Nur noch 300 Zigaretten sollen künftig von Polen nach Deutschland eingeführt werden dürfen Foto: dpa

Reisende aus Polen und fünf weiteren osteuropäischen Ländern dürfen ab Januar nur noch 300 statt bisher 800 Zigaretten pro Person zollfrei nach Deutschland einführen.

Berlin - Nach Informationen unserer Zeitung dürfen Reisende aus Polen und fünf weiteren osteuropäischen Ländern ab Januar nur noch 300 statt bisher 800 Zigaretten nach Deutschland einführen. Dieser Erlass von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dürfte dazu beitragen, den immer schwungvolleren Ameisenhandel mit Zigaretten in Grenzregionen einzudämmen. Nach Informationen unserer Zeitungen wurde der Zoll vom Finanzministerium bereits über die Änderung der Reisefreimengen informiert. Die Beschränkung der Freimengen bei der Einreise gilt außer für Polen auch noch für die Länder Bulgarien, Ungarn, Lettland, Litauen und Rumänien.

Eigentlich gilt EU-weit einheitlich die Reisefreimenge von 800 Zigaretten. Doch Polen und die anderen fünf Länder erreichen nicht die von der EU festgesetzten Mindeststeuersätze für Zigaretten. Dies ist der Grund, warum Deutschland und andere Mitgliedsstaaten die Reisefreimengen bei diesen Ländern zusammen streichen dürfen.

Ein Großteil des Ladenpreises von Zigaretten in Deutschland geht auf das Konto der Steuer. Die großen Unterschiede bei der Besteuerung von Zigaretten zwischen Polen und Deutschland führen dazu, dass der Einkaufstourismus von deutschen Rauchern aus grenznahen Gebieten in Polen floriert. Immer häufiger bieten auch Busunternehmen etwa von Berlin aus regelmäßig Einkaufstouren für Privatleute in polnische Grenzorte an. Die Teilnehmer decken sich dabei im großen Stil mit Zigaretten ein und verkaufen sie unter der Hand weiter.

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