Bald das neue Flözlinger Backhaus: das ehemalige Volksbank-Gebäude. Foto: Weisser

Früher versorgten sich die Flözlinger Bürger am Automat des ehemaligen "Volksbank-Häusles" neben dem Rathaus mit Bargeld. Bald duftet es dort nach frisch gebackenem Brot.

Zimmern-Flözlingen - Wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtet wurde, zieht die örtliche Backstube demnächst vom bisherigen Standort in der Langer Straße 12 in das ehemalige Bankservicegebäude um. Der Standort passe, die Idee finde sie gut, lobte Gemeinderätin Christa Schamburek.

Um das Rathaus herum – so Bürgermeisterin Carmen Merz – seien nun alle Gemeindegebäude konzentriert. Das bisherige Backhaus, weitere Räumlichkeiten des Gebäudes werden vom Bauhof und den Vereinen als Lagerflächen genutzt, will die Gemeinde alsbald verkaufen. Es lohne sich nicht mehr, Geld in das Gebäude zu stecken, zu viel sei darin defekt, betonte Merz.

Im Amtsblatt und auf der Gemeindehomepage will man die Immobilie anbieten. Interessenten würden gebeten, ein Kaufpreisangebot für das bebaute Grundstück (677 Quadratmeter) abzugeben. Zudem fordert die Verwaltung von potenziellen Erwerbern eine klare Aussage zur geplanten Nutzung.

Im vergangenen Jahrzurückgezogen

Die Gemeinde war zuletzt in Flözlingen auf dem Immobiliensektor recht aktiv. Neben dem "Volksbank-Häusle" – das Bankinstitut zog sich im Jahr 2020 aus dem Eschachtal zurück – hatte die Kommune ein Schuppengebäude schräg gegenüber dem Rathaus erworben. Zu dessen Verwendung gibt es bisher noch keine konkreten Pläne.

Im Sommer des vergangen Jahres befasste sich der Ortschaftsrat erstmals mit der Frage der zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten. Eine Beteiligung der Bürger am Entscheidungsprozess wurde als zwingend erachtet. Die Corona-Pandemie legte das geplante Vorgehen aber vorerst auf Eis.

Übergangsweise sollen die Vereine drei Garagen des zweiteiligen Gebäudes als Ersatz für die wegfallenden Flächen im Backhaus nutzen dürfen. Das könne aber nur eine Interimslösung sein, war sich das Gremium einig. Denn: Vorgesehen sei das Schuppengebäude nämlich für andere Optionen. Allzu viel Geld, so waren die Aussagen von Kämmerer Martin Weiss zu deuten, sollte man in die vorübergehend zu Lagerzwecken genutzten Garagen nicht stecken.

Die Frage nach einem Standort für den bisherigen Jugendraum, auch dieser war Im Backhaus untergebracht, sei noch offen, räumte Bürgermeisterin Merz ein. Was passiere, wenn der Backofen beim Umzug beschädigt werde, wollte Schamburek von der Verwaltung wissen. Da finde man sicher eine Lösung, entgegnete die Rathauschefin. Sie sah allerdings einen vorsorglichen Beschluss des Gremiums zum Kauf eines neuen Ofens, den Schamburek ins Spiel brachte, nicht für erforderlich an.

Die Gemeinde könnte am bisherigen Backhausstandort, so der Vorschlag von Winfried Praglowski, ein "Tiny- House" (kleines Haus) für die Notunterbringung von Bürgern errichten. Für das Salzsilo, es stand bisher hinter dem Gebäude, finde man einen Standort, war sich Bauamtsleiter Georg Kunz sicher.

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