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Ebhausen Zeitreise ins Mittelalter

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Foto: Schwarzwälder Bote

Kann man in der Zeit zurückreisen? Nicht wirklich. Aber man kann wie die Bogenabteilung des SV Ebhausen zum internen Mittelalter-Turnier einladen und für einen Tag so tun, als würde man sich im Jahr 1219 befinden.

Ebhausen. In der Einladung hieß es: "Ihr müsset schießen mit dem Bogen auf 50 Fuß Distanz, welche sich Runde um Runde erhöhet. Jeder darf bey Beginne des Turnieres fünf Pfeile bey sich tragen. Ein jeder geschossene Pfeil, der nicht im Kreise stecket, darf für die nachfolgenden Runden nicht mehr verwendet werden. Schlußendlich verbleibet der trefflichste Schütze."

Man kann sich fragen, ob im Mittelalter ein Bogen-Turnier wegen Schlechtwetters abgesagt worden ist. Am Sonntag in Ebhausen jedenfalls nicht. Auf dem Bogenplatz fand sich dem Regen zum Trotz ein Dutzend mittelalterlich gewandeter Bogner ein. Ein Mönch war dabei, Gefährten von Robin Hood und auch ein schottischer Highlander.

Nach und nach lichteten sich die Kämpfer-Reihen

Zu Beginn des friedlichen Wettstreits, auf den kurzen Distanzen, trafen alle das Ziel. Als die Entfernung dann aber ständig vergrößert wurde, landeten immer mehr Pfeile außerhalb des Zieles und wurden im dafür bereit gestellten Weidenkorb aus dem Wettbewerb genommen. Nach und nach lichteten sich die Reihen der Kämpfer, weil schon einige ihre fünf Pfeile "aufgebraucht" hatten.

In der neunten Runde musste der Highlander MacUjo from Lemberg-Castle den Wettkampf beenden. In Runde zehn schied dann überraschend auch der Mönch Bruder Harald, Sieger der beiden vergangenen Turniere, aus. So waren ab Runde elf nur noch drei Kämpfer im Wettbewerb: Arminius von Talheim, Jochen vom Hinteren Wald und Stefanius vom Gaugenwald. Sie kämpften sich durch bis Runde 14 auf der Distanz von 180 Fuß – das sind schon mehr als 50 Meter. Jetzt musste die Entscheidung fallen! Die befiederten Geschosse schwirrten von den Sehnen und bohrten sich in das Stroh. Die zwei Recken vom Hinteren Wald und vom Gaugenwald verfehlten das Ziel ganz knapp, aber Arminius brachte seinen Pfeil unter lautem Jubel im Zielkreis unter und wurde so zum Turnier-Sieger. Ihm wurde eine mittelalterlich gestaltete Urkunde überreicht, in der es am Ende heißt: "Ewiglich währender Ruhm solle Euch gewiss seyen". Der junge Knappe Elias hat ein paar Runden tapfer mitgehalten und wurde ebenfalls mit einem Preis belohnt.

Kräftiges Mahl stilgerecht im Kessel zubereitet

Schon vor dem Wettkampf wurde stilgerecht über dem offenen Feuer im großen Kessel ein kräftiges Mahl bereitet, das allen Anwesenden mundete. Auch ein Wettbewerb im "Flu-Flu-Schießen" stand noch auf dem Programm. Dabei ging es darum, mit einem Pfeil mit großer, sechsfacher Befiederung mit einem indirekten Schuss hoch in die Luft einer rund 60 Meter entfernten, verdeckten Fahne so nahe wie möglich zu kommen. Da kämpften sich Nicole aus dem Täle und Stefanius vom Gaugenwald bis ins Finale vor. Der letzte entscheidende Pfeil des Gaugenwälders landete nur wenige Zentimeter neben der Fahne und brachte ihm den Sieg, der Maid aus dem Täle fehlten ungefähr zwei Meter.

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