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Donaueschingen Fasnetverein stellt sich dem Wandel

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Wenn am Fasnetsonntag die Hansel und Gretle durch Donaueschingen ziehen, säumen tausende Menschen den Straßenrand. Doch 2021 wird es diese Traditionsveranstaltung nicht geben.Foto: Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Eigentlich würden die Zunftball-Macher sich jetzt so langsam zusammensetzen, Ideen sammeln und in die Planungen für die beliebte Frohsinn-Veranstaltung einsteigen.

Donaueschingen (jak). Eigentlich, denn mit Corona ist nichts mehr so, wie es mal war und auch langgepflegte Traditionen sind vor dem Virus nicht sicher. Und die Narren sind dieses Mal mit der Frage konfrontiert: Was ist möglich? Was ist überhaupt vertretbar? Und wie kann und wird die Fasnet im Jahr 2021 aussehen?

Mit der Beantwortung dieser Fragen ist die Donaueschinger Narrenzunft aktuell beschäftigt. "Wir waren uns bei der Narrenratssitzung relativ einig, was wir machen können und was nicht", sagt Zunft-Chef Michael Lehmann. Fasnet sei für den Frohsinn im Vergleich zu anderen – wie beispielsweise in Karneval-Hochburgen – keine Einnahmequelle, sondern ein Investitionsgeschäft. "Wir brauchen die Fasnet nicht, um zu überleben", erklärt Lehmann. Aber ein Jahr so ganz ohne närrisches Treiben ist nicht vorstellbar.

Es ist ein Abwägungsprozess. Beim Zunftball beispielsweise ist eine Belegung des Mozartssaals mit nur 250 Gästen nicht nur finanziell ein Problem, sondern auch stimmungs- und feiertechnisch. Die Veranstaltung lebt schließlich nicht nur vom Programm, sondern auch vom Publikum und dem gemeinsamen Feiern. Im Saal könnte sich die Stimmung nur schwer übertragen, wenn alle auf Abstand sitzen und das Treffen danach in der Bar ist bekannt dafür, dass es dort vieles gibt – bloß eben nicht ausreichend Platz für Sicherheitsabstand. "Das Risiko ist einfach zu groß", erklärt Lehmann.

Das Gleiche gilt für den Großen Sonntagsumzug, der beim Ordnungsamt angemeldet werden muss. "Ich habe eine Registrierungspflicht und eine begrenzte Teilnehmerzahl", erklärt Lehmann. Wie soll man das überhaupt hinbekommen? Vor allem sei auch mit noch mehr Besuchern zu rechnen, wenn ansonsten weniger Veranstaltungen stattfinden. Unter dem Strich steht: "Die großen Traditionsveranstaltungen werden nicht stattfinden können und wenn wir sie nicht machen können, wie wir sie wollen und gewohnt sind, dann machen auch Light-Veranstaltungen keinen Sinn", so der Zunft-Chef. Dabei geht es nicht darum, dass Narren sich ja eigentlich seit ewigen Zeiten über Regeln hinwegsetzen und das nun einstellen. Für ihn liegt hier der Fall anders: "Es geht einfach um die Gefahr", erklärt Lehmann mit Bezug auf die Corona-Pandemie. Schließlich weiß heute niemand, wie die Situation Anfang des nächstens Jahres ist und welche Regeln dort dann gelten. Und wer möchte die Verantwortung übernehmen, wenn aus der Fasnets-Hochburg dann doch eine Corona-Hochburg wird?

Rückbesinnung nutzen

"Aber wir haben schon ein paar Ideen, was wir alternativ machen können", sagt Lehmann. Die nächsten Wochen sollen dazu genutzt werden, diese zu konkretisieren und auch Rücksprache mit dem Ordnungsamt zu halten. Lehmann gewinnt der ganzen Situation doch noch etwas positives ab und glaubt, dass es der Fasnet auch gut tun könnte und aus dem einen oder anderen die Kreativität herauskitzeln werde. Weg von der Forderung "Bespaßt mich und bietet mir etwas" hin zu eigenen Ideen und der Rückbesinnung auf die ursprünglichen Fasnet. "Wir müssen ja nicht immer eine große Plattform bieten. Jeder kann beispielsweise losziehen und einfach Strählen."

Die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) hat bereits die Narrentreffen abgesagt. "Bei der Masse an Teilnehmern und Zuschauern kann man nicht sicherstellen, dass die Sicherheitsregeln eingehalten werden", sagte VSAN-Präsident Roland Wehrle. Bei den einzelnen Narrentreffen, bei denen sich viele verschiedene Narrenzünfte an einem Ort versammeln, nehmen laut Wehrle zwischen 3000 und 8000 Menschen teil. Auf Veranstaltungen dieser Dimension wolle man in der kommenden Fasnets-Saison verzichten.

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