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Ehrung in Königsfeld Heinz Breithaupt erhält Bundesverdienstkreuz

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Bürgermeister Fritz Link (links) und Landrat Sven Hinterseh (Zweiter von links) überreichen Heinz Breithaupt im Beisein seiner Frau Doris Wagner-Breithaupt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Foto: Hübner

Heinz Breithaupt hat das Bundesverdienstkreuz erhalten. Bürgermeister Fritz Link und Landrat Sven Hinterseh würdigen sein Engagement. Mehr dazu in unserem (SB+)-Artikel.

Königsfeld - Gerade in Zeiten der Pandemie sei die Verleihung ein Zeichen dafür, dass man auf Solidarität und uneigennütziges Eintreten für das Gemeinwohl vertrauen dürfe, so Link. Die Verleihung des Verdienstkreuzes sei äußerst selten. Breithaupt stehe zurecht im Mittelpunkt. In mehr als vier Jahrzehnten habe er Erdmannsweiler und die Gesamtgemeinde ganz entscheidend mitgeprägt. Link sprach von einem "Fackelträger des Ehrenamts". Charakteristisch und Ausdruck seines Verantwortungsbewusstseins seien die Bewahrung der dörflichen Gemeinschaft und von Traditionen.

Ein ganz entscheidendes Wesensmerkmal Breithaupts sei, sich im Radsport gegenseitig zu Höchstleistungen anzuspornen. Im Ortschaftsrat habe er sich mit unschätzbaren Talenten, Kompetenz und abwägendem Denken eingebracht. Beim Umbau des Dorfgemeinschaftshauses sei er sich für nichts zu schade gewesen. "Ich bin stolz darauf, solche Mitbürger in unseren Reihen zu haben."

Hinterseh sprach von der Verleihung als einem "Hochfest der Demokratie". Menschen für ihr ehrenamtliches Wirken herauszustellen, sei ihm eine Herzensangelegenheit.

Breithaupts Lebensphilosophie sei die Begegnung von Menschen und gemeinsam etwas zu erreichen. Er habe dem Landkreis viel Gutes getan, sich weit überdurchschnittlich für das Gemeinwesen engagiert.

Mit Herzblut dabei

Als "Schlaglichter seines Wirkens" nannte Hinterseh zum Beispiel, dass Breithaupt 42 Jahre Vorsitzender des Radfahrvereins "Frohsinn" war und bereits im Alter von 16 Jahren Jugendleiter wurde. Auch brachte er die Kegelabteilung und die Kooperation Schule-Verein als "Aktivposten im Verein" auf den Weg. Breithaupt sei eine unbestrittene Autorität, habe sein Amt mit viel Herzblut und Weitblick ausgeführt. Identifizierung mit dem Verein und Kameradschaft seien ihm wichtig gewesen.

"Vielfältige kreative Ideen" brachte er beim Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen ein, zum Beispiel ›seltsam zusammengeschweißte Fahrräder an den Ortseingängen‹". Auch war er bis 2015 sportlich als Radfahrer und Langläufer aktiv, dazu unter anderem 32 Jahre Schriftführer im Radsportkreis Schwarzwald und vier Jahrzehnte in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv.

"Neues entwickeln und Altes nicht vergessen" war Breithaupts Motto bei der 900-Jahr-Feier Erdmannsweilers. "Seine vielfältigen Ideen und sein konzeptioneller Planungsaufwand sind ein entscheidender Faktor für dessen Erfolg." Bis heute besteht die daraus entstandene Vereinsgemeinschaft.

Als ein weiteres Anliegen Breithaupts nannte Hinterseh den Erhalt von Brauchtum, zum Beispiel durch das 1993 wieder eingeführte "Schiebefier", die Gründung der "Erdmännle" oder die Einführung des Nikolausmarktes. Zusammen mit Axel Strecker erstellte er nach "sechs Jahren intensiven Forschens" ein Buch zur Ortsgeschichte. Die Fortsetzung erschien zur 900-Jahr-Feier, ein drittes Buch ist in Arbeit.

Im Ortschaftsrat brachte sich Breithaupt mit "wohlüberlegten Diskussionsbeiträgen und sachorientierten Entscheidungen" ein. Damals entstand ein ökologisches Ortsentwicklungskonzept. Er engagierte sich auch für "Internet goes Ländle" und mehr als 25 Jahre für die "Haussammlung des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge".

Breithaupt wird laut Hinterseh von Einwohnern als findig, gelassen, diszipliniert, hilfsbereit oder gutmütig beschrieben. Durch seinen unermüdlichen Einsatz habe die Lebensqualität über Erdmannsweiler hinaus ganz bedeutend zugenommen.

Manches Private kam zu kurz

"Die Überraschung ist komplett", so der Geehrte. Er sei aber kein "Superman" sondern ein Mensch mit Fehlern. Von der größtenteils alleinerziehenden Mutter und dem Vater, der lange Mitglied in der Feuerwehr und Vorstand des Radvereins war, habe er gelernt, dass Gemeinschaft nur funktioniere, wenn jeder das Seine beitrage.

Es sei für ihn selbst ein steiniger Weg gewesen, der oft viel Kraft gefordert habe. Sicher sei es manchmal heiß hergegangen, manches Private zu kurz gekommen, und er neige dazu, andere zu überfordern. Dafür bitte er um Verzeihung. Er zeigte sich aber auch "unendlich dankbar" für Mitstreiter.

Eine weltoffene Gesellschaft gebe ihm das Gefühl von Friede und Freiheit. Dankbar sei er auch für die Familie, die ihn trage und ertrage sowie für die Auszeichnung, die aber nicht nur aus ihm alleine erwachsen sei. Hinterseh überreichte das Verdienstkreuz. Zum Schluss gab es stehende Ovationen.

Breithaupt war 42 Jahre Vorsitzender des Radfahrvereins, 40 Jahre aktives Mitglied in der Feuerwehr, 25 Jahre Schriftführer im Radsportkreis Schwarzwald und 15 Jahre im Ortschaftsrat. Er erhielt drei Verdienstmedaillen, zwei goldene Ehrennadeln und die Ehrenmedaille Königsfelds. Zur Zeit arbeitet er an der Ergänzung der Ortsgeschichte Erdmannsweilers.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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