In Wolterdingen sorgte das Tauwetter für einen erhöhten Pegelstand der Breg. Foto: Filipp

Wasser erreicht in Wolterdingen gegen ein Uhr nachts den Höchststand. 45 Kubikmeter in der Sekunde.

Donaueschingen-Wolterdingen - Ausschlafen in der Nacht auf Sonntag – Fehlanzeige! Um vier Uhr in der Früh blickte Stauwärter Christian Schubert bereits auf die Instrumente im Kontrollraum des Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) bei Wolterdingen: Bei 45 Kubikmetern in der Sekunde erfolgte der Alarm.

Grund: Der Regen in der Nacht hatte die Breg gefährlich anschwellen lassen und erreichte kurz nach ein Uhr mit einem Wasserstand von knapp 130 Zentimetern die Höchstmarke. Das entspricht dem Wert eines zweijährlichen Hochwassers mit 157 Zentimetern und 55,4 Kubikmetern. Im Vergleich hierzu liegt ein 110–jährliches Hochwasser bei 2,42 Metern und 162 Kubikmetern. Die größten Hochwasser vor Ort in Wolterdingen liegen bei 2,38 Metern (Januar 1995) und 2,51 Metern (Februar 1990)

Die eigentlich Anstauung im Hochwasserschutzbauwerk und damit die Schließung der Verbindungsstraße nach Hammereisenbach durch mannhohe Schotte aus Stahl und Aluminium erfolgt bei 75 Kubikmetern in der Sekunde. Doch danach sah es gestern nicht mehr aus. Im Gegenteil: Stauwärter Schubert konnte gegen 14 Uhr gestern dann bei 32 Kubikmetern auch eine fallende Tendenz melden und erleichtert den Tag ohne weiteren Kontrollgang abschließen.

Auch Wolterdingens Ortsvorsteher Reinhard Müller hatte sich gestern Morgen noch besorgt aus dem Fenster gelehnt und seine Runde gemacht. "Ich war erschrocken, wie rasch der Schnee auf einmal weg war und die Brigach in Aufen so viel Wasser über die Ufer steigen ließ". Müller erinnert sich noch an die erste Inbetriebnahme der Staufunktion in Wolterdingen 2013, damals mussten die Schotten an der Straße nach Hammereisenbach geschlossen werden. Gestern nun schien das Wasser auch ebenso rasch wieder zu gehen, wie es gekommen war.

Doch gab es in der Nacht zum Sonntag Bundesstraßen, Landesstraßen und Kreisstraßen, die vor allem im Tuttlinger Raum vorübergehend für den Straßenverkehr gesperrt werden mussten, wie die Polizei mitteilt. Hauptsächlich vom starken Tauwetter betroffen waren aber die Landkreise Freudenstadt und Rottweil, was vielerorts Feuerwehren und das Technische Hilfswerk auf den Plan rief. Vollgelaufene Keller wurden dem Polizeipräsidium Tuttlingen aus dem Landkreis Rottweil (Fluorn und Deißlingen) und dem Zollernalbkreis (Rosenfeld, Geislingen und Meßstetten-Tieringen) gemeldet.

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