Vier Schnurr-Gruppen gaben am Sonntag in vier Schnurrlokalen mit ihren Geschichten ihr Bestes. Die Besucher genossen herrliche Unterhaltung.
Aufgepeppt und verpackt in bekannte Melodien, herrschte in den Lokalen über fünf Stunden lang ausgelassene Stimmung mit dem Ergebnis, dass man jetzt wieder etwas mehr über seine Mitbürger weiß.
Die kleine Gemeinde Aichhalden muss wohl auch in Berlin bekannt sein, weshalb auch das „Heute Spezial“ des ZDF mit Marietta Slomka (Susanne Pollack) mit hochrangigen Ministern der Ampelregierung in den Schnurrantenlokalen ausgestrahlt wurde.
Außenministerin Annalena Baerbock (Sabine Kimmich) landete nicht mit dem Airbus auf dem Flughafen in Winzeln, sondern ritt auf dem Regierungsbesen direkt in die Schnurrbeizen. Kanzler Olaf Scholz (Ralf Hug) hatte nicht viel zu sagen, da er sich an (fast) nichts erinnern konnte. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (Frank Dresel) hatte seine Kiff-Tüte dabei und war kaum zu verstehen. Cem Özdemir (Achim Kimmich) meinte es mit Landwirt Rolf Dieterle gut und überreichte ihm eine Hanfpflanze für den künftigen Anbau, der Millionen bringen soll.
Für ihre bisherige miserable Regierungsarbeit bekam das Quartett von Alt-Kanzlerin Angela Merkel (Beatrix Dresel) kräftig die Leviten gelesen.
Die Gruppe gab nach sieben Jahren Abstinenz ein glänzendes Schnurr-Comeback. Die ZDF-Musikanten Ansgar Roming, Peter Borho, Jörg Schneider und Hans-Martin Weißer versicherten, nur sie kennen die wahren Geschichten, die im Dorf passiert sind.
Hierzu gehörte, dass Bernd Wilhelm sein Geschäftshandy beim Abladen von Heckenschnitt auf der Grüngutsammelstelle in Rötenberg verloren hatte. Nach vergeblichem 30-minütigen Suchen war ihm klar, dass er einen Bagger braucht. Der ehemalige Bauhofleiter Wolfgang Haberstroh hatte allerdings erst am Sonntagabend dafür Zeit. Tatsächlich wurde das Handy dann auch gefunden.
Musikverein als Seemänner
Im Seemannskostüm trat eine Abordnung des Musikvereins auf und nahm sich selbst auf die Narrenschippe. Beim Schlachtfest der Kirchengemeinde bildete eine kleine Gruppe Musiker die letzten Gäste, die einfach nicht nach Hause wollte. Für einen Absacker bei Sigi Broghammer im Heizkeller stellte sich Pfarrer Christian Albrecht gerne als Chauffeur mit seinem heiligen Taxi zur Verfügung, kostenfrei natürlich. „Für so ein kleines Abenteuer, zahlen wir doch gerne die Kirchensteuer“, bedankten sich die Schnurrer bei Albrecht nochmals nachträglich.
Laut den Musikern soll es im „Schachen“ bei Georg Eschle eine neue Gaststätte mit dem Namen „Schöne Aussicht auf der Terrasse“ geben. Das Akkordeon-Orchester Aichhalden-Rötenberg als Krümelmonster der Sesamstraße wussten vom Großeinkauf der Bürgermeister-Gattin im Aldi. Als die Kassiererin alle Waren abgescannt hatte, bemerkte Miriam Lehrer, dass sie ihre EC-Karte vergessen und nur 20 Euro Bargeld dabei hatte.
So ging ein großer Teil des Einkaufs wieder zurück. Dafür gab es von den hinter ihr wartenden Kunden ironisch angehauchten Beifall.
Quasi vom Regen in die Traufe kam die Bürgermeister-Frau, als ihr im Auto ausharrender Sohn fragte: „Für so wenig Eingekauftes hast du so lange gebraucht?“.
Mehr Stimmen als Räte
Nachdem sie ihrem Sohn das Missgeschick erklärt hatte, zückte dieser seine EC-Karte. Im Ergebnis gings nochmals in den Aldi rein.
Die Akkordeonisten hatten auch noch Wind von einer ungültigen Abstimmung des Gemeinderats bekommen, was in der Nach-Sitzung besprochen werden soll. Der Grund lag darin, dass mehr Stimmen abgegeben wurden als Räte anwesend waren. Jetzt gibt’s statt Bier nur noch Mineralwasser.