Die St. Johann Singers umrahmten die Narrenmesse, im Chorraum steht Urs Thiel Foto: Vögele

In Anlehnung an ein Musical wurde den Besuchern der Spiegel vorgehalten. Neben dem Glöckner von Notre Dame gab es noch zahlreiche Superstars.

Und wieder war es Ehrensache, dass man nicht nur den Zunftball besuchte, sondern am Fasnetssonntag auch die „Narrenmesse“ in St. Johann mitfeierte.

 

Eine voll besetzte Kirche gestaltete gemeinsam ein wahres Fest der Freude. Gemäß dem Anlass war die Kirche geschmückt. Die Figuren des Optimisten und Pessimisten grüßten vom Seitenaltar her. Sulzer Masken, Narrenfahnen, Wimpel und Luftballons in gelb und rot und die große Schar der Besucher im Häs zauberten schon beim Betreten ein Lächeln in die Gesichter.

Tarzan und Tina Turner

Urs Thiel hieß alle zur 12. Narrenmesse willkommen, die von echter Freude und Fröhlichkeit geprägt war, ganz so wie es die St. Johann Singers in ihren Liedern ausdrückten. Die Liturgie hielt Urs Thiel, Amtssprache war schwäbisch, alle verstanden alles.

Mit seiner Predigt traf Thiel so manchen Nagel auf den Kopf. In gereimter Form knüpfte er an das Motto „Musical“ des Zunftballs an. Bekannte Einzelstars und Gruppen wie Mary Popins, Jane und Tarzan, Miss Saigon, Aladin, sogar Tina Turner wurden nochmals lebendig. Die meisten bekannten Musicals waren präsent. Mit seiner Verkleidung fiel der Glöckner von Notre Dame besonders auf.

Der Dank des Fasnetskönigs

Und hier knüpfte Thiel an das Tagesevangelium von der Heilung des Aussätzigen an. Vertieft wurde die biblische Aussage durch eine Erzählung, die am Fasnachtssonntag 1932 in einem böhmischen Dorfe passierte. Dort wurde die hässlichste Verkleidung zum Fasnetskönig gekürt. Um Mitternacht nach der Demaskierung blieb der Hässliche aber hässlich.

Ganz still war es im Saal, als er sich bei den Narren für deren Bewunderung bedankte, für die Freude, die sie ihm damit gemacht hätten. Der tiefgründige Vergleich zwischen dem Verhalten der Narren und der bedingungslosen, heilenden Liebe ergab den Titel für das fehlende Musical „Jesus Christ- Superstar“.

„Jedem zur Freud“

Es folgte ein langer Beifall der begeisterten Zuhörer. Viele Lacher begleiteten die Predigt, dennoch kam die Botschaft an, genau wie bei den auf schwäbisch gereimten Fürbitten, die aus der Feder von Jürgen Hartmann stammten. „Jedem zur Freud, niemand zum Leid“ gab Thiel den Gottesdienstteilnehmern mit auf den Weg, bevor der Narrenmarsch, auf der Orgel intoniert, die Besucher zum Narrenimbiss geleitete.