Bürgermeister Ferdinand Truffner (von links), Christian Lang von der Björn-Steiger-Stiftung und Alexander Hess von der DLRG stehen vor der neuen Notrufsäule.Foto: Kupferschmidt Foto: Schwarzwälder Bote

Sicherheit: Empfingen erhält Notrufsäule am Tälesee / Björn-Steiger-Stiftung finanziert die Kosten

Über einen einzigen Knopfdruck kann im Notfall Hilfe gerufen werden – Einsatzkräfte rücken dann sofort aus, um vor Ort zu helfen. Mit dem Ziel, die Sicherheit am Tälesee zu erhöhen, erhielt die Gemeinde Empfingen eine Notrufsäule.

Empfingen. Im Schlossgarten in Stuttgart steht bereits eine, genauso wie in Seewald-Erzgrube – am Montag erhielt auch die Gemeinde Empfingen eine Notrufsäule. Diese wurde am Erholungsort Tälesee installiert, mit dabei waren Bürgermeister der Gemeinde Empfingen, Ferdinand Truffner, Christian Lang von der Björn-Steiger-Stiftung und Alexander Hess von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) des Bezirkes Freudenstadt.

"Wir erhalten eine Riesennachfrage an allen möglichen Gewässern nach den Notrufsäulen", erzählt Lang. Er ist in der Projektentwicklung der Stiftung tätig, aber "wenn der Techniker krank ist, baue ich auch mit auf", schmunzelt er. Das Aufbauen der Säule habe allerdings nur vier Minuten gedauert. Die restliche Arbeit würde über Fernzugriff programmiert werden.

Die DLRG sei auf die Gemeinde zugekommen mit der Frage, ob sie die "Sicherheit an Badeseen erhöhen" wolle, sagt Truffner. Die Gemeinde Empfingen stimmte zu und musste sich daraufhin "nur um den Bodenanker, auf der die Säule steht kümmern", so Truffner. Die Björn-Steiger-Stiftung steht in Kooperation mit der DLRG. Die Stiftung stellt jedem Landesverband der DLRG 25 Notrufsäulen zur Verfügung und finanziert die Kosten von 5000 Euro pro Säule. "Die DLRG kann einschätzen, an welchen Stellen es gefährlich werden kann", so Lang. Deshalb dürfe die DLRG entscheiden, an welchem Ort eine Notrufsäule installiert werden soll.

Die Technologie der Notrufsäule wurde überarbeitet. "Die Säule arbeitet autark", so Lang. Sie prüfe sich einmal pro Tag selbstständig auf ihre Funktionstüchtigkeit, das erspare Wartungstechniker. Schließlich gebe es "nichts Schlechteres, als wenn an einem Ort eine Säule steht, die nicht funktioniert", so Lang. Des Weiteren arbeite die Säule sehr energieeffizient und habe mit vier bis fünf Sekunden eine verkürzte Alarmierungszeit. Das Aussehen der Notrufsäule "ist mit Absicht dezent gehalten", so Lang. Dies garantiere eine einfachere Nutzung im Notfall.

"Wir erhielten in den letzten Jahren dutzende Notrufe", so Lang. Viele dieser Anrufe seien zwar auch missbräuchliche Fehlalarme, allerdings, so Lang, "wenn einmal ein Leben gerettet wird, sind mir zehn missbräuchliche Anwendungen egal". Truffner hat am Montag an der Säule in diesem Zusammenhang ein Verbotsschild angebracht, das darauf hinweist, dass die Säule nicht missbräuchlich verwendet werden darf.

Die Feuerwehr würde aber jedem Alarm nachgehen, im Bezirk Freudenstadt seien 40 Einsatzkräfte im Einsatz, so Hess. "Die DLRG rückt dann meist erst nach, wenn der Unfall komplizierter ist." Die nächsten Stellen der DLRG sind in Glatten, Loßburg und Alpirsbach. "In Altheim haben wir geplant, eine Garage zu bauen, Einsatzkräfte haben wir, uns fehlt nur die Unterstellung für unsere Fahrzeuge und Boote", sagt Hess.

Aber eine Frage bleibt ungeklärt – welchen Sinn macht eine Notrufsäule in einem Zeitalter, in dem nahezu jeder Mensch ein Handy besitzt? "Einen großen", so Lang. Der Standort könne durch den Knopfdruck genau definiert werden, ein Notruf der Säule sei schneller und "zudem ist die Hemmschwelle auf den Knopf zu drücken niedriger, als einen Anruf zu tätigen". Truffner ergänzt, dass die Gemeinde für die Säule mit Absicht nicht den Platz in der Nähe des Spielplatzes am Tälesee gewählt habe – sondern den auf der gegenüberliegenden Seite, am unteren Auslass des Tälesees. "Denn auf einem Spielplatz sind oft Leute mit Handys, auf der Seite, auf der die Säule jetzt steht, laufen auch oft Wanderer oder Fußgänger vorbei, die vielleicht keines dabei haben."

Ein Badeunglück mit tödlicher Folge gab es am Tälesee bereits, nach diesem furchtbaren Ereignis wurden Rettungsringe am See angebracht. Die Notrufsäule soll zusätzlich vor solchen Unfällen bewahren – ihr Einsatz kann aber bei verschiedenen Vorfällen gefragt werden. Lang: "Die Notrufsäule kommt nicht nur bei Badeunfällen zum Einsatz. Ein Mensch beispielsweise, der einen Herzanfall erlitt, konnte durch das Benutzen der Notrufsäule gerettet werden".

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