Das alte Gebäude in Neubulach ist schon längere Zeit marode. Und es kommt noch schlimmer: Auch der Stausee nebenan hat undichte Stellen. Was hat die Stadt in der Zwischenzeit unternommen?
Die Lochsägemühle in Neubulach war einst ein beliebtes Ausflugsziel, doch nun ist sie seit über einem Jahr gesperrt. Das Gebäude ist marode und der Stausee nebenan könnte kaum in einer schlechteren Verfassung sein.
Das Mauerwerk des Gebäudes wurde über einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten durch ein Ingenieurbüro geprüft, teilte Neubulachs Bauamtsleiter Gerhard Schlecht auf Nachfrage unserer Redaktion, was in der Zwischenzeit unternommen wurde, mit. Das Fazit der Prüfung: Das Mauerwerk wäre „nur bedingt“ einsturzgefährdet. Die Stützmauer soll allerdings erneuert werden – Kostenpunkt: rund 350 000 Euro.
Das wirkliche Problem und Grund für die Sperrung ist der Stausee nebenan – der hat nämlich undichte Stellen. Der Damm sei nicht gefährdet, einzubrechen. Zumindest, solange niemand das gesperrte Gebiet unerlaubterweise betritt, teilte Schlecht mit. Was im Falle eines Bruchs mit der Lochsägemühle passieren könnte „möchte ich mir gar nicht erst vorstellen“, so der Bauamtsleiter.
Wetter machte Vorhaben Strich durch die Rechnung
Eine Lehmschicht dient am Stausee als Dichtung, doch diese hält mittlerweile nicht mehr. Wie Schlecht erklärt, hat sich Sediment angelagert, weswegen es zu Standhaftigkeitsproblemen komme. Dieses Problem wollte man bereits beheben: Der Plan war, abzufischen, das Wasser umleiten, daraufhin das Sediment entfernen und die Lehmschicht erneuern, meinte der Bauamtsleiter. Jedoch machte das Wetter dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Denn um das Sediment zu entfernen, bedarf es einer Frostperiode. Diese gab es nun, allerdings gab es in der Zeit davor zu viel Regen, weswegen man nicht gesichert das Wasser umleiten konnte.
Erneuerung der Leitung steht an
Und genau die Umleitung ist das Problem. Im See gibt es zwei Abflüsse, der eine ist in der Mitte, wo es über eine Leitung zu einem Schacht führt und letztendlich im Wasserrad endet.
Der zweite ist seitlich, dieser lässt Wasser abfließen, sollte der See einen gewissen Wasserpegel erreicht haben. Hier wird das Wasser unter der Straße über eine Leitung durchgeleitet. Diese Leitung muss ebenfalls erneuert werden, sagte Schlecht. Wird sie es nicht, dann kann das Wasser nicht gesichert abfließen. Wie hoch die Kosten für sämtliche Erneuerungen ausfallen werden, konnte der Bauamtsleiter noch nicht sagen.
Wasserpegel muss erst sinken
Auch die Fische machen Probleme. Der See wird, wie bereits erwähnt, abgefischt. Um abfischen zu können, bedarf es einer Genehmigung – die die Stadt hat. Jedoch ist diese nur noch bis April diesen Jahres gültig. Das bedeutet, der Wasserpegel muss dringend sinken, damit es Sinn macht, dieses Jahr noch abzufischen, wie Schlecht meint. Sonst wird es noch länger dauern, bis die Lochsägemühle eines Tages wieder frei von all den Problemen ist.