Ende vergangener Woche machte ein Schäfer auf dem Palmbühlkapf bei Schömberg einen grausigen Fund: Ein Schaf wurde augenscheinlich gerissen, ein weiteres lag tot daneben.
Ende vergangener Woche hat ein Schäfer, dessen Tiere auf dem Palmbühlkapf nahe des Spielplatzes weiden, eine unschöne Entdeckung gemacht. In der Nacht ist ein Schaf eindeutig gerissen worden, mehrere Tiere zeigten Bissspuren an den Hinterläufen. Ein weiteres Schaf, das allerdings keine Verletzungen aufzeigte, lag tot daneben.
Bei gerissenen Tieren mag so mancher gleich an einen Luchs, oder gar einen Wolf denken. Zwar wollen Spaziergänger in der Nähe von Schömberg bereits Wölfe gesichtet haben, doch gesichert bestätigt ist ein Verbleib des Wolfes im Schlichemtal bisher noch nicht.
Normalerweise reißen Füchse keine Schafe
Der Schäfer verständigte umgehend Jagdpächter Karl-Heinz Leis, der sich vor Ort ein Bild von der Sache machte. Anhand der Fährten hatte er eine Ahnung, dass ein Fuchs die Schafe heimgesucht haben könnte. Doch es komme nur sehr selten vor, dass Füchse Schafe reißen. „Sie sind eigentlich zu groß für Füchse, sind flink und bewegen sich in Herden“, erklärt Leis. „So einfach bekommt der Fuchs ein Schaf nicht.“
Eine Wildtierkamera soll den Verdacht des Jagdpächters bestätigen. Und siehe da: Am Folgetag kam der Fuchs wieder zurück an den Tatort, grub sich unter den Elektrozaun durch und ging wieder an die toten Schafe, die noch auf der Weide lagen. Weitere Tiere habe der Fuchs laut Leis daher nicht gerissen.
Wirkung des Stromes bei Kälte abgeschwächt
Der Jagdpächter erklärt: „Bei so eisigen Temperaturen, wenn der Fuchs sich schwer tut anderweitig Essen zu finden, kann es schon sein, dass er es bei Schafen versucht. Dann nimmt er halt das, was das ist.“ Auch wenn auf dem Zaun Strom ist, habe das Tier bei so kalten Temperaturen relativ leichtes Spiel. Bei Minusgraden sei die Wirkung des Stromes abgeschwächt, sodass das Tier, ohne großartig von Stromschlägen gestört zu werden, sich unter dem Zaun hindurchgraben konnte.
Auch wenn Leis seit vielen Jahren Jäger ist und über das Verhalten von Füchsen gut Bescheid weiß, ist ihm ein solcher Fall noch nie untergekommen.
Veterinäramt ordnet Umsiedlung an
Doch wie kann man die Schafe nun vor möglichen Eindringlingen und Fressfeinden schützen, wenn nicht mit einem Elektrozaun? Leis sieht wenig Handlungsmöglichkeiten. Eine schnelle Lösung hatte das Veterinäramt parat, das Ende vergangener Woche sich die gerissenen Tiere angeschaut hatte: Es wurde angeordnet, die Schafe an einen anderen Ort zu bringen.