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Dornhan Dornhan will Anteil am Funkkuchen

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360 Besucher kommen zum 20. Neujahrsempfang in der Stadthalle. Das Thema Bildung steht im Mittelpunkt. Fotos: Steinmetz Foto: Schwarzwälder Bote

Zum 20. Neujahrsempfang am Freitag in der Dornhan Stadthalle kamen rund 360 Besucher – so viele wie noch nie. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, war Hauptrednerin (siehe Extra-Bericht).

Dornhan. Lothar Reinhardt von der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe (IHG) begrüßte zusammen mit Bürgermeister Markus Huber aus der Region zahlreiche Vertreter der Wirtschaft, Verbände, Banken, Behörden, Schulen sowie der Vereine und Organisationen aus Dornhan. Ein besonderer Gruß galt den Abgeordneten Volker Kauder (CDU), Daniel Karrais (FDP), dem früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Klaus Kirschner, Landrat Wolf-Rüdiger Michel, dem Ersten Landesbeamten Hermann Kopp und Christof Wolfmaier, Rektor der Hochschule Esslingen.

Der Dornhaner Neujahrsempfang hat sich etabliert. Er dient dem Austausch, der Kommunikation und vor allem auch der Information zu aktuellen Themen der Politik und Wirtschaft, wie Moderator Lothar Reinhardt bei seinem Rückblick auf 20 Veranstaltungen deutlich machte. Der erste Hauptredner war im Jahr 2000 der damalige Staatsminister Christoph Palmer. Mit Erwin Teufel und Günther Oettinger kamen zwei baden-württembergische Ministerpräsidenten nach Dornhan, Oettinger sogar noch ein zweites Mal als EU-Kommissar. Sparkassenpräsident Peter Schneider deutete in seiner Rede 2007 bereits die Finanzkrise an, die dann ein Jahr später tatsächlich folgte. Wolfgang Grupp, Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema, der Unternehmer Klaus Fischer aus Waldachtal, VfB-Ehrenpräsident Erwin Staudt waren weitere Referenten.

Bürgermeister Markus Huber nutzt den Empfang auch dazu, die Situation einer Kleinstadt und des ländlichen Raums zu beleuchten, um dann deutliche Worte an die Politik zu richten. Mit Kritik sparte er diesmal nicht. Er sprach den Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel an, besonders bei der Pflege, im Handwerk, in der Gastronomie und der Kinderbetreuung. Unverständlich ist für Huber, dass Asylbewerber, die im Arbeitsprozess integriert sind, abgeschoben werden. "Das gefährdet zunehmend unsere Versorgung." Es gebe zu wenig Lehrkräfte, obwohl die Schülerzahlen bekannt gewesen seien. Davon seien auch kleine Grundschulen betroffen, so in Leinstetten und Weiden. Breitbandversorgung sei eigentlich eine Aufgabe des Bundes, Abhilfe müssten aber die Kommunen schaffen. Als weiteres "Sorgenkind" nannte Huber die Mobilfunkversorgung. "Wir brauchen eine hundertprozentige Abdeckung unseres Landes mit einem standardisierten Funknetz", wandte er sich an Ministerin Anja Karliczek. Wenn Funkfrequenzen versteigert würden, so Huber, "wollen auch wir unseren Anteil am Funkkuchen".

Ein Trend, der oft den Kommunen angelastet werde, seien die zunehmenden Leerstände durch Schließung von Einzelhandelsgeschäften. Den eigentlichen Grund dafür sieht er darin, dass sich der Handel zunehmend ins Internet verlagert. Huber kündigte ein neues Projekt an: Dornhan werde sich zusammen mit der Stadt Oberndorf an einem vom Land geförderten Online-Marktplatz beteiligen.

Eine weiteres Thema soll die Ministerin mit nach Berlin nehmen: Die für Dieselfahrverbote "nicht wissenschaftlich abgesicherte Grenzwerte für Stickoxide" beschäftigten die Menschen. Es müssten Übergangslösungen gefunden werden. Sein letztes Anliegen richtete Huber an den FDP-Landtagsabgeordneten Daniel Karrais und Landrat Michel. Die Landstraße nach Alpirsbach müsste dringend saniert werden, ebenso noch einige Kreisstraßen.

Zwischen den Programmpunkten spielte die Gruppe "Presto 2" fetzige Jazz- und Bluestitel, die im Publikum sehr gut ankamen. Sie setzt sich aus Schülern der Dornhaner Musikschule Tausch zusammen. Weil die Ministerin auf ihr Gastgeschenk verzichtete, spendete die IHG einen Betrag von 500 Euro an die Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn. Zu ihr gehört auch das Haus Aichhorn in Dornhan. Matthias Ries, Leiter der Kinder- und Jugendhilfe, freute sich über die Spende.

Wie üblich beim Neujahrsempfang räumten die Gäste die Stühle am Ende selbst auf die Seite. Es ging eng zu in der Halle, in der auch nach Mitternacht noch ein reger Austausch bei Bier und Häppchen stattfand.

Ihre Redaktion vor Ort Sulz

Marzell Steinmetz

Fax: 07454 95806-19

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