Ein Großteil des Sportheims Egenhausen wurde bei dem Großbrand zerstört. Das ganze Wochenende über standen Menschen fassungslos vor der Bauruine. Foto: Köncke

Sportheim des FC Egenhausen geht in Flammen auf. Planungen sind mit einem Schlag Makulatur. Sportverein hofft auf Spenden.

Egenhausen - Auch zwei Tage nach dem Großbrand im Sportheim Egenhausen sitzt der Schock tief. Das ganze Wochenende über standen Menschen fassungslos vor der Bauruine.

"Kann man euch denn keine vier Wochen allein lassen", kämpfte der herbeigeeilte Ex-Bürgermeister Frank Buob mit den Tränen. Sein Nachfolger Sven Holder blickte ungläubig auf das brennende Clubheim. Und erinnerte sich an die wenige Tage vorher stattgefundene Hauptversammlung, als Achim Gauß vom Bauausschuss unter dem Beifall der Zuhörer bekanntgab, dass die Helfer bisher 4500 freiwillige Arbeitsstunden geleistet hätten – weit mehr als angenommen. Und er hatte noch im Gedächtnis, wie optimistisch Vorsitzender Benjamin Finis in die Zukunft blickte, weil die Arbeiten zügig vorangingen und die Finanzierung gesichert sei. Auch, weil es bereits viele Anfragen gegeben habe, ob man das Familienfest, die Konfirmation und das nächste Seminar nicht in den neuen, repräsentativen Gasträumen feiern könne. Die Gedankenspiele und Planungen sind mit einem Schlag Makulatur.

Als der Vorsitzende des FC Egenhausen am Freitagmittag in seinem Büro angerufen wurde, setzte er sich sofort ins Auto und fuhr der ausrückenden Altensteiger Feuerwehr hinterher. Am Brandort hatten sich bereits viele Bauhelfer eingefunden, die entsetzt zuschauen mussten, wie ihr monatelanger Einsatz umsonst war. Schnell verbreitete sich die Nachricht, dass der Brand auf der Terrasse durch das Verschweißen von Bitumenbahnen auf der zusätzlichen Dämmschicht entstanden sei. Weil es sich um eine feuergefährliche Arbeit handelte, wurden die Arbeiten von zwei Vereinsmitgliedern ausgeführt, die sich, laut Finis "damit auskennen", und schon beim Verschweißen der ersten Dämmschicht gute Arbeit abgeliefert hätten.

Auf der Baustelle befanden sich an diesem Nachmittag außerdem zwei Männer, die Streicharbeiten erledigten. Als der Brand ausbrach, hätten sie versucht, das Ausbreiten mit gefüllten Wassereimern zu verhindern – aber schnell gemerkt, dass das nichts bringt und den Notruf ausgelöst. Weil sich die Flammen durch die Wände der Innenräume fraßen, musste die blecherne Außenfassade weggerissen werden, damit das Löschwasser an Ziel gelangt.

Ein Feuerwehrmann aus Egenhausen raste nach Haus und schwang sich auf einen Bagger. Die Nacht verbrachten er und seine Kameraden am Einsatzort. Das Sportheim wurde, weil beim Betreten akute Lebensgefahr besteht, inzwischen mit einem meterhohen Gitter eingezäunt.

Das Feuer war am Freitagabend auch beherrschendes Thema der Hauptversammlung des Musikvereins Egenhausen. Vorstand Bernd Mast: "Was für ein Drama! In dem Gemeinschaftswerk steckt soviel Herzblut. Das einzig Gute ist, dass niemand verletzt wurde oder in den Flammen umgekommen ist."

Am Wochenende sind beim FC-Vorsitzenden viele Anrufe eingegangen, in denen die Anteilnahme ausgedrückt wurde. Finis hat das Gefühl "dass ganz Egenhausen trauert", auch weil viele Bürger der 2000-Einwohner zählenden Gemeinde am Bauprojekt beteiligt sind. Jetzt hofft er, dass ein Großteil der Kosten von der Versicherung übernommen werden. Der örtliche Agent hat mit ihm und Mitgliedern der Feuerwehr bereits das zerstörte Sportheim begutachtet.

Wiederholt wurde Finis darauf angesprochen, ob man sich finanziell am Wiederaufbau beteiligen könnte. "Das würde uns helfen", bedankt sich der Vorsitzende schon jetzt über eingehende Spenden, die auf das Girokonto 8894450 der Sparkasse Pforzheim-Calw eingezahlt werden können.

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