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Ebhausen Durch große Städte und einsame Natur

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Heike Gäbler im Gespräch mit dem Fotografen Karl Lang. Foto: Trommer Foto: Schwarzwälder Bote

Einen Kulturabend mit Musik, Literatur und Bildern bot der Rotfelder Heimat- und Kulturverein in den Räumen der Firma Kübler Essig Automation. Im Mittelpunkt standen Fotografien von Fotograf Karl Lang, der auch Ortsvorsteher von Rotfelden ist.

Ebhausen-Rotfelden. Moderiert wurde der Abend von Heike Gäbler, die Rotfelden als ihre Wahlheimat gewählt hat und ihr Freude darüber ausdrückte, dass der Verein in den zehn Jahren seines Bestehens schon so manches auf die Beine gestellt hat. Der Hauptakteur der Veranstaltung sei Karl Lang, betonte sie, allerdings hätten die Verantwortlichen bei der Auswahl des Rahmenprogramms große Sorgfalt walten lassen.

Besonderer Dank galt Joachim Kübler, der die Räume zur Verfügung gestellt hat. Diese bieten einen sehr schönen Rahmen für die großformatigen Bilder Langs. Auf zwei Stockwerken sind diese bei perfekter Beleuchtung bis 14. Dezember zu besichtigen. Der Fotograf begegnet den Menschen mit dem Herzen, er porträtiert sie nicht nur, sondern lernt sie persönlich kennen und verbringt Zeit mit den "Menschenbildern".

In Rotfelden geboren und aufgewachsen

Zur Einstimmung spielte das Ehepaar Danuta und Christian Platschko das Adagio und Allegro aus der II. Sonate G-Dur von Giovanni Battista Cirri.

In einem Dialog mit Karl Lang erfuhren die zahlreich gekommenen Besucher, dass er in Rotfelden geboren und aufgewachsen ist. Er hat eine Ausbildung als Schreiner gemacht und in diesem Bereich gearbeitet, als ihn 1978 das Fernweh packte: Er bat den Chef um einen Urlaub von sechs Monaten. Der selbst umgebaute VW-Bus wurde per Schiff nach Amerika versandt und das Abenteuer konnte beginnen.

Mittlerweile ist Karl Lang seit über drei Jahrzehnten Berufsfotograf, der schon oft Ägypten bereiste, aber auch viele Bilder in Island, dem ehemaligen Ostpreußen und Siebenbürgen gemacht hat. Mit dem Rad ist er die Donau entlang von der Quelle bis zur Mündung am Schwarzen Meer gefahren.

Wie wird ein neues Ziel gewählt? Dem Fotograf Karl Lang ist besonders wichtig, mehrmals an Orte zu reisen und so eine Verbindung zu bekommen. In Siebenbürgen half er der Gemeinde, eine hässliche Stahltür an der Kirche mit Holz zu verkleiden – die Menschen waren so dankbar, dass er später mit seinem Landrover im Festzug mitfahren durfte.

Große Städte faszinieren ihn, viele Tage ist Lang durch Kairo gelaufen. Zu einem Bild vom Verkehrschaos in Ägyptens Hauptstadt wurde den Zuhörern auch der Ton dazu geliefert, ein Hupkonzert ohnegleichen.

Dort leben Bären und Wölfe

In den Karpaten war es ihm auf seinen einsamen Wanderungen schon manchmal mulmig, denn dort leben Bären und Wölfe. Hoch im Königssteingebirge begegnete Karl Lang Schafhirten, deren Abbild ebenfalls zu besichtigen ist. Die Siebenbürger Sachsen sind eine deutschsprachige Minderheit im heutigen Rumänien, die die Reliktmundart Siebenbürgisch-Sächsisch sprechen. Sie sind seit dem 12. Jahrhundert in dem Landesteil Siebenbürgen ansässig und sind damit die älteste noch existierende deutsche Siedlergruppe in Osteuropa. Ihr Siedlungsgebiet liegt außerhalb des zusammenhängenden deutschen Sprachraums. Stejaris hieß früher Probstdorf, dort lebt "Oinz", das heißt Andreas in deren Mundart. Er lebt in der Küche, baut Gemüse an und hat ein paar Tiere. In dem Film "Tagwerk" von Karl Lang kommt er auch zu Wort und bedauert es, dass so viele der Siebenbürger Sachsen ausgewandert sind. Während der "Zeit zum Schauen" wurde in einem Nebenraum ein Zusammenschnitt des Filmes "Human" von Yann Arthus-Bertrand gezeigt. Der Film besteht weitgehend aus Interview-Sequenzen mit mehr als 2000 Menschen aus mehr als 60 Ländern der Erde, die von hochauflösenden Luft- und Landschaftsaufnahmen aus verschiedenen Kontinenten unterbrochen werden. Diese Filmvorführung war eine Idee von Joachim Kübler.

Aufs Beste bewirtet wurden die Gäste im Foyer, betreut wurde das Büffet von Mitgliedern des Heimat-und Kulturvereins. Nach dem Rundgang durch das helle und ansprechende Gebäude stimmten die Musiker mit einem gefühlvollen Vortrag von "My Way" von Paul Anka auf die Lesung ein. Robert Seethaler ist ein österreichischer Schauspieler und Schriftsteller, aus dessen Buch "Ein ganzes Leben" trug die Dramaturgin Juliane Votteler einen Text vor, der in der Stimmung sehr gut zu den Bildern Karl Langs passte. Votteler lebt und arbeitet in Christophstal bei Freudenstadt, ist aber weiterhin als Dramaturgin tätig. Den Schlussakkord bildete das Lied "Über den Wolken" von Reinhard Mey.

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