Unter den 40 ausgewählten Projekten für den internationalen Mies Award ist der Stadtbahntunnel in Karlsruhe vom Büro allmannwappner. Foto: Brigida González/Mies Award 2024

Die Spannung steigt: Im Rennen um den offiziellen Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur sind vier Projekte aus Deutschland auf der Shortlist – und ein Beitrag mit Stuttgarter Beteiligung.

Der mit 60 000 Euro prämierte Mies van der Rohe Award wird seit 1988 alle zwei Jahre an zeitgenössische Architekten vergeben. Der von der EU und der Stiftung Mies van der Rohe vergebene Award ist damit einer der am höchsten dotierte Architekturpreise Europas.

 

Der 18. Zyklus des Mies van der Rohe Awards startete im Mai 2023. Dabei wählte eine Gruppe aus Fachleuten und Architekturverbänden die nun gelisteten Projekte aus, die in den vorangegangenen zwei Jahren fertiggestellt sein mussten. Das Town House der Kingston University in London und die genossenschaftliche Wohnanlage La Borda in Barcelona sind zuletzt mit dem Mies Award 2022 und dem Nachwuchspreis „Emerging Architecture 2022“ ausgezeichnet worden.

Karlsruher U-Bahnstation noch dabei

Von den ursprünglich 362 Nominierungen aus 38 Ländern haben es im aktuellen Wettbewerb gleich vier Projekte aus Deutschland auf die nun veröffentlichte Shortlist der 40 ausgewählten Bauten geschafft. Neben dem Studierendenhaus der Technischen Universität Braunschweig von Gustav Düsing und Max Hacke ist auch Floating Berlin als Bildungseinrichtung dabei. Außerdem ist es June14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff (Berlin) gelungen, sich mit ihrem Baugruppenhaus „Kufu“ zu platzieren.

Was die Beiträge und Projekte aus oder in Baden-Württemberg angeht, ist einzig der Stadtbahntunnel in Karlsruhe vom Büro allmannwappner (München) in der diesjährigen Auswahl. Beim Bau der U-Bahnstation in der Fächerstadt hat Markus Allmann mitgewirkt, der seit 2006 Professor am Institut für Raumkonzeption und Grundlagen des Entwerfens der Universität Stuttgart ist. Die Calwer Passage in Stuttgart von ingenhoven associates (Düsseldorf) war zwar auf der Longlist, doch kam sie jetzt nicht mehr in die finale Auswahl.

Spanien vorn, Kroatien überrascht

Angeführt wird die Länderrangliste von Spanien mit sechs Projekten, Deutschland und Belgien folgen mit je vier Beiträgen. Überraschend: drei Projekte kommen aus Kroatien. Die Finalisten werden im Februar bekannt gegeben, der Gewinnerbeitrag wird im April 2024 gekürt.