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Donaueschingen Fürsten-Wappen wie anno dazumal

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Damit die Maler sich orientieren können, hängt ein Muster daneben. Foto: Schwarzwälder Bote

Der Blick geht nach oben: Das ist aktuell bei vielen Fußgängern, die an der Hofapotheke vorbeilaufen, zu beobachten. Denn an der Fassade prangt mittlerweile ein echter Hingucker: drei Meter hoch und zweieinhalb Meter breit – das Wappen des Hauses Fürstenberg und ein Stadtgesprächsthema.

Donaueschingen (jak). "Wir wollten etwas Besonderes an der Wand haben", sagt Inhaber Peter Meess. Vor der Renovierung zierte ein Mosaik die Wand. Es zeigte die Apothekenheiligen Kosmas und Damion, die beiden Fasnetsfiguren Hansel und Gretle, die Donau und ganz klein das Wappen der Fürstenberger. "Das Wappen ist unser Corporate Identity und es ist unsere Geschichte", erklärt Meess.

Denn nicht jeder durfte in der Donaueschinger Geschichte das Wappen ohne Weiteres verwenden. Der Hofapotheke wurde es im Jahr 1764 vom damaligen Fürsten Joseph Wenzel zu Fürstenberg verliehen und nur wer Hoflieferant war, der durfte sich mit dem Wappen entsprechend schmücken.

Einst gab es etliche Geschäfte in Donaueschingen, die Hoflieferanten waren. Doch heute tragen nur noch zwei dieses Privileg aus längst vergangenen Tagen: die Hofbuchhandlung und eben die Hofapotheke.

Warum also nicht eine Rückbesinnung auf diese bereits 261 Jahre währende Tradition? Familie Meess besprach die Idee mit Architekt Günter Limberger und Jochen Baur vom gleichnamigen Malerfachbetrieb. Und es ließ sich umsetzen. "Für uns war das eine besondere Aufgabe, die wir zwar schon gemacht haben, aber eben nicht täglich. Es war schon eine Herausforderung", blickt Jochen Baur zurück. Ein paar Diskussionen, wie die Aufgabe umgesetzt werden soll, gab es mit dem Malermeister Abel Agniar und mit Markus Basler schon. Von den ersten Überlegungen bis zum fertigen Wappen waren zwei bis drei Mann sechs Tage beschäftigt.

"Es sind ganz typische Malerarbeiten, so wie man sie lernt", erklärt Bauer. Für Markus Basler und Xenia Rosenstiel, die an dem Wappen gearbeitet haben, sei es eine große Freude gewesen, die Aufgabe zu übernehmen. Schon zu Zeiten seines Vaters sei so gearbeitet worden. Einziger Unterschied: Damals wurde die kleine Vorlage mit einem Diaprojektor vergrößert und dann die wesentlich größere Schablone von Hand gezeichnet. Heute fertigt ein Plotter aus einem PDF die Schablone.

Doch ab hier setzt dann doch wieder die Handarbeit ein: Mit einem Pausrädchen werden alle Konturen nachgefahren, sodass Linien mit ganz feinen Löchern entstehen. Anschließend werden die Schablonen an die Fassade gehängt. Nun wird Zeitung verbrannt. "Es geht nur mit Zeitung, weil man da eine ganz feine Asche bekommt", erklärt Jochen Baur. Denn die Asche muss durch die kleinen Löcher auf der Schablone passen. So werden die Konturen auf die Fassade gepaust. "Stürmen oder regnen sollte es danach natürlich nicht. Aber sonst hält das schon", erklärt Jochen Baur.

Anschließend geht es mit dem Ausmalen los: Begonnen wurde mit den größten Flächen. Farbe für Farbe. "Die Fürstenberg-Farben haben wir hinterlegt", erklärt der Experte. In Donaueschingen kann man die ja schon das eine oder andere Mal brauchen. Einen kleinen Unterschied gibt es zum Original: "Wir haben anstatt Gold einfach Gelb verwendet", sagt Jochen Baur. Schon allein aus Kostengründen sei das gar nicht diskutiert worden. "Und mir gefällt in diesem Falle gelb sowieso viel besser", fügt Peter Meess hinzu.

Golden ist allerdings das originale gußeiserne Wappen, das zu erblicken ist, wenn man die Hofapotheke betritt. "Früher hing es in unserem Beratungsraum. Es ist bloß niemand aufgefallen", erklärt Ute Meess. Nun hängt es mit einer enstprechenden Konstruktion, die das Gewicht von zwei bis drei Zentnern trägt, an einem Pfosten im Eingangsbereich. Wie durch ein Wunder hat es den Zweiten Weltkrieg überlebt, als die Hofapotheke von einer Brandbombe getroffen wurde und zeugt heute noch von der Geschichte der Hofapotheke.

Die Wurzeln der Hofapotheke reichen bis 1758 zurück. 1764 erließ der damalige Fürst Joseph Wenzel zu Fürstenberg ein Dekret, das die Apotheke zur Hofapotheke machte. 1945 wurde die Hofapotheke durch eine Brandbombe völlig zerstört. 1955 machte sich der Apotheker Rolf Meess, Vater des jetztigen Inhabers Peter Meess, an den Wiederaufbau.

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