Wie lange sprudelt die Quelle noch? Diese Frage stellen sich in diesen Tagen Eigenwasserversorger im Gebiet der Aquavilla. (Symbolfoto) Foto: © Pratiwi – stock.adobe.com

Die anhaltende Hitze und die enorme Trockenheit fordern ihren Tribut: Immer mehr Eigenwasserversorger im Gebiet der Aquavilla sitzen auf dem Trockenen. Geschäftsführer Michael Dold blickt sorgenvoll in die Zukunft.

St. Georgen - Seit Wochen hat es nicht mehr richtig geregnet, die Sonne brennt unnachgiebig auf die Erde herab und beschert hohe Temperaturen – und der trockene Ostwind, der in den vergangenen Tagen und Wochen noch hinzugekommen ist, tut sein Übriges. Besonders Eigenwasserversorger haben in diesen Tagen zu kämpfen: Wie lange hält die eigene Quelle noch durch? Und was passiert, wenn sie versiegt – oder bereits versiegt ist?

 

Einer, der die aktuelle Lage genau im Blick hat, ist Michael Dold, Geschäftsführer der Aquavilla. Das Unternehmen hat die Betriebsführung der kommunalen Wasserversorgung in St. Georgen, Königsfeld, Furtwangen, Vöhrenbach, Triberg, Schonach, Schönwald und Unterkirnach inne. Für die Eigenwasserversorger, die nicht an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen sind, ist die Aquavilla streng genommen gar nicht zuständig – trotzdem sieht sich das Unternehmen Dold zufolge zusammen mit den Städten und Gemeinden in der Verantwortung, diesen Menschen zu helfen. Immerhin gehe es um die Bereitstellung einer lebenswichtigen Ressource – "und um Existenzen", sagt Dold gerade mit Blick auf landwirtschaftliche Betriebe.

Eigenversorgungsanlagen ausgefallen

Verschiedene Eigenwasserversorgungsanlagen im Versorgungsgebiet der Aquavilla sind schon ausgefallen, informiert das Unternehmen in einer Mitteilung. "Da es in den nächsten Tagen und Wochen voraussichtlich nur zu geringen Niederschlägen kommen wird, kann sich die Situation weiter verschärfen." Deshalb haben mehrere Kommunen bereits Wasser-Entnahmestellen eingerichtet – jüngst etwa die Gemeinde Schonach sowie Furtwangen, Vöhrenbach und Gütenbach.

Dabei gibt es einen Umstand, der die Lage im Versorgungsgebiet der Aquavilla besonders dramatisch macht, wie Dold im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt: Der Anteil der Eigenwasserversorger sei im westlichen Gebiet des Schwarzwald-Baar-Kreises – der nahezu mit dem Versorgungsgebiet der Aquavilla gleichzusetzen ist – besonders hoch. Damit bekommen überdurchschnittlich viele Personen die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit mit voller Wucht zu spüren.

Herausforderung für kommunale Versorgung

Doch Dolds sorgenvoller Blick richtet sich längst nicht nur auf die Eigenwasserversorger. Aktuell sei die kommunale Trinkwasserversorgung zwar in sämtlichen Kommunen im Aquavilla-Gebiet noch sichergestellt. Dass sich auch die öffentliche Trinkwasserversorgung in den kommenden Jahren immer mehr auf hitzebedingte Herausforderungen einstellen muss – daran bleibt für Dold kein Zweifel. Zwischen 2015 und 2022, blickt Dold zurück, befinde man sich aktuell schon im vierten Jahr mit extremer Trockenheit. "Auf jeden Fall" werde Dürre in Zukunft ein Thema sein – und das noch in stärkerem Maß als aktuell schon.

"Immer heftiger und in kürzeren Abständen"

"Vor zehn Jahren ging es noch fünf oder zehn Wochen, bis es so trocken war wie heute schon nach drei Wochen", verdeutlicht Dold. Da passt auch die aktuelle Situation ins Bild. Die ist nämlich Dold zufolge recht gut mit 2018 zu vergleichen, als die Kommunen im Gebiet der Aquavilla Eigenwasserversorgern schon einmal mit Entnahmestellen unter die Arme greifen mussten – mit einem entscheidenden Unterschied: "Wir sind jetzt zwei Monate früher dran", sagt Dold. 2018 brauchten Eigenwasserversorger erst im September und Oktober Unterstützung. "Und wenn es jetzt weiter keine anhaltenden Niederschläge gibt, dann spitzt sich die Situation bis dahin noch weiter zu", befürchtet der Aquavilla-Geschäftsführer. Denn ein einmaliger Regenschauer führe noch nicht zu einer wirklichen Entspannung der Lage. In Zukunft, warnt Dold, werden solche Perioden der Trockenheit "immer heftiger und in immer kürzeren Abständen kommen".

Info: Hilfe für Eigenwasserversorger

Wegen der unter der Trockenheit leidenden Trinkwasserversorgung informiert die Aquavilla darüber, was Eigenwasserversorger beachten müssen. "Die Gesellschafterkommunen werden in diesem Fall die betroffenen Eigenwasserversorger unterstützen, indem sie eine Wasser-Entnahmestelle einrichten. Wo sich diese befindet, erfahren Sie in der jeweiligen Verwaltung", heißt es.

■ Verwaltungen informieren: Die Verwaltungen sind über die Vorgehensweise informiert und werden bei Bedarf über den konkreten Ablauf zur Deckung des Wasserbedarfs informieren. Diese Vorgehensweise betrifft das komplette Versorgungsgebiet der Aquavilla, das neben St. Georgen auch Furtwangen, Königsfeld, Schönwald, Schonach, Triberg, Unterkirnach und Vöhrenbach – jeweils inklusive der Teilorte – umfasst.

■ Merkblatt für Betroffene: Im Bedarfsfall bekommen Eigenwasserversorger ein Merkblatt des Landratsamtes ausgehändigt, "welches unbedingt beachtet werden muss", heißt es von der Aquavilla. Der Transport des Trinkwassers ist nur in geeigneten Behältnissen gestattet. Jeder Ausfall der Eigenwasserversorgungs-Anlage und Bezug von Trinkwasser aus der Kommune ist dem Gesundheitsamt des Kreises zu melden.