Der Luchs, die große Katze mit den Pinselohren, ist durchaus kein seltener Weggenosse bei Spaziergängen mehr – auch auf der Baar. Foto: SB-Archiv

Bauern fürchten Nutzviehverluste, Jäger die Beutekonkurrenz. Vortrag des Baarvereins.

Doanueschingen - Wolf und Luchs auf der Baar? Nicht ausgeschlossen, dass man eines dieser Tiere auf der waldarmen, dicht besiedelten und von Verkehrsachsen durchzogenen Baar plötzlich zu Gesicht bekommt. Dem letzten hier erlegten Bären hatte Kurt Stephani in seinem 1938 vom Baarverein herausgegeben Buch "Geschichte der Jagd in den schwäbischen Gebieten der fürstenbergischen Standesherrschaft" einen Nachruf gewidmet.

Kein Jägerlatein also, das soll der Vortrag des Baarvereins heute um 19.30 Uhr im Hotel Grüner Baum in Allmendshofen erhellen. Referent ist Wolf Hockenjos.

Wie ernst die Beocbachtungen genommen werden, zeige die Tatsache, dass man gerade im zuständigen Stuttgarter Ministerium an einem Wolfsmanagementplan arbeite und der Verein Luchs-Initiative Baden-Württemberg sich seit einem Vierteljahrhundert um versprengte Luchse unbekannter Herkunft kümmere.

Zusammen mit der Freiburger Forstlichen Versuchsanstalt werden seit Jahren Luchsbeobachtungen dokumentiert. Da er bei uns nicht von allein in der Lage sein wird, wieder einen Bestand zu bilden, wird seit Jahren über ein wissenschaftlich begleitetes Luchs-Wiedereinbürgerungsprojekt gestritten. Doch Bauern fürchten Nutzviehverluste, Jäger die Beutekonkurrenz durch den natürlichen Feind des Rehwilds. Zu Recht?

Naturschützer indes freut die Zunahme an Biodiversität: Wolf und Luchs sind mittlerweile streng geschützt. Wolf Hockenjos, der Vortragende, war Forstamtsleiter in Villingen-Schwenningen und hat die nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl und der davon verursachten Verstrahlung des Wildbrets neuentbrannte Diskussion um die Rolle der großen Beutegreifer hautnah miterlebt. Er ist Initiator und Vorstandsmitglied der Luchs-Initiative, zugleich Buchautor und forstlicher Referent des Landesnaturschutzverbands.

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