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Dornhan Polizei verhaftet randalierenden Landwirt

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Der Landwirt soll auf einer Baustelle randaliert und die bereits eingerammten Vermessungspfosten herausgerissen haben. Die Polizei nahm ihn fest und führte ihn ab. (Symbolfoto) Foto: Thomas/ stockadobe.com

Dornhan - Rinder weideten, als die Bürgerenergie Schwarzwald auf der ehemaligen Erddeponie mit den Arbeiten zum Bau der Photovoltaikanlage beginnen wollte. Dabei kam es zu einem Zwischenfall.

Ein benachbarter Landwirt wollte offenbar nicht hinnehmen, dass seine Kühe die Grünfläche nicht mehr als Weide nutzen dürfen. Die Rinder standen am Dienstag auf dem Grundstück, das für die Photovoltaikanlage vorgesehen ist. Bevor es mit den Arbeiten losgehen konnte, wurde der Zaun versetzt, um die Kühe zu entfernen.

Pacht gekündigt

Der Landwirt kam dazu, Emotionen kochten hoch, die Polizei wurde gerufen, auch Bürgermeister Markus Huber war vor Ort. Der Landwirt sei vom Gelände verwiesen worden, allerdings mussten die anwesenden Polizeibeamten nicht eingreifen, teilt die Polizeisprecherin auf Anfrage unserer Zeitung am Mittwochvormittag kurz vor zehn Uhr mit. Wenig später überschlugen sich die Ereignisse. Der Landwirt ging diesmal rabiater vor: Er habe auf der Baustelle randaliert und die bereits eingerammten Vermessungspfosten herausgerissen. Die Polizei nahm ihn diesmal fest und führte ihn ab. Der Mann wird nun von der Stadt wegen Hausfriedensbruchs, Bedrohung und Nötigung angezeigt.

Landwirt wollte Bau von Photovoltaikanlage verhindern

Der Gemeinderat habe vor zwei Jahren entschieden, eine Teilfläche der früheren Erddeponie der Bürgerenergie Schwarzwald für eine Photovoltaikanlage zur Verfügung zu stellen, sagt Bürgermeister Huber. Der Flächennutzungsplan musste dafür geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Zuvor ist das Grundstück vom Landwirt in der Nachbarschaft genutzt worden. Die Pacht sei rechtlich gekündigt worden, versichert Huber. Zwischendurch wurde die Weide an eine Tierhalterin verpachtet. Das Pachtverhältnis mit ihr sei am 31. Oktober 2019 beendet worden.

Mit dem Bau der Photovoltaikanlage sollte nun begonnen werden. Der Landwirt versuchte dies verhindern. Dass er auf dem Grundstück nichts verloren habe, machte Huber ihm am Montag vergeblich klar. Der Mann sei der Meinung, dass er für die Beweidung einen "lebenslangen Pachtvertrag" habe. Huber: "Das Gericht hat festgestellt, dass dies nicht zutrifft. Aber er akzeptiert es nicht." Das hat sich denn auch am Dienstagvormittag herausgestellt. Die Bürgerenergie hofft jetzt nach der Festnahme des Landwirts, in Ruhe die Anlage bauen zu können.

Die Genossenschaft, die in Alpirsbach gegründet worden ist, hat sich bei der Ausschreibung mit ihrem Projekt gegen mehrere Bewerber durchgesetzt. Auf einer Fläche von 9000 Quadratmetern wird eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 750 Kilowatt aufgestellt. Damit könnten rund 1000 Menschen mit Energie versorgt werden, erklärt Vorstandsmitglied Simon Hänel. Photovoltaik sei die günstigste Möglichkeit, Strom umweltfreundlich zu erzeugen und finde in der Bevölkerung auch die größte Akzeptanz.

Baufläche nicht von großem landwirtschaftlichem Nutzen

Die Bürgerenergie investiert in die Dornhaner Anlage rund 650.000 Euro. Hänel geht davon aus, dass die Module bis in zwei Wochen stehen. Der Netzanschluss werde noch etwas länger dauern.

Von großem landwirtschaftlichem Nutzen ist die Baufläche nicht. "Man weiß nicht, was darunter liegt", sagt Bürgermeister Huber. Die Rinder dürften auf der Weide mit dem dürftigen Gras wohl kaum satt geworden sein.

Die Anlage wird so errichtet, dass künftig eine Schafbeweidung möglich ist. Ulrich Seiz, als Vorstandsmitglied der Bürgerenergie für die Ökologie zuständig, ist überzeugt, dass sich hier eine vielfältige Natur entwickelt. Gemäht werde nur einmal im Jahr. So könnten Pflanzen wachsen, die sonst verschwänden.

Das Wasserwerk des Heimbach-Zweckverbands in Busenweiler hat die Bürgerenergie bereits mit Solarmodulen eingedeckt. Die Photovoltaikanlage auf der Erddeponie ist ihr zweites Vorhaben in Dornhan. Ob die Bürgerenergie gegen den Landwirt ebenfalls gerichtlich vorgehe, ließ Seiz offen. Durch die Verzögerung der Arbeiten seien zusätzliche Kosten entstanden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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