Manchem Schwimmer macht das Baden in Oberndorf aufgrund der geringen Wassertemperatur nur noch wenig Spaß. Foto: Danner

Wird das Wasser im Oberndorfer Freibad nicht mehr beheizt? Das meint zumindest ein passionierter Schwimmer, der dieses regelmäßig aufsucht. Wir haben bei der Stadt nachgehakt und in Erfahrung gebracht, inwiefern das Energiesparen eine Rolle spielt.

Oberndorf - Ist das Wasser im Oberndorfer Freibad zu kalt, um darin zu schwimmen? Laut mancher Oberndorfer Freibadbesucher offenbar schon. Einer davon hat sich mit seiner Beschwerde an unsere Redaktion gewandt. Seine Vermutung: "Im Freibad Oberndorf wurde vor Wochen schon die Wasserheizung im Schwimmerbecken (oder überall?) abgestellt."

 

Was ihn besonders wurmt, ist die Frage, warum die Stadtverwaltung darüber nicht informiert hat. "Ich bin täglicher Schwimmer, und ebenso wie die anderen bin ich sprachlos angesichts der Kommunikation."

Runtergefahren oder abgeschaltet?

Dabei seien die Gründe für eine reduzierte Temperatur durchaus nachvollziehbar, so der Bürger. "Ja klar, Energiesparen, kein Thema, aber das Freibad in Bettenhausen zum Beispiel ist auch noch beheizt. Ein Runterfahren der Heizung auf 22 Grad hätte auch gereicht, aber gleich abschalten ist ein Unding", macht er seinem Ärger Luft.

"Es ist unglaublich frisch im Bad, und wenn man nicht schwimmt, ist es viel zu kalt. Mir wurde schon direkt von einigen ›reiferen Schwimmern‹ berichtet, dass es ihnen so zu kalt ist und sie deswegen nicht so lange im Becken sein können wie sonst, da sich das Ganze auf den Körper und die Knochen auswirkt."

Immer noch beheizt

Wir haben bei Bürgermeister Hermann Acker bezüglich der niedrigen Wassertemperaturen nachgefragt. Er stellt daraufhin klar: "Das Freibad wird nach wie vor über den Nahwärmeverbund mit der Neckarhalle beheizt – allerdings seit Anfang August nur noch mit Holzhackschnitzeln. Die bisherige Zusatzheizung mit Gas über den Gasspitzenlastkessel wurde aufgrund der Gasmangellage eingestellt." Er versichert zudem: Die Wassertemperatur betrage mindestens 22 Grad, vergangene Woche sogar 23,5 Grad. Auch andernorts, etwa im Rottweiler Aquasol, werden die Wassertemperaturen gesenkt.

Energiesparmaßnahmen nach dem Sommer Thema

Angesprochen auf weitere mögliche Sparmaßnahmen in Oberndorf mit Blick auf die Energiekrise sagt Acker, man werde sich nach der Sommerpause zunächst mit der Energiekommission und anschließend im Ausschuss für Technik und Umwelt beraten. "Wir werden uns dabei sicherlich an den Empfehlungen der kommunalen Spitzenverbände orientieren."

Energiesparen und ein effektives Energiecontrolling seien in Oberndorf aber auch in der Vergangenheit schon ein ständiges Thema gewesen. "Wir wurden deshalb nicht ohne Grund mit dem European Energy Award und als Kommune mit vorbildlichem Energiemanagement ausgezeichnet", ruft Acker in Erinnerung.

Von Wasserknappheit betroffen?

Vergangene Woche hatte sich mancher Bürger darüber gewundert, dass der Brunnen am Schuhmarktplatz und das Wasserspiel am Obertorplatz nicht in Betrieb waren, und deshalb Wassersparmaßnahmen vermutet. Tatsächlich seien jedoch Wartungs- und Reinigungsarbeiten ursächlich, erklärt Acker.

Wasserknappheit bereite Oberndorf keine Probleme, teilt er zudem auf unsere Anfrage hin mit. "Die Wasserversorgung in Oberndorf war in der Vergangenheit und ist auch aktuell durch unseren Eigenbetrieb und durch den Verbund mit den Zweckverbänden Wasserversorgung Heimbachgruppe sowie Wasserversorgung Kleiner Heuberg gesichert. Dennoch macht Wassersparen zur Schonung der Grundwasserressourcen natürlich immer Sinn."