jack Pagenkopf, Christian Oshita, De’Quan Abrom und Kameron Hankerson scoren im Schnitt zweistellig und erzielen gemeinsam knapp 70 Prozent der gesamten Ehinger Punkte. Die beiden auffälligsten deutschen Spieler Ferenc Gille und Akim-Jamal Jonah kommen auf 9,4 und 9,0 Zähler im Schnitt. Der einzige Saisonsieg gelang den Donaustädtern am dritten Spieltag mit einem 83:80 in Trier.

Panthers-Trainer Alen Velcic warnt davor, Ehingen zu unterschätzen: "Wie in der letzten Saison steht Ehingen mit dem Rücken zur Wand. Wir gehen als Favorit in das Spiel, wissen aber, dass wir hellwach sein müssen. Wenn man Ehingen unterschätzt und ins Laufen kommen lässt, dann bekommt man erhebliche Probleme gegen sie."

Personell ist bei den Panthers in dieser englischen Woche alles an Bord. Am Samstagabend geht es für die Schwenninger dann in Jena weiter im Programm.

Der Gegner

Team Ehingen/Urspring

Wie kaum ein anderer Verein in Basketball-Deutschland steht das Team Ehingen/Urspring für eine exzellente Nachwuchsarbeit. An der angegliederten Basketball-Akademie der Urspringschule haben etliche spätere National- und Bundesligaspieler ihre schulische mit der sportlichen Ausbildung erfolgreich verknüpft und sind dann ihren Karriereweg gegangen. In Ehingen spielen traditionell gute Nachwuchstalente neben starken Amerikanern. Nachdem die Ehinger in der Saison 2018/19 noch Rang sieben belegten, schlossen sie die Vorsaison in der ProA auf dem letzten Tabellenplatz ab. Dies hätte den Abstieg für die Mannschaft von Trainer Domenik Reinboth bedeutet, doch in Corona-Zeiten durften die Ehinger drinbleiben.

Die unverhoffte Chance auf den Klassenerhalt nutzten die Ehinger, um sich vor der Saison mit vier neuen Amerikanern (Jack Pagendorf, Billy Wampler, Kameron Hankerson und De’Quan Abrom – alle vom College) zu verstärken. Wampler wurde inzwischen von Christian Oshita ersetzt. Auch in dieser Saison stellt das Team die jüngste Mannschaft in der ProA. "Mit diesen Talenten und harter Arbeit wollen wir in dieser Saison für Überraschungen sorgen", hatte Coach Domenik Reinboth vor der Saison gehofft. Der Ist-Stand sieht aber doch anders aus. Auch gebeutelt von einer Corona-Zwangspause stehen die Ehinger erneut im Tabellenkeller. Doch ein Abstieg in die ProB würde kein Beinbruch bedeuten. Das Konzept in Ehingen bleibt.

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