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Donaueschingen Detektiv Supernase hat die Steckbrief-Kopie im Kopf

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Foto: Igor-Hutsch Foto: Schwarzwälder-Bote

Die nackten Zahlen der Kriminalstatistik der Donaustadt zeigen einen Anstieg der Straftaten im vergangenen Jahr um 170 Fälle.

Donaueschingen (mp). Polizeirevierleiter Jörg Rommelfanger ist mit der Jahresbilanz von 2015 dennoch zufrieden und versucht die subjektive Sicherheitswahrnehmung der Bevölkerung zu sensibilisieren. "Donaueschingen ist nach wie vor eine sichere Stadt, in der Menschen keine Angst haben müssen, wenn sie sich in der Öffentlichkeit bewegen."

Gesamtstraftaten und Aufklärungsquote: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1194 Straftaten in Donaueschingen verübt. Das sind nicht nur 170 mehr als im Vorjahr, sondern auch die meisten seit 2007 (1222). Im Städtevergleich liegt Donaueschingen hinter Tuttlingen, Freudenstadt und Rottweil, erstmals aber vor Villingen-Schwenningen.

Aufklären konnten die Donaueschinger Polizeibeamten 64,5 Prozent der aktenkundig gewordenen Taten. Die Quote des gesamten Polizeipräsidiums Tuttlingen liegt laut Statistik bei 63,1, die des Landkreises bei 62,1 Prozent.

Straßenkriminalität: Diese Kategorie beinhaltet alle Straftatbestände, die im öffentlichen Raum passieren. Darunter fallen sowohl öffentliche Vergewaltigungen als auch der abgetretene Außenspiegel eines Autos. Insgesamt gab es 183 Fälle, davon waren 59 Autobeschädigungen. "Eine Vergewaltigung gab es in Donaueschingen nicht", betont Rommelfanger und erinnert sich an das hartnäckige Gerücht, das Mitte 2015 in der Stadt kursierte.

"Die subjektive Wahrnehmung der vergangenen Monate spiegelt sich in den objektiven Zahlen nicht wieder." Sicherlich würden die Zahlen nur auf den angezeigten Vorfällen beruhen. "Dass es eine Dunkelziffer gibt, streite ich nicht ab, aber es ist sehr fahrlässig, die Stimmung in der Stadt durch ungeprüfte Gerüchte zu beeinflussen", kritisiert Rommelfanger.

Flüchtlinge: Von 5095 Flüchtlingen, die 2015 die Erstaufnahmestelle durchlaufen haben, wurden laut Statistik 75 Asylbewerber straffällig. Das sind 1,51 Prozent. Insgesamt wurden 133 Straftaten registriert, 56 Diebstähle, 22 Verstöße gegen das Asylgesetz und 27 Rohheitsdelikte, um die größten Vorfälle zu nennen. "Die registrierten Schlägereien haben sich hauptsächlich in der BEA zugetragen, so dass keine Gefahr für die Öffentlichkeit betstand", erläutert Rommelfanger bei der Pressekonferenz.

Rauschgift: Den stärksten Anstieg zeigt die Zahl der Rauschgiftfälle. Und darüber ist Rommelfanger froh. Seit 2013 ist die Zahl von 31 auf 123 Straftaten gestiegen. "Diese Statistik zeigt nicht, dass es mehr Fälle geworden sind, sondern dass wir durch intensive Polizeiarbeit mehr Straftaten aufdecken konnten", sagt Rommelfanger. Seit 2014 habe er die Arbeit in diesem Deliktbereich ausgeweitet – mit Erfolg.

"Gelingt es uns, diese Arbeit so fortzusetzen, können die Zahlen im kommenden Jahr erneut steigen." Gut wäre es, denn jeder aufgeklärte Fall ermögliche auch ein Stück Prävention, insbesondere bei jugendlichen Konsumenten.

Donaueschingen/Konstanz (los). Die ganze Republik hört seit gestern die Nachricht, gar die "Tagesschau" meldet Vollzug: Ein mit europäischem Haftbefehl gesuchter mutmaßlicher Täter der Kölner Silvester-Ereignisse sei gefasst. Aus der Domstadt an den Bodensee spannt sich der Bogen.

Im Konstanzer Einkaufszentrum "Lago" war der 19-jährige Marokkaner bei einem Ladendiebstahl beobachtet worden. Die Fährte der Spürnase, welche die Polizei dann zur Adresse des Gesuchten navigierte, kommt von der Baar. Der Inhaber eines Donau­eschinger Sicherheitsdienstes hat den richtigen Riecher bewiesen und mit seinem umsichtigen Verhalten den polizeilichen Zugriff ermöglicht. Nun blitzt Berufsstolz aus seinen Augen, wenn er sagt: "Vielleicht belegt das, dass es in der zuletzt angezweifelten Security-Branche auch seriöse und qualifizierte Akteure gibt."

"Ich kann mir ein Gesicht über Jahre merken", stellt der 38-jährige zweifache Familienvater Erkan Kahveci, der in Donaueschingen als Kind türkischer Eltern geboren ist, fest. Diese Qualität, gepaart mit umsichtigem Agieren, attestiert ihm auch die Polizei.

Leichte Beute

Den deutschen und schweizerischen Beamten nämlich hat Erkan Kahveci am Mittwoch gegen 11.30 Uhr den der sexuellen Nötigung, Raubes und anderer Delikte beschuldigten Mann zur leichten Beute gemacht.

Mit einem Überwachungs-Auftrag im Konstanzer Einkaufszentrum "Lago" war Kahvecis Firma betraut. Der Chef selbst saß diesmal am Monitor einer Überwachungskamera. Und sein geübtes Auge entdeckte zwei junge Männer. Tabak, Spirituosen und Süßigkeiten ließen sie in einem Rucksack verschwinden. Doch anders als sonst bremste der stämmige Security-Mann das Diebes-Duo nicht in flagranti aus.

Zum Gesicht des 19-jährigen Nordafrikaners hatte er nämlich die Kopie im Kopf – aus einem Fahndungs-Steckbrief des Magazins Spiegel-TV. Also alarmierte Kahveci die Konstanzer Polizei und heftete sich an die Fersen des Duos. Über die nahe Schweizer Grenze führten ihn die beiden Männer, zu einem Café.

Lukrativer Auftrag

Auf dem Weg dorthin hatte Kahveci der Polizei Hinweise auf die sicherste Zugriffs-Routen gegeben. Die Konstanzer Beamten schließlich kooperierten mit Kreuzlinger Grenzschützern. Jetzt sitzt das Duo im schweizerischen Gefängnis, wird nach Deutschland ausgeliefert. Und für den Donaueschinger Security-Unternehmer könnte das "Schnäppchen" zum bislang lukrativsten Auftrag werden: 10 000 Euro Belohnung seien für die Ergreifung des Mannes ausgesetzt, habe er erfahren. "Ein Segen wär's", sagt er, für den gerade laufenden Aufbau seiner Firmenzentrale an der Donaueschinger Friedrichstraße.

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