Die Herde beim Heschenfeld, angrenzend an das Gewann Ziegelei in Vöhringen-Wittershausen Foto: Besitzer

Ein idyllisches Gehege, ein friedlicher Lebensraum für eine besondere Herde. Doch Mitte Oktober wurde diese Ruhe gestört und eine Hirschkuh getötet. Die Familie, die sich um die Tiere kümmert, ist entsetzt und besorgt. Sind nun auch andere Tiere gefährdet?

Mitte Oktober wurde in Vöhringen eine Hirschkuh erschossen. „Ich konnte es erstmal gar nicht glauben“, erzählt der Besitzer, der nicht namentlich genannt werden möchte, im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Gehege bestehe sei 20 Jahren, und noch nie sei so etwas vorgefallen. Eine Passantin hatte das tote Tier gesehen und die Familie angerufen. „Wir sind sofort hin und haben die Polizei verständigt“, so der Tierhalter.

 

„Zudem haben wir bei allen Jägern im Umkreis angerufen und gefragt, ob sie in der Gegend geschossen oder etwas mitbekommen haben“, sagt er weiter. Doch die Suche blieb erfolglos.

Das Tier litt mehrere Stunden

„Das Tier ist elendig gestorben, es wurde am hinteren Fuß getroffen und war nicht sofort tot. Es hat noch ein paar Stunden gelebt und gelitten“, berichtet er wehmütig.

Nachdem der Fall veröffentlicht wurde, seien einige auf die Familie zugekommen und hätten Beobachtungen geschildert. „Vielen sind in letzter Zeit Unbekannte in der Nähe des Geheges aufgefallen. Auch ich habe mal fremde Personen dort gesehen“, sagt der Besitzer.

Bewusstsein soll geschärft werden

Die Angst, dass so etwas nun wieder passieren könnte, ist groß. Auch die Frage, warum überhaupt geschossen wurde, beschäftigt die Familie sehr. Alles sei ungewiss. Sie wünschen sich, dass das Bewusstsein der Bevölkerung geschärft und beispielsweise auf fremde Autonummern deutlicher geachtet wird. „Es ist ein ungutes Gefühl, zu wissen, dass hier jemand mit Waffe herumgelaufen ist“, betont der Tierfreund.

Große Sorge bezüglich Wilderei

Bei der Hirschkuh handelt es sich um einen japanischen Sikahirsch. Dieser kommt aus Ostasien und hat etwa Reh-Größe. Zu der betroffenen Herde gehören 17 Weibchen und ein Hirsch. „Die Tiere sind heute weiter verbreitet, doch gerade in unserer Umgebung eher selten“, erklärt der Hirschhalter.

Er mutmaßt, dass es ein Fall von Wilderei sein könnte, da in Ostdorf kürzlich ebenfalls ein Reh getötet wurde. „Es war kein Einzelfall“, ist er sich sicher.