Schwenningens Stürmer Boaz Bassen (Mitte) wird hier von der Abwehr der Bremerhavener ausgebremst. Foto: Roland Sigwart

In der DEL-Verzahnungsrunde haben die Wild Wings daheim am Sonntagabend gegen die Bremerhaven Pinguins mit 4:5 verloren. Damit riss ihre Serie mit zuletzt fünf Heimsiegen in Folge.

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Das Schwenninger Team verzeichnete in den ersten beiden Dritteln zu viele Defensiv-Probleme gegen brutal effektive Bremerhavener (2:5-Zwischenstand). Dazu erwischte auch Schlussmann Patrik Cerveny nicht seinen besten Tag. Im Schlussabschnitt zeigten die Schwenninger zwar eine tolle Moral, doch es reichte schließlichfür sie nicht mehr zur erhofften Verlängerung.

"Waren zu passiv"

Coach Niklas Sundblad kritierte zunächst sein Team: "Im ersten Drittel waren wir zu passiv. Im zweiten Abschnitt spielten wir aggressiver, hatten auch unsere Chancen, bekommen dann aber vier Gegentore. Die Jungs haben bis zum Schluss gekämpft, doch es hat gegen diesen starken Gegner nicht mehr gereicht."

Gästetrainer Thomas Popiesch war am Ende erleichtert über die drei Punkte für sein Team. "Wir haben ein sehr gutes erstes Drittel gespielt. Dies hat sich im zweiten Abschnitt auch so fortgesetzt. Doch am Ende haben wir zu viele Strafen genommen und hatten auch Glück."

Sehr traurige Nachricht

Eine sehr traurige Nachricht gab es im Vorfeld der Partie. Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb die Mutter von Schwenningens Torhüter Joacim Eriksson am Freitag in Schweden. "Wir sind mit unseren Gedanken bei ihm und seiner Familie", erklärte Schwenningens Co-Trainer Gunnar Leidborg im Namen der Mannschaft und des Klubs vor dem Duell gegen Bremerhaven. Als Zeichen der Solidarität hatte das Wild-Wings-Team das Aufwärmtrikot von Eriksson – wie in Düsseldorf – erneut über seiner Bank aufgehangen. Wann der Keeper nach Schwenningen zurückkommt, ist noch völlig offen.

Fällt MacQueen länger aus?

Aufgrund einer Bauchmuskelzerrung fiel bei den Neckarstädtern Angreifer Jamie MacQueen aus. Er wird vielleicht sogar länger pausieren müssen. Niklas Sundblad war somit gezwungen, seine Sturmreihen neu zusammenzustellen. Bei den Pinguins fehlten der in dieser Saison gut eingeschlagene neue Stürmer Niklas Andersen sowie Tyle McGinn.

Straubing rutscht auch aus

Im Kampf um den vierten Platz in der Südgruppe hatte Schwenningens Direktkonkurrent Straubing am Nachmittag zuvor mit 0:4 daheim gegen Düsseldorf verloren. Die Wild Wings hatten somit eine gute Chance, ihren Vorsprung vor den Niederbayern in der Tabelle auszubauen.

Pinguins mit Blitzstart

Die Partie in der Helios-Arena begann mit einem Paukenschlag. Nach nur 41 Sekunden ließ Bremerhavens Verteidiger Vladimir Eminger mit seiem ersten Schuss des Abends Wild-Wings-Keeper Patrik Cerveny zum 1:0 keine Chance. Zwei Minuten später hatten die Norddeutschen Pech, als Ross Mauermann nur die Latte traf. Auch wenn auf der anderen Seite Boaz Bassen (5.) eine gute Chance zum Ausgleich besaß, so fanden die Schwenninger insgesamt nur schwer in die Partie hinein. Dies sollte sich mit Beginn der zweiten Hälfte des ersten Drittels ändern. Tylor Spink (11./9.Saisontreffer) hatte sich clever in Position gebracht und war für das 1:1 verantwortlich.

Boaz Bassen, der noch eine weitere gute Chance im ersten Abschnitt besessen hatte, forderte von seinem Team in der ersten Pause, "dass wir auf jeden Fall auf das starke Powerplay von Bremerhaven weiter aufpassen und selbst mehr Zug zum gegnerischen Tor zeigen müssen".

So wie beim Spielbeginn wurden die Schwenninger beim Start des Mitteldrittels erneut eiskalt erwischt. Dieses Mal nach gerade nur zehn Sekunden nutzte Mauermann den dritten Rebound vor dem Kasten von Cerveny zur 2:1-Führung.

Und es wurden dann bittere 20 Minuten für die Gastgeber, denn die Mannschaft von Coach Thomas Popiesch glänzte mit einer brutalen Effektivität. Überdies hinaus kassierten die Wild Wings zu viele Strafen in dieser Phase.

Starke Urbas-Reihe

Allerdings resultierte das 3:1 der Pinguins (29.) in deren Unterzahl. Bei den Gästen saß gerade Anders Krogsgaard gerade in der Kühlbox, als Zigla Jeglic einen Konter fuhr und eiskalt Cerveny überwand. Das 4:1 der Küstenstädter ging erneut auf das Konto ihrer Paradereihe, denn als die Schwenninger Defensive eine Situation nicht klären konnte, schloss Jan Urbas (36.) erfolgreich ab. Die Wild Wings antworteten schnell mit dem 2:4 durch Troy Bourke nach Vorarbeit von Andreas Thuresson (37.), doch die Pinguins nutzten ein Überzahlspiel, um in der 39. Minute – abermals durch Urban – den alten Drei-Tore-Vorsprung wieder herzustellen. Mit 22:13 führten die Pinguins vor der Schlussabschnitt in der Schussstastik. Auch bei den gewonnenen Bullys lagen die Gäste zu diesem Zeitpunkt mit 30:18 imposant vorne.

Im letzten Drittel verteidigten die Gäste lange gut, kassierten aber dann durch Colby Robak (56.) das 5:3. Wenige Sekunden später musste auf Seiten der Pinguins Alexander Friesen auf die Strafbank. Niklas Sundblad ging nun volles Risiko, nahm Cerveny aus dem Kasten. Das 4:5 erzielte Tyson Spink (56:20). Die Fischtown-Jungs wackelten zwar in der Crunchtime, aber sie fielen nicht mehr um.

Defensive eine Baustelle

Fazit aus Sicht der Wild Wings: Die Moral war top, aber diese konnte die Probleme in der Defensive am Sonntagabend letztendlich nicht ausgleichen. Schwenningens Verteidiger Christopher Fischer war nach dem Schlusszeichen selbstkritisch: "Fünf Gegentore sind nicht akzeptabel. Es reicht nicht, nur das Schlussdrittel gut zu spielen."

Für die Wild Wings geht es am Dienstag (18.30 Uhr) in Wolfsburg weiter – nur 24 Stunden später treten sie dann bei den Berliner Eisbären an.

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