Wie geht es weiter mit dem Einzelhandel in Schömberg? Der Regionalverband Nordschwarzwald forderte bereits mehrfach eine geordnete Entwicklung. Dieser Forderung kommt die Gemeinde Schömberg nach.
Der Regionalverband Nordschwarzwald übte entsprechenden Druck auf die Gemeinde Schömberg aus.
Was ist das Ziel? Stadtplanerin Karin Kies vom Büro Schöffler in Karlsruhe stellte in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt den Bebauungsplan „Poststraße/Schillerstraße“ vor. Die Gemeinde will damit das Modehaus Bertsch dauerhaft sichern. Derzeit hat das Geschäft eine Fläche von rund 1400 Quadratmeter. Schömberg ist lediglich ein Kleinzentrum. Dort wäre ein Bekleidungsgeschäft in dieser Größe aber nicht zulässig. Das hatte der Regionalverband Nordschwarzwald seit einiger Zeit moniert und eine geordnete Entwicklung gefordert.
Die Gemeinde entschloss sich deshalb einen entsprechenden Bebauungsplan aufzustellen, um den Regionalverband zu besänftigen. Das Modehaus in seiner derzeitigen Größe wäre laut dem im Ausschuss vorgestellten Planentwurf im Sinne einer „Fremdkörperfestsetzung“ zulässig, wie es im Bürokratendeutsch heißt. Auch eine Erweiterung von 300 Quadratmetern wäre möglich.
Eine Verlagerung des Modehauses mitsamt der genannten Erweiterung wäre ebenfalls möglich. Käme diese Festlegung nicht, wäre ein Neubau des Modehauses in seiner bisherigen Größe gar nicht möglich, sollte es zum Beispiel abbrennen.
Was ist nicht erlaubt? Ansonsten sind laut Entwurf nur Geschäfte mit einer Größe von höchstens 800 Quadratmetern Verkaufsfläche zulässig. Nicht erlaubt sind Vergnügungsstätten, Sexshops, Bordelle, Swinger-Clubs und Diskotheken.
Auch Soziales und Kultur sind erlaubt
Was ist sonst noch möglich? Das Areal soll als Urbanes Gebiet festgelegt werden. Dort ist Wohnen möglich, aber auch Gewerbebetriebe und soziale, kulturelle und andere Einrichtungen sind erlaubt, die eine Wohnnutzung nicht wesentlich stören.
Was empfiehlt der Ausschuss? In der Aussprache im Ausschuss sagte UWV-Fraktionschef Gerold Kraft, dass damit das Modehaus Bertsch mit einer Lösung gesichert werden soll, die auch der Regionalverband Nordschwarzwald mittrage.
Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat einstimmig, den Entwurf für den Bebauungsplan zu billigen.
Was meint der Inhaber des Bekleidungsgeschäftes? Udo Bertsch, Inhaber des gleichnamigen Modehauses, ist unzufrieden mit der im Ausschuss vorgetragenen Lösung. Irritiert zeigte er sich im Gespräch mit unserer Redaktion darüber, dass sein Modehaus im Bebauungsplanentwurf als „Fremdkörper“ bezeichnet werde. „Uns wird eine vernünftige Zukunftsperspektive erschwert“, klagte Bertsch. Generell werde die Entwicklung des Einzelhandels in Schömberg schwieriger, klagte Bertsch.