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Elsass War Coronavirus bereits im Januar da?

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Mehr als 1000 Corona-Tote hat das Elsass bislang zu verkraften. (Symbolfoto) Foto: dpa

Mulhouse/Elsass - Der Arzt und Kirchenvorsitzende Jonathan Peterschmitt aus Mulhouse hat am Sonntag in einem fünf Seiten langen „Manifest“ Zweifel daran geäußert, dass eine Großveranstaltung in einer von ihm geführten Freikirche in Mulhouse im Elsass im Februar der Ausgangspunkt der starken Corona-Verbreitung in der Region gewesen sei.

Vielmehr, so Peterschmitt, sei das Virus in der Region vermutlich bereits im Januar und Februar aufgetreten. Darauf würden zahlreiche „atypische und ungewöhnliche“ Grippe-Fälle und hohe Fehlzeiten von Schülern in der Raumschaft hinweisen.

Es gebe keine Grund, die Mitglieder seiner Kirche oder die Stadt Mulhouse als Ausgangspunkt für Corona-Fälle im Elsass zu sehen. Vielmehr sei er als Mediziner von den Behörden im Stich gelassen worden und habe sich nicht auf die Gefahren einer Corona-Welle in der Region vorbereiten können, da die Pandemie zunächst nur als Problem aus Asien dargestellt worden sei.

Elsass besonders stark betroffen

Man bezahle nun mit Menschenleben dafür, dass das Gesundheitswesen in Frankreich über 30 Jahre hinweg kaputtgespart worden sei, so Peterschmitt in seiner Anklageschrift.

Dunkelziffer bei Opferzahlen im Elsass vermutet

Das Elsass ist vor allem im Departement Haut Ehin im Süden besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen. Mehr als 1000 Menschen sind bis Ende vergangenre Woche an dem Virus und seinen Folgen allein in den Kliniken in Städten wie Colmar, Mulhouse aber auch in Straßburg im nordelsässischen Departement Bas Rhin verstorben.

Gemessen an der Bevölkerungszahl ist die Corona-Sterberate fünfmal so hoch wie in Baden-Württemberg. Zwischenzeitlich wurde in Mulhouse ein 30 Betten großes Feldlazarett für Intensivpatienten errichtet, das seit dem Wochenende allerdings wieder auf 15 Betten verkleinert werden konnte, da die Corona-Fallzahlen mittlerweile zurück gehen.

Kritik an Polizeikontrollen

Nichtsdestotrotz hat das Departement Haut Rhin in der vergangenen Woche für seine Bürger 770.000 Schutzmasken bei Textilfirmen im Elsass bestellt, die von den Kommunen und dem Departement jeweils zur Hälfte bezahlt werden sollen.

Unterdessen ist der bekannt streitbare Bürgermeister von Fessenheim im Elsass, Claude Brender, wegen der Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise massiv mit der Polizei aneinandergeraten: Brender, der in der Vergangenheit immer wieder gegen die Schließung des maroden Atomkraftwerks in Fessenheim polemisiert hat, hatte zuletzt im Fessenheimer Gemeindeblatt die Polizeikontrollen im Zusammenhang mit den Ausgangssperren als „Polizeirepression, die an Zeiten erinnert, von denen man hoffte, dass sie vorbei seien“ bezeichnet.

Dafür gab es wütende Proteste vonseiten der Polizeigewerkschaften: Brender arbeite zwar im am schlimmsten betroffenen Departement, verstehe aber offenbar trotzdem die Corona-Gefahr nicht. Der Bürgermeister hat sich inzwischen halbherzig für seine Äußerungen entschuldigt: Er verstehe, dass er „ein bisschen weit“ gegangen sei, so Brender am Wochenende gegenüber mehreren Medien im Elsass.

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