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Donaueschingen Verwechslungsgefahr bei thailändischen Münzen

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Gleiche Größe, gleiche Stärke, fast gleiche Riffelung am Rand: Die Zehn-Baht-Münze ähnelt dem Zwei-Euro-Stück enorm, ist aber nur 25 Cent Wert. Foto: Katy Cuko

Donaueschingen - Diese Szene spielt sich morgens in vielen Haushalten ab: Ein Elternteil holt das Portemonnaie hervor, um dem Nachwuchs etwas Geld für die Schule mitzugeben. So auch bei einer Donaueschingerin, die sich nun an die Öffentlichkeit gewandt hat. Denn als sie in ihren Geldbeutel griff, hatte sie eine Fremdwährung in der Hand. Wie die Frau bei einer Internetrecherche herausfand, handelte es sich bei der vermeintlichen Zwei-Euro-Münze um eine Zehn-Baht-Münze aus Thailand. Und die hat nur einen Wert von etwa 25 Cent.

Schon bei der Einführung der neuen Euro-Münzen seien damals die ersten thailändischen Doppelgänger aufgetaucht sagt Harri Frank, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen. Urlauber hatten wohl bei der Rückkehr aus Fernost noch entsprechende Restmünzen im Geldbeutel und stellten die frappierende Ähnlichkeit mit dem heimischen Geld fest. Die Versuchung, sie in Umlauf zu bringen, war groß. Denn man bemerkte, dass beispielsweise Zigaretten- oder Fahrkartenautomaten die Bath-Münzen akzeptierten. Doch das klappt heute nicht mehr, sagt Frank. Denn die Automatenhersteller haben reagiert und Münzwaagen eingebaut, die den Unterschied zwischen Euro und Bath erkennen können.

Die Ähnlichkeit beider Münzen führt dazu, dass manche Zeitgenossen auch heute noch auf unlautere Ideen kommen. Im Internet-Auktionshaus Ebay zum Beispiel kann man 500 Stück Zehn-Baht-Münzen zum Festpreis von 279,90 Euro kaufen. Unrechtmäßig in den Geldverkehr gebracht, könnte ein Betrüger einen prima Schnitt machen.

Doch wie sieht nun die rechtliche Seite aus? Die Zehn-Baht-Münze sei kein Falschgeld, sagt Frank, sondern ein (in Thailand) gültiges Zahlungsmittel. Wer die Münze in Deutschland ganz bewusst bei einem Geschäft verwendet, um damit den Gegenwert von zwei Euro zu erlangen, der macht sich aber des Betrugs schuldig. Und der wird strafrechtlich verfolgt, wenn der Geschädigte dies zur Anzeige bringt. Wer eine Zehn-Baht-Münze unwissentlich oder versehentlich zum Zahlen benutzt, der handelt ohne Vorsatz und kann deshalb auch nicht wegen Betrugs bestraft werden.

Betrügereien im großen Stil durch das massenhafte Einbringen von Baht-Münzen in den deutschen Geldkreislauf sind beim Polizeipräsidium Tuttlingen aber nicht bekannt. Die Zehn-Baht-Münze der Leserin dürfte ein eher seltenes Exemplar sein, das durch die Baaremer Geldbeutel mäandert. Und so lautet ihr Rat und der der Polizei: "Augen auf beim Wechselgeld." Übringens: Auch bei anderen Geldstücken besteht Verwechslungsgefahr. So sieht die türkische Ein-Lira-Münze ebenfalls wie das Zwei-Euro-Stück aus, der brasilia­nische 1 Real wie 1 Euro. Beide sind nur gut 30 Cent wert. Und der halbe Schekel aus Israel gleicht einem Zwei-Euro-Stück, entspricht aber nur zehn Cent.

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