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Faustball TVU schrammt knapp an Sensation vorbei

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Michael Ochner im Angriff. Foto: DFBL/Spille Foto: Schwarzwälder Bote

Nach nur zwei Spieltagen steht wegen der Corona-Pandemie am kommenden Wochenende schon die Endrunde um die deutsche Faustballmeisterschaft an. Bei den Frauen hoffen der TSV Calw und der TSV Dennach auf eine Medaille.

Der TV Unterhaugstett hat die Sensation knapp verpasst. Als einer der Außenseiter zur Endrunde der deutschen Faustballmeisterschaft nach Kellinghusen angereist, machten die Unterhaugstetter ihre Ankündigung wahr, um eine Medaille mitspielen zu wollen. Mit zwei souveränen Siegen zogen sie ins Finale ein und hatten dort sogar den als unschlagbar geltenden Titelverteidiger TSV Pfungstadt am Rande einer Niederlage. "Der zweite Platz ist der größte Erfolg in der Geschichte des TVU im Erwachsenen-Bereich", freute sich TVU-Pressesprecher Sebastian Buck. Damit haben die Unterhaugstetter auch die Qualifikation zum Champions Cup (ehemals Europacup der Landesmeister) am 20/21. August 2021 in Linz erreicht und spielen im kommenden Jahr international. TV Unterhaugstett – VfK Berlin 3:1 (11:2, 8:11, 11:9, 11:5). Im Viertelfinale setzte sich der TVU mit einer konzentrierten und fokussierten Leistung gegen VfK Berlin durch. Nur im zweiten Durchgang wackelte die sonst sehr sichere Abwehr und der TVU musste einen Satzverlust hinnehmen. In den Sätzen drei und vier steigerte sich der TVU aber wieder und zog ins Halbfinale ein.

VfL Kellinghusen – TV Unterhaugstett 0:3 (11:13, 9:11, 7:11). Dort kam es zum Aufeinandertreffen mit Gastgeber VfL Kellinghusen, die für das Halbfinale gesetzt gewesen waren. Überzeugend setzte sich der TVU auch hier mit 3:0 durch.

TV Unterhaugstett – TSV Pfungstadt 2:3 (5:11, 11:9, 5:11, 11:9, 9:11). Im Finale wartete auf den TVU dann der große Favorit TSV Pfungstadt. Mit Nationalschlagmann Patrick Thomas sind die Hessen seit Jahren das Maß aller Dinge im deutschen Männer-Faustball. Im ersten und zu Beginn des zweiten Satzes wirkte es auch so, als seien die Pfungstädter doch eine Nummer zu groß. 0:1 und 1:7 lagen die Unterhaugstetter schnell zurück, bis ein Ruck durch die Mannschaft ging. Angeführt von starken Abwehraktionen von Holger Bäuerle, Luca Egger, Sebastian Buck und Markus Katz kam auch Angreifer Robin Gensheimer besser ins Spiel. Sie klauten den Favoriten noch den sicher geglaubten Satz mit 11:9. Im dritten Durchgang gab es für den TVU beim 5:11 nichts zu holen, den vierten Satz sicherten sich die Außenseiter erneut nach einer starken Aufholjagd mit 11:9. Im Entscheidungssatz war der TVU dann obenauf und spielte sich sogar eine 8:5-Führung heraus. Die Pfungstädter wackelten sichtlich. Für den TVU war der Sieg zum Greifen nah, in einigen hart umkämpften, langen Ballwechseln ließen aber Michael Ochner und Gensheimer gute Angriffschancen aus und so siegte am Ende doch der Seriensieger mit seiner Erfahrung.

Endrunde um die deutsche Faustballmeisterschaft

Frauen

Viertelfinale

TV Jahn Schneverdingen - TSV Pfungstadt3:0

TSV Calw - VfL Kellinghusen2:3

Halbfinale

TSV Dennach - TV Jahn Schneverdingen3:1

Ahlhorner SV - VfL Kellinghusen3:2

Spiel um Platz 3

TV Jahn Schneverdingen - VfL Kellinghusen3:0

Finale

TSV Dennach - Ahlhorner SV2:3

Männer

Viertelfinale

TV Unterhaugstett - VfK 1901 Berlin 3:1

Berliner TS - TV SW-Oberndorf1:3

Halbfinale

VfL Kellinghusen - TV Unterhaugstett0:3

TSV Pfungstadt - TV SW-Oberndorf3:0

Spiel um Platz 3

VfL Kellinghusen - TV SW-Oberndorf2:3

Finale

TV Unterhaugstett - TSV Pfungstadt2:3

Noch am 1. März hatten sich die Faustballfrauen des TSV Calw zum zweiten Mal die deutsche Meisterschaft in der Halle geholt. Dann veränderte das Coronavirus alles – natürlich auch den Spielbetrieb in der Faustball-Bundesliga. Mit nur zwei Spieltagsturnieren qualifizierten sich die drei Besten aus den Staffeln Süd und Nord für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Ein Muster ohne Wert? Keineswegs, denn mit dem TSV Dennach, dem TSV Calw und dem TSV Pfungstadt aus dem Süden, dem Ahlhorner SV, dem TV Jahn Schneverdingen und Gastgeber VfL Kellinghusen sind sechs Top-Teams beim Finalturnier am Samstag und Sonntag in Schleswig-Holstein mit von der Partie. Außenseiter haben die Chance nicht nutzen können. Als Süd- und Nordmeister sind die Mannschaften des TSV Dennach und des Ahlhorner SV vorzeitig im Halbfinale. Die Calwerinnen als Süd-Zweite kämpfen mit Gastgeber VfL Kellinghusen um den Einzug ins Semifinale gegen den Ahlhorner SV. Die Dennacherinnen empfangen den Sieger der Begegnung TV Jahn Schneverdingen gegen TSV Pfungstadt.

Das Turnier nördlich von Hamburg wird eine völlig andere deutsche Meisterschaft als gewohnt. Natürlich ohne geselliges Beisammensein, mit Tragen des Mundschutzes abseits des Spielfelds – und mit Mini-Publikum. Jedes Süd-Team darf maximal zehn Fans mitbringen, die Nordteams bis zu 20. Frei verfügbare Tickets an der Tageskasse gibt es nicht. Immerhin: Für Faustball-Fans, die zuhause bleiben, gibt es einen Livestream im Internet unter www.sportdeutschland.tv.

TSV Calw

Beim TSV Calw wurde im Sommer die Mannschaftsaufstellung kräftig durcheinander geschüttelt. Mit Elisa Becht und Laura Glauner, Neuzugänge vom TV Obernhausen, sowie der jungen Lena Gengenbach sind gleich drei Spielerinnen im orangenen "Löwinnen"-Trikot erstmals bei der Endrunde dabei. Der Kader mit acht Frauen wird von den erfahrenen Henriette Schell, Leonie Pfrommer, Anna Winkler, Sandra Janot und Adina Stoll vervollständigt. "Die Stimmung ist gut. Unsere neuen Kameradinnen haben sich prächtig integriert und stellen für uns spielerisch als auch persönlich einen enormen Mehrwert dar", erklärt Kapitänin Sandra Janot, die den ungewohnten Kader als bunte Mischung bezeichnet.

Allerdings müssen die Calwerinnen, die von Bernd Bodler sowie "Ersatz-Coach" Heiko Bestle betreut werden, auf zwei Leistungsträgerinnen der vergangenen zehn Bundesliga-Jahre verzichten. Stammtrainerin Elke Schöck fehlt ebenso wie Allrounderin und frühere U21-Europameisterin Lisa Kübler. Beide haben Urlaub gebucht, als der DM-Termin noch drei Wochen früher angesetzt war. Die dreifache Weltmeisterin Stephanie Dannecker (nach Kreuzband-OP) im Angriff ist natürlich nicht einfach zu ersetzen und so hängen die Trauben diesmal noch etwas höher. "Das Erreichen des Halbfinals muss unser Ziel sein", sagt Sandra Janot. Gelingt dies gegen die unberechenbaren Kellinghusenerinnen, so ist auch der Sprung auf einen Medaillenplatz drin. Janot: "Ich denke, wir haben das Potenzial."

TSV Dennach

Seit 2007 sind die Dennacherinnen Stammgast bei den nationalen Titelkämpfen in der Halle und auf dem Feld. Wo sie auch am Start sind, sie gehören immer zu den Favoritinnen. So auch in diesem Jahr. Ein Grund dafür: Ausnahmeschlagfrau Sonja Pfrommer. Sie kann ein Spiel im Alleingang entscheiden. Auch in Kellinghusen wird der Titel nur über die langjährige Nationalspielerin und ihren TSV Dennach gehen.

Doch Spielertrainierin Anna-Lisa Aldinger sieht ihr Team auch in der Breite gut aufgestellt. "Personell sind alle aktuellen sieben Spielerinnen dabei. Wir sind dieses Jahr extrem flexibel aufgestellt. Besonders in der Abwehr habe ich die ›Qual der Wahl‹ und es wird je nach Gegner und Tagsform entschieden", sagte sie im Vorfeld der Titelkämpfe. Mit der Leistung in der verkürzten Feldsaison kann die Trainierin sehr zufrieden sein. In der Gruppe Süd setzte sich ihr Team souverän als Sieger durch und ist so direkt für das Halbfinale qulifiziert. "Wir haben nach der Pause sehr schnell wieder ins Spiel gefunden. Anfangs haben wir viel an den Schwächen von jedem Einzelnen gearbeitet, für die man in einer laufenden Saison nicht unbedingt Zeit oder andere Prioritäten gesetzt hatte", sagt Aldinger. Das Ziel ist klar: "Wir hoffen, mal wieder eine Medaille mit nach Hause zu nehmen – natürlich möchte jeder Gold. Aber besonders dieses Jahr, in diesen Zeiten, geht es mir darum, Spaß an unserem Sport zu haben und alles zu geben", sagt Aldinger.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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