Der Freehander der Firma Stolz & Seng ermöglicht ein händeloses Türöffnen und soll so in Corona-Zeiten die Ausbreitung des Virus verhindern. Foto: Seng & Stolz

Not macht erfinderisch. Firma Stolz & Seng bringt neues Produkt auf den Markt.

Donaueschingen - Not macht erfinderisch. Das Unternehmen Stolz & Seng aus Aasen hat diese alte Weisheit neu belebt und kommt mit einem selbst entwickelten und selbst produzierten Aufsatz für Türgriffe auf den Markt. "Den Anstoß zur Produktidee gab die Übertragung von Coronaviren an Türklinken“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Christian Seng. „Doch der ‚Freehander‘ hat auch darüber hinaus einen hohen praktischen Nutzen: Man hat eben beide Hände frei und kann mit Ellbogen oder Unterarm eine Tür leicht öffnen.“ Der Freehander verfüge über einen festen Halt und sei mit nahezu allen Klinken kompatibel. 50 Cent des Kaufpreises von 24,95 Euro für ein Zweierset werden laut dem Fachbetrieb für Kunststoffspritzguss- und Formenbau für die Kindernachsorgeklinik Tannheim gespendet.

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„In der Corona-Krise wollten wir ein eigenes Produkt ins Leben rufen, das Menschen vor Ansteckung schützen soll und dabei hilft, die allgemeine Unsicherheit rund um die Epidemie zu überwinden“, so Seng. Die Entscheidung bei dieser Eigenentwicklung fiel für den Industriemeister und sein Team schnell auf den Türgriff. „Hier konnten wir unsere Erfahrungen aus der Spritzgussfertigung von Hightech-Teilen einbringen.“

Mit vier Schrauben lässt sich der „Freehander“ installieren und erhält somit den notwendigen Halt für den täglichen Gebrauch. Dank eines neuen Triangelsystems passt er auf die meisten gängigen Klinkenformen.

Kunststoff gegen aggressive Reinigungsmittel sehr beständig

Der verwendete Kunststoff ist gegen aggressive Reinigungsmittel sehr beständig. Darüber hinaus ermöglichen seine flammschützenden Inhaltsstoffe die Verwendung des Produkts in öffentlichen Gebäuden. Die Fertigungskapazität liegt derzeit bei täglich 2400 Sätzen zu zwei Stück für je eine Tür und kann bei Bedarf auch schnell gesteigert werden.

Bei der rund 100 Mann starken Belegschaft von Stolz & Seng habe der Freehander eine echte Dynamik ausgelöst. „Ein ganz eigenes Produkt“, schwärmt Christian Seng. „Von allen Seiten kamen Ideen und Tipps - es ist eine große Freude zu sehen, wie die Mitarbeiter mit ihren Fähigkeiten dieses Projekt in Windeseile umsetzen.“ Die Investition beziffert der 44-jährige Firmenchef auf rund 70¦000 Euro. Die Konzeption bis zur Umsetzung brachte zusätzlich einen unglaublichen Lerneffekt. Von dem jetzt aufgebauten Know-how – davon ist Christian Seng überzeugt – sollen am Ende die Kunden des Unternehmens profitieren.

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