Mit 28 Zweitligaeinsätzen hatte Hans Nunoo Sarpei seinen Anteil am Aufstieg der SpVgg Greuther Fürth. Foto: imago images/Zink/Sportfoto Zink

Der Ex-VfB-Profi Hans Nunoo Sarpei tritt mit Aufsteiger Greuther Fürth zum Bundesligaauftakt in Stuttgart an. Abseits des Platzes engagiert sich der junge Ghanaer für ein Waisenhaus in der Heimat.

Stuttgart - Geht es um die noch junge Profikarriere des Hans Nunoo Sarpei, so hat der defensive Mittelfeldspieler bei den Kleeblättlern aus Fürth tatsächlich sein Glück gefunden. Fünf Jahre ist es inzwischen her, dass der 22-Jährige unter der Regie seines Onkels Edward Sarpei seinem ersten Club, den Liberty Professionals aus Accra, in der Heimat Ghana den Rücken kehrte, um als Juniorenspieler beim VfB Stuttgart anzuheuern.

 

Wenig Einsatzzeit unter Trainer Hannes Wolf

Inzwischen hat Sarpei trotz seiner Jugend bereits zwei erfolgreiche Aufstiege in die Bundesliga hinter sich – allerdings in ganz unterschiedlichen Rollen: Während es 2016/17 in Stuttgart für den unerfahrenen Youngster unter Trainer Hannes Wolf lediglich zu einem Einsatz im DFB-Pokal und in der Folgezeit zu zwei Erstliga-Kurzeinsätzen reichte, ist der robuste Kämpfer aus der Spielzentrale in Fürth unter Trainer Stefan Leitl zuletzt eine verlässliche Größe gewesen. 28 Zweitligaspiele absolvierte Hans Nunoo Sarpei in der Vorsaison.

Zum Bundesligaauftakt kommt es nun zu einem Wiedersehen, denn die SpVgg Greuther Fürth gastiert am Samstag (15.30 Uhr) in der Mercedes-Benz-Arena. „Ich hatte beim VfB eine gute Zeit, an die ich gerne zurückdenke. Erik Thommy ist noch immer ein guter Freund von mir“, sagt Sarpei, der beim Pokal-Aus der Franken bei Regionalligist SV Babelsberg 03 im Elfmeterschießen aber erst in der Nachspielzeit ins Spiel kam.

Doch Fürth spielte gegen die Potsdamer lediglich mit einem Sechser. Sarpei hofft also auf einen Startelfeinsatz gegen den VfB – und auf eine gute Saison: „Die kommende Spielzeit ist für mich ganz besonders wichtig. Wir sind in die erste Bundesliga aufgestiegen – das ist eine Topliga“, sagt Sarpei: „Mit dem VfB habe ich zwar schon zwei Erstligaspiele absolviert. Diesmal sollen es deutlich mehr werden.“

Lesen Sie aus unserem Angebot: So läuft der Trainingsaufbau der Corona-Patienten beim VfB

Dass Fußball bei allem Ehrgeiz aber nicht alles ist – wer wüsste das besser als Hans Nunoo Sarpei? Dessen Onkel Hans Sarpei spielte einst in der Bundesliga für Wolfsburg, Leverkusen und Schalke – und sorgte auch abseits des Platzes mit seiner Teilnahme an der RTL-Show „Let’s Dance“ oder seiner eigenen TV-Show „Das T steht für Coach“ für mediales Aufsehen. Bisher haben die beiden allerdings noch keinen Draht zueinander gefunden.

Sarpei will ein Studium aufnehmen

Das ist schade, weil Hans Nunoo Sarpei nicht nur ein heller Kopf ist, der bald ein Studium im Sportmanagement aufnehmen will. Er ist obendrein ein Kämpfer für die gute Sache: „Warrior King“ steht daher neben dem Logo eines gekrönten Löwen, mit dem sich der Ghanaer im Internet präsentiert. Doch das hat in seinem Fall nichts mit dem in der Branche weit verbreiteten Kampfgebrüll eines jungen Fußballers zu tun.

Im Gegenteil: Hans Nunoo Sarpei hat sich neben dem Sport mit Haut und Haaren seinem sozialen Engagement verschrieben. Er unterstützt 120 Kinder in einem Waisenhaus in der Nähe von Accra. „Ich habe schon viele negative Dinge erlebt – und musste immer kämpfen. Aber am Ende habe ich immer gewonnen“, sagt der 22-Jährige, der sich daher Warrior („Krieger“) nennt. Mit seinem Vornamen Nunoo, was in seiner Muttersprache „König“ und „Erstgeborener“ heißt, sowie dem Sternzeichen Löwe aus seinem Geburtsmonat August erklärt sich der Rest seines Logos.

Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Interview mit Didi Hamann: „Wenn die Fans wegbleiben, ist es zu spät.“

Die ersten Schritte ist der junge Fußballer mit seiner „Hans Sarpei Foundation“ bereits gegangen: „Viele haben mir gesagt: Konzentriere dich auf den Fußball, damit hast du genug zu tun. Aber ich weiß, wie es ist, wenn man nichts zu essen, nichts zu trinken und keine Kleidung hat“, sagt der Fußballer, der im Dienst der guten Sache bereits den deutschen Botschafter in Ghana, Christoph Retzlaff, getroffen hat. „Ich bekomme genug Gehalt. Es war mir sehr wichtig, etwas zu tun“, sagt Sarpei, der bisher auf seiner Mission noch allein ist. Doch er will weiter von sich hören lassen – auf dem Fußballplatz genauso wie mit seiner erfolgreichen Stiftung.