Der blonde Haarschopf war sein Markenzeichen: Rainer Hollasch hatte eine erfolgreiche Zeit beim FC 08. Foto: Archiv

Vielen älteren 08-Fans sind sein blonder Haarschopf und seine dynamischen Vorstöße noch gut in Erinnerung. Am Freitag feiert mit Rainer Hollasch ein ehemaliger, über die Region hinaus bekannter Defensivakteur des FC Villingen in seiner Heimatstadt Hamburg seinen 70. Geburtstag.

Dort erlernte er in der HSV-Jugend das Fußballspielen. Über den Oberligisten Minden 05 führte ihn sein Weg 1971 zu den damals in der Regionalliga Süd spielenden Nullachtern. Mit seinen 20 Jahren avancierte er im Villinger Abwehrzentrum in der zweithöchsten Spielklasse schon bald zu einer festen Größe. Doch den Abstieg konnte er nicht verhindern – am Ende der Saison mussten sich die Nullachter nach sechs Jahren aus der Regionalliga verabschieden.

Hollasch blieb dem Verein auch in der Amateurliga treu, spielte 21 Mal in der südbadischen Auswahl. Unter Trainer Anton Rudinski gehörte er zu den absoluten Leistungsträgern. Kopfball- und zweikampfstark brachte er als Vorstopper seine Gegner zur Verzweiflung. Marschierte der blonde Hüne in Richtung des gegnerischen Strafraums, war er kaum zu bremsen.

1981 Ende der Karriere

Eines seiner schlimmsten Fußballereignisse blieb für ihn das skandalträchtiges 0:1 beim VfR Mannheim im Jahre 1973, das den direkten 08-Wiederaufstieg in die Regionalliga verhinderte. Im Jahr 1975 wechselte der gelernte Versicherungskaufmann zum Zweitligisten SC Göttingen 05, wo ihn ein Schienbeinbruch aber schnell zurückwarf. Doch die hiesige Region war dem Hanseaten ans Herz gewachsen. Er kehrte via DJK Konstanz 1978 zu den Nullachtern zurück. Unter Coach Klaus Bockisch wurde Hollasch Kapitän des Oberligateams. Mit Günter Noel ging es im DFB-Pokal zu seinem Jugendklub HSV, wo er bei der 0:6-Niederlage Torjäger Horst Hrubesch nicht aus den Augen ließ.

Als Heinz Sartor auf der Trainerbank saß, beendete er 1981 seine Karriere. In der Folge sammelte er beim TuS Immendingen, SV Sulgen und FC Weilersbach noch Erfahrungen als Trainer. "In Villingen war es für mich eine wunderbare und auch wichtige Zeit", betont Rainer Hollasch. Letztendlich kehrte er an die Waterkant zurück, wo er dem Fußball treu blieb – unter anderem als engagierter Trainer der Junioren von USC Paloma Hamburg. Beim Oberligisten der Hansestadt mischt er noch heute im Bereich Sponsoring und Marketing mit.

Seinen 70. Geburtstag feiert er nach drei Hüftoperationen bei guter Gesundheit. Mit alten Kumpels aus der 08-Zeit hält er weiterhin telefonisch Kontakt. Doch einen Wunsch hat er nach wie vor: "Ich würde gern einmal wieder die Villinger Fasnet erleben", lacht Rainer Hollasch.

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