Eine Lücke klafft in der Holzstraße und gibt den Blick bis zum Charlottenplatz frei. Foto: Leif Piechowski

Noch wartet Breuninger auf die Genehmigung, um mit dem Bau des Dorotheen-Quartiers beginnen zu können. Doch die Abrissarbeiten gehen bereits zügig voran. Markthalle und Flohmarkt sind durch den Bau des Dorotheen-Quartiers nicht beeinträchtigt. Dafür gibt es Sperrungen von Gehwegen und Parkplätzen.

Noch wartet Breuninger auf die Genehmigung, um mit dem Bau des Dorotheen-Quartiers beginnen zu können. Doch die Abrissarbeiten gehen bereits zügig voran. Markthalle und Flohmarkt sind durch den Bau des Dorotheen-Quartiers nicht beeinträchtigt. Dafür gibt es Sperrungen von Gehwegen und Parkplätzen.

Stuttgart - Stück für Stück tragen die Bagger den Bauschutt ab, der durch die Abrissarbeiten in der Holzstraße anfällt. Von der Karlstraße aus gibt die entstandene Lücke nun den Blick bis zum Charlottenplatz frei. Die Vorbereitungen für den Baubeginn des vom Kaufhaus Breuninger und dem Büro Behnisch Architekten geplanten Dorotheen-Quartiers am Karlsplatz gehen zügig voran. Bis Ende des Monats werden die Abrissarbeiten in der Holzstraße beendet sein.

Die frei gewordene Fläche ist Teil des 39.000 Quadratmeter großen Areals zwischen Sporer-, Münz-, Dorotheen- und Holzstraße, auf dem das rund 200 Millionen Euro teure Dorotheen-Quartier entstehen wird. Bis zum Herbst 2016 soll das Quartier fertig sein. In der Holzstraße wird dann die Zufahrt zu der neuen Tiefgarage liegen.

Aus dem Gebäude des ehemaligen Innenministeriums zwischen Dorotheen- und Karlstraße werden bis Mitte Dezember die rund 400 Breuninger-Verwaltungsmitarbeiter zurück in den fünften und sechsten Stock des Breuninger-Haupthauses ziehen. Diese Etagen wurden komplett renoviert.

„Die Sicherheit der Passanten hat oberste Priorität“

Anschließend ist laut Breuninger-Sprecher Christian Witt der Abriss des dann leer stehenden Innenministeriumskomplexes am Karlsplatz Ende Januar 2014 geplant. Das ehemalige Gebäude von Betten-Braun in der Sporerstraße muss voraussichtlich im März den Abrissbaggern weichen. Mit dem Bauschutt werden die Kellerräume der vorherigen Gebäude aufgefüllt, um den Boden für die schweren Baufahrzeuge zu stabilisieren. Erst kurz vor dem geplanten Baubeginn im Frühjahr wird der Schutt dann in die Deponien abtransportiert.

Dass Passanten durch die Baustelle beeinträchtigt werden könnten, ließe sich nicht ganz ausschließen, sagt Witt. Es könne zu stundenweisen Sperrungen von Gehwegen und Parkplätzen kommen. „Die Sicherheit der Passanten hat oberste Priorität“, sagt Witt. Auch bei den Abrissarbeiten in der Holzstraße beobachten zwei Sicherheitsposten von der Straße aus, ob die Häuser wie geplant in Schutt gelegt werden. Passiert etwas Unvorhergesehenes, werden die Abrissarbeiten gestoppt und der Gehweg gesperrt.

Die umliegenden Geschäfte, die Markthalle und die Gastronomie werden laut Breuninger nicht von der Baustelle beeinträchtigt werden. „Wie uns versichert wurde, ist der Flohmarkt auf dem Karlsplatz von den Bauarbeiten nicht betroffen“, sagt auch Gabriella Zanetti von der Märkte Stuttgart GmbH. In der Gaststätte Amadeus im Alten Waisenhaus stört man sich ebenfalls nicht an den Abrissarbeiten und geht davon aus, dass sich daran nichts ändert, wenn die Arbeiten im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Geschäfte, Gastronomie, Büros und Wohnungen sollen Platz finden

Im Frühjahr 2014 will Breuninger mit dem Bau der drei neuen Geschäftshäuser beginnen. Wann genau hängt noch von der ausstehenden Baugenehmigung der Stadt ab. „Es geht dabei aber nicht mehr um strittige Punkte“, sagt Witt.

Der Gemeinderat hatte den Bebauungsplan bereits im Juli beschlossen. Anschließend wurde der Antrag dem Baurechtsamt vorgelegt. Nun prüfen die zuständigen Fachämter, ob die bestehenden Pläne allen Anforderungen gerecht werden. Dabei geht es um wichtige Details, wie zum Beispiel ob ausreichende Rettungswege oder die Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer gewährleistet sind. Bei Gebäudekomplexen in dieser Größenordnung seien Änderungen in den Plänen und damit einhergehende Verzögerungen nicht ungewöhnlich, heißt es beim Baurechtsamt. Falls doch alles reibungslos vonstatten gehe, rechne man aber mit einer Baugenehmigung bis Ende Februar.

Im Dorotheen-Viertel sollen Geschäfte, Gastronomie, Büros und Wohnungen untergebracht werden. Von den 26.000 Quadratmeter Bürofläche will das Land mehr als 20.000 Quadratmeter für Ministerien mieten. Außerdem ist eine Tiefgarage mit 400 Stellplätzen geplant. Breuninger selbst wird im Dorotheen-Quartier keine Fläche nutzen. Das frühere Stuttgarter Gestapo-Gefängnis Hotel Silber soll entgegen erster Entwürfe im Besitz des Landes und als Gedenkstätte erhalten bleiben.

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