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Esslingen Der Biber hält Einzug in die Region

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Der Biber, Europas größter Nager, ist zurück in der Region Stuttgart Foto: dpa

Wernau - Freund oder Feind? Vor 150 Jahren sind an der Jagst die letzten Biber in Baden-Württemberg ausgerottet worden. Jetzt kehren sie zurück - die ersten sind auch in der Region Stuttgart angekommen. Konflikte mit Europas größtem Nager scheinen unausweichlich.

Seit Jahren rückt der Biber näher: Unaufhaltsam, wie es scheint. Nach EU-Recht ist er streng geschützt: "Deshalb Hände weg von diesen Tieren und ihren Lebensräumen." So hat es am Dienstag Oswald Jäger formuliert, Artenschutzreferent des Regierungspräsidiums (RP). Er referierte in Wernau (Kreis Esslingen) vor Gewässer-Fachleuten. Und der Biber war das wichtigste Thema. Kein Wunder. In einem dicht besiedelten Gebiet wie dem Landkreis Esslingen sind Konflikte zwischen dem Neuankömmling und dem Menschen programmiert. Dennoch sagen die Fachleute allein für diesen Landkreis ein Potenzial von 130 bis 300 Biberrevieren mit bis zu 1300 Individuen voraus.

Um etwaige Probleme in den Griff zu bekommen, hat das RP sogar die Stelle eines Bibermanagers geschaffen und mit dem Diplom-Biologen Rainer Allgöwer besetzt. "Management heißt aber nicht Eliminierung oder Abschuss." Vielmehr berät das RP auch die neuen Biberberater der Landratsämter, die betroffene Anrainer oder Landwirte unterstützen sollen.

Nahrung:  Drei Festmeter Holz im Jahr

Doch was ist das Problem? Biber sind friedliche Zeitgenossen, sie ernähren sich ausschließlich vegetarisch. Auch die Menge der Nahrung mit drei Festmeter Holz über das Jahr scheint überschaubar. "Doch sie sind echte Landschaftsarchitekten", so Allgöwer. Was er freundlich formuliert, bedeutet im Klartext bis zu einem Meter hohe und bis zu 1,5 Kilometer lange Dämme. In Kanada gibt es rekordverdächtige Bauten von drei Kilometer Länge. Hinter dem sehr stabilen Bauwerk aus Holz und Lehm staut sich das Wasser: Vom Biber ist das so gewollt, von den Anrainern meistens nicht. Es kann zu Überschwemmungen kommen, so die Fachleute.

Um vom Land ins Wasser und umgekehrt zu gelangen, bauen die Nager Uferröhren von einem halben Meter Durchmesser. Wenn sie einbrechen, führt das auf Feldern zu Maschinenschäden, bei Anwohnern zumindest für Ärger. Und der Biber will auch wohnen. Er baut dazu wehrhafte Biberburgen, die "nur durch Motorsäge oder Bagger" zerschlagen werden könnten, so Allgöwer. Solche Behausungen, die von unten über das Wasser angeschwemmt werden, oben aber ein trockenes Plätzchen bieten, können einen Durchmesser von bis zu zwölf Metern haben.

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