Der Andrang war so groß, dass noch zusätzlich Stühle herbeigeschafft werden mussten: Rund 160 Zuhörer genossen das Muttertagskonzert der Musikkapelle Wallburg. Bei diesen gab es auch Hits der Band Coldplay oder von Michael Jackson zu hören.
Zum Einstieg präsentierte sich das Ettenheimer Jugendorchester der Stadtkapelle mit seinem Dirigenten Christian Sade auf’s Trefflichste.
Nach einem Filmmusik-Medley aus „Game of Thrones“ mit entsprechenden markanten Themen im teils getrageneren Tempo empfahl sich der Nachwuchs anschließend mit einer symphonischen „Intermezzo-First Suite in Es“ vom spätromantischen Engländer Gustav Holst.
Zu recht lobte Moderator Wolfgang Weber zwischendurch die große Vielfältigkeit des Jugend-Repertoires mit seinem hohen Unterhaltungswert. Dazu gehörte auch die „Music from Aladdin“ als quirliges Medley mit orientalischen Anklängen aus dem entsprechenden Disney-Film. Dirigent Sade hatte allen Grund, stolz auf die beeindruckenden Leitungen seines Jugendorchester zu sein.
Auch die Jazzstücke kamen gut an
Gebührend festlich eröffnete die Musikkapelle ihren Hauptauftritt mit der „Olympic Fanfare“ von John Williams (1984 in Los Angeles). Sogleich entführte sie dann mit „Red Rock Mountain“ von Rossaro Galante in die gleichnamige US-Berglandschaft Pennsylvanias. Beginnend in Fanfarenmanier zur aufgehenden Sonne folgte ein lyrisch-emotionaler Abschnitt samt teils schnell-dramatischer Rhythmik bis zur Abenddämmerung. Das Stück gipfelte in einem furiosen Finale zur in Musik übersetzter Erhabenheit der roten Berge. Auch dies hatte der junge Dirigent Bernd Oswald mit seinem Ensemble überzeugend einstudiert, die Musiker bewiesen beste Instrumentenbeherrschung und hohe Ausdruckskraft. Nicht minder gelungen kam das „Concerto for Clarinet“ von Artie Shaw daher, ein swingendes, jazziges Stück der 1940er-Jahre. Hier trat vor allem Klarinettistin Melanie Wieber mit ihrem gelungenen Solo erfolgreich in die großen Fußstapfen des legendären Jazzers.
Moderne Arrangements statt Polkaklängen
Weiter ging es dann mit „Sympatria“, einem österreichischen Konzertmarsch des jungen Zeitgenossen Thomas Asanager, der seine Heimat ohne Nationalismus und Pathos liebt: Die räumliche Herkunft sei nicht wichtig, sondern die soziale Zugehörigkeit. Entsprechend unmilitärisch und rhythmisch-harmonisch kam das Stück blendend herüber. „Sax, Wind and Funk“ vereinigte Superhits von drei legendären Jazz-Rockbands, darunter auch „Blood, Sweat and Tears“. Wirklich funky, also unkonventionell, geriet das energiegeladene Medley von Stefan Schwalgin. Dabei heimsten gleich alle acht aktuellen Saxophonisten des Registers verdienten Extraapplaus ein.
Wie Moderator Weber anmerkte, setzen sich vielerorts statt gewohnten Egerländer Klängen, Polkas und Marschmusik immer mehr Filmmusiken, Rock und Pop in den Blasmusikprogrammen durch, vor allem als symphonische Arrangements. Zu denen gehörte in Wallburg „Coldplay in Symphonie“ vom Belgier Bernd Appermont, ein Medley der besten Titeln der britischen Band. Auch ein noch von Michael Jackson selbst geschriebenes Medley „Michael!“, von Robert W. Smith mitreißend arrangiert, wurde von der Wallburger Kapelle prächtig umgesetzt.
Zum Konzertende rezitierte Moderator Weber in erstaunlicher Wiesentäler Dialekt-Authentizität Gerhard Jungs anrührendes Gedicht „An‘s Müetterlis Ehretag“. Schließlich war ja Muttertag der Konzertanlass. Dirigent Oswald bedankte sich bei seiner Kapelle dafür, dass die ihm trotz längerem Krankheitsausfall mit Sonderproben doch noch das Konzert quasi geschenkt hatte. Schließlich bekam das Publikum noch die geforderten Zugaben. Nämlich Scharnagls „The Story“ mit Oswald als Solist am Tenorhorn. Und, der unausrottbaren Tradition geschuldet: Zum Schluss wurde noch der schmissige Radetzkymarsch drauf gesetzt – zum Mitklatschen, versteht sich.
Ehrungen
Namens der Vorstandes ehrte Patric Frey zahlreiche aktive Mitglieder. Ehrungen standen in Mittelpunkt des Muttertagskonzertes der Musikkapelle Wallburg in der voll besetzten Festhalle. Wolfgang Siefert und Lioba Siefert wurden für 50 Jahre aktive Musikertätigkeit mit der Großen Goldenen Ehrennadel des Bundes Deutscher Blasmusikverbände ausgezeichnet. Iwan Wieber wurde für 25 Jahre aktiver Musikertätigkeit mit der Silbernen Ehrennadel des Bundes Deutscher Blasmusikverbände geehrt. Daniela Rehm und Markus Höfling wurde für jeweils 30 Jahre, Patrick Hog für 20 Jahre und Amelie Stehle, Raphael Weber sowie Moritz Ibert für jeweils zehn Jahre bei der Musikkapelle gedankt.