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Empfingen Kupferstich ist 380 Jahre alt

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Ein 380 Jahre alter Kupferstich ist jetzt im Empfinger Kakteenmuseum von Holger Dopp zu sehen. Er zählt zu den Highlights der aus 600 Einzelstücken bestehenden Sammlung aus Gemälden, Kupfer- und Stahlstichen sowie Holzschnitten.

Empfingen. Der Empfinger Kakteenexperte und Sammler Holger Dopp sei viele Jahre auf der Jagd nach diesem Kupferstich, der in dem 336-seitigen Werk "Florilegium Renovatum Et Auctum" im Jahre 1641 erschienen ist und das von Johann Theodor de Bry verlegt wurde, gewesen. Matthäus Merian, geboren am 22. September 1593 in Basel und gestorben am 19. Juni 1650 in Langenschwalbach, ist der Schöpfer dieses Kupferstiches. Dopp sagt: "Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass auch Mitarbeiter von Merian an der Herstellung des Kupferstiches mitgewirkt haben. Matthäus Merian und Johann Theodor de Bry, der bekannte Zeichner, Kupferstecher, Drucker und Verleger, siedelte 1609 von Frankfurt am Main nach Oppenheim am Rhein. Dort nahm er im Jahre 1616 Matthäus Merian in seinen Betrieb auf und sicherte sich somit auch dessen herausragende Fähigkeiten als bedeutender Kupferstecher. Und darüber hinaus wurde Johann Theodor de Bry im Jahr 1617 sein Schwiegervater, denn er heiratete Maria Magdalena de Bry, die Tochter seines Arbeitgebers."

Die spanischen Konquistadoren – darunter natürlich auch Christoph Columbus – brachten erste lebende Pflanzen dieses damals noch exotischen Feigenkaktus aus Mexiko und aus anderen Ländern dieser Region mit. Die aus dieser Zeit stammende Bezeichnung "Ficus-Indica" bedeutet "Indische Feige" und nimmt auf die feigenähnliche Form der Früchte Bezug sowie auf die damals als Indien bezeichnete Herkunft aus der neuen Welt. Der heutige Gattungsname "Opuntia" bezieht sich übrigens auf eine rätselhafte Pflanze in frühen griechischen und römischen Kräuterbüchern, denen man entnehmen kann, dass jene Pflanze aus den Blättern Wurzeln schlägt. Die Erstbeschreibung als "Cactus ficus-indica" wurde 1753 von dem schwedischen Forscher Carl von Linné vorgenommen. Philip Miller stellte die Art dann 1768 in die bereits bestehende Gattung "Opuntia".

Mittlerweile verwildert

Mittle r weile ist "Opuntia ficus-indica" aufgrund der intensiven Kultivierung in ganz Südamerika, in Australien, im gesamten Mittelmeerraum und in vielen anderen warmen Ländern verwildert. "Opuntia ficus-indica" wird in vielen Regionen im Obstbau und zur Nutzung als Futtermittel oder auch zur Gewinnung des Farbstoffes Karmin angebaut. Gerne wird auch das Innere der Frucht mit den ebenfalls essbaren, jedoch sehr harten Kernen verzehrt. Das je nach Sorte gelbgrüne, gelborange bis dunkelrote Fruchtfleisch hat einen angenehmen süß-säuerlichen Geschmack und wird gerne roh gegessen oder als Marmelade verarbeitet sowie zur Likörherstellung genutzt. Aus den getrockneten Kernen der Frucht kann außerdem Kaktuskernfeigenöl gepresst werden, das für einige Kosmetikprodukte und auch als Speiseöl verwendet werden kann. Die jungen, in Streifen geschnittenen Triebblätter werden in Mexiko und in vielen Ländern Zentralamerikas als Gemüse (zum Beispiel Nopalito) verwendet.

Diese "Opuntia ficus-indica" ist jene Opuntia, von der weltweit mehr als 300 000 Tonnen Früchte geerntet werden. Die Hauptanbauländer sind Mexiko, Italien (Sizilien), Südafrika, Chile und Argentinien. In Peru ist der Anbau von "Opuntia ficus-indica" sehr stark auf die Züchtung der Cochenilleschildlaus ausgerichtet, die zur Gewinnung des extrem teuren Karmin-Farbstoffs, der für Kosmetik verwendet wird, ausgerichtet. "Opuntia ficus-indica" baut man in Brasilien und in Chile auf etwa 45 000 Hektar zur Gewinnung von Viehfutter an.

"Wer hätte seinerzeit bei der Entdeckung von "Ficus-Indica" an den enormen wirtschaftlichen Nutzen gedacht, den diese Pflanze ausgelöst hat", sagt Dopp.

In anderen Ländern hat sich "Opuntia ficus-indica" allerdings als invasive Pflanze etabliert, nicht immer zur Freude der Bewohner. Das robuste Wachstum dieser Art hat weite Flächen in Australien, in Südafrika und auf den Kanaren überwuchert. "Einige findige Geister arbeiten bereits an der Idee, aus dieser Opuntia-Art Treibstoff zu gewinnen", weiß Dopp.

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