Die Winterlinger Gemeinderäte haben den Wirtschaftsplan 2024 für den Eigenbetrieb Wasserwerk beschlossen.
In Summe wird beim Eigenbetrieb Wasserwerk ein Minus von 87 981 Euro zum Jahresende erwartet; die Erträge werden mit 914 500 Euro veranschlagt, die Ausgaben mit knapp über einer Millionen Euro. Investiert werden sollen 779 000 Euro; Kredite werden voraussichtlich nicht benötigt, die Verschuldung soll aber steigen.
Im Vorfeld wurde die Empfinger Ingenieurgesellschaft dreher + stetter beauftragt, eine Bestandsaufnahme zu erstellen. Herausgekommen ist ein 4,45 Millionen Euro schwerer „Master-Plan“, wie ihn Bürgermeister Michael Maier nennt, der sich in vier Abschnitte gliedert: Der größte Brocken ist mit 2,1 Millionen Euro die neue Aufbereitungs- und Steuerungstechnik; für 2024 sind dafür Planungskosten von 150 000 Euro eingestellt. Unklar ist derzeit laut Maier die Höhe der Zuschüsse. Mit 1,25 Millionen Euro ist der Winterlinger Hochbehälter für 2027 vermerkt – wobei diese Zahlen laut Maier den „schlimmsten Fall“ widerspiegeln.
Das „Sanierungs-Paket“ an der Biberlöchlesquelle kommt noch in diesem Jahr
Für „Wasserwerk und Hornquelle“ sind insgesamt 680 000 Euro geplant – darin enthalten ist ein teilstationäres Notstromaggregat, das für 2024 mit 150 000 Euro vermerkt ist. Zudem ist für 2026 eine Photovoltaik-Anlage für 170 000 Euro eingeplant. Der „günstigte Posten“ mit 250 000 Euro sind die Maßnahmen an der Biberlöchlesquelle, die in Gänze für dieses Jahr eingeplant sind. Hierzu gehören Brunnenbefahrung und -sanierung, Objektschutz, die Erneuerung der Technik und der Auslauf zum Vorfluter.
Investiert werden soll zudem in die Wasserleitungen – 80 000 Euro für Maßnahmen gemäß Eigenkontrollverordnung –, sowie in die Leitungen in der Weinstetter Straße, im Baugebiet Riedern und der Haupt- und Juhestraße. Zudem sind Hausanschlüsse für 10 000 Euro, Wasserzähler für 5000 Euro und Betriebs- sowie Geschäftsausstattung für 7000 Euro vorgesehen.
Vor allem arbeite der Eigenbetrieb weiter daran, den vergleichsweise hohen Wasserverlust zu reduzieren, sagt Maier. Auf Nachfrage gibt er an, dass zwischen 45 und 48 Prozent an Wasser „verloren gingen“. Ein Grund sind mitunter Temperaturschwankungen, die im veralteten Leitungsnetz zu Rohrbrüchen führen. An sich sei der Wasserverlust aber kaum ärgerlich – „das landet ja wieder im Grundwasser“.
Pro Kopf 663 Euro an Verbindlichkeiten
Der Schuldenstand, der Ende 2023 bei 224 400 Euro lag, sinkt laut Plan zunächst auf 211 200 Euro, soll bis 2027 aber sukzessive auf rund 4,2 Millionen Euro ansteigen. Folglich wird mit einer steigenden Pro-Kopf-Verschuldung von 33 Euro (2024) auf 663 Euro (2027) gerechnet.